Rücktrittbremse

Ein föhnfrisierter Flop, formatbeschränkt,

den es zu Protz und Patte drängt – geschenkt!

Ein konzentriertes Nichts, ein weißes Loch,

dem alle Anziehkraft abgeht – doch, doch!

Der morgens fromm moralisch Moll anstimmt,

mit Maschi abends Shrimps und Schampus nimmt,

dass der nicht glaub- noch würdig ist – na klar!

Dass dessen Werte keiner will – wohl wahr!

Der winselnd ausweicht, wartet, bettelt, blufft,

brav Besserung gelobt – wie hündchenhaft!

Sich selbst als “Opfer schlimmen Schimpfs” erwählt,

sein Tun als “durchhalte-gestählt” – das quält!

Doch dass das Amt samt Würde – schon vergessen? –

im Arsch ist, seit die Dicke machtbesessen

den Widersacher dort in goldne Watte

verpackt, entsorgt und endgelagert hatte.

Dass in der BarRD Pecuniat

mit Politik, sich Bund mit Bimbes paart,

dass Geldgeilheit hier Staatsgeschicke lenkt –

Ist da ein Mann wie der nicht gottgeschenkt?

Ist nicht, wo Macht gern mit Moneten pennt,

ein Wicht wie Wulff als Bundespräsident

– gehievt, geschmiert, gewieft, moralisch hohl –

des Staates schönstes, passendstes Symbol?

Na also! Weitermachen!

taz > (GROa)

Blödheit

I.

Dem Blöden bleibt es unverständlich:

Das Weltall ist und bleibt unendlich.

Ein Paradox! Denn logisch wär,

dass Blödheit von sich selber her

den Tatbestand recht schnell verstände.

Denn Blödheit gibt’s auch ohne Ende.

II.

Das Blöde hier an dem Gedicht:

Unendlich ist das Weltall nicht.

Es hat nur einfach keine Grenzen.

Das wollte ich dann doch ergänzen.

III.

Auch dass das alles stets so bleibt –

schon sehr gewagt, dass man das schreibt.

IV.

Ein Fazit? Hmm. Das blöde All!

Ist mir zu kompliziert, der Fall.

taz > (GROa)

Ein Rätsel

Es geistert hier durch dies Gedicht

ein Tier. Doch richtig sieht man’s nicht.

Das Tier ist welt- wie stadtbekannt.

Doch wohnt es gern auch auf dem Land.

Zu Wasser wurd es schon gesehn.

Das Tier liebt’s, in die Luft zu gehn,

das meint jetzt nicht: zu explodieren

– kein Tier liebt es zu detonieren -,

sondern gen Himmel zu entschweben.

Das Tier führt kein sehr langes Leben.

Mit zwölf gibt’s die verdiente Rente.

Man kennt vom Tier auch Prominente,

die heißen D. und was mit -bert.

Das Tier ist äußerst mögenswert.

Die meisten finden’s richtig Spitze

nach einer Stunde Oberhitze.

Enteilt es, wackelt’s mit dem Hentern.

Bei schwerem Seegang kann es kentern.

Es kommt hier siebenmal drin vor

als linguistisch reine mor-

phologische Konstituente.

Wie heißt das Tier? Gedicht zu En.. äh.. fertig.

taz > (GROa)

Börsen und Baden

Die Börse stürzt ins Bodenlose.

Ich stürz mich auf die Badehose,

Dann auf mein Rad. Der DAX bricht ein.

Ich breche auf in Richtung Rhein.

Der Crash walzt Renten zu Ragout.

Ich roll vorbei an einer Kuh.

Dann bieg ich links in laues Licht.

Der Geldmarkt kriegt die Biege nicht.

Derweil viel Kapital verfällt,

Folg ich erblühter Uferwelt

Und stoppe dann im kühlen Wald.

Der Schuldenanstieg kennt kein Halt.

Old Sam ächzt unterm Pleitejoch.

Ich jauchze auf: das Baggerloch!

Ich stürm hinein, ich schwimm hinaus.

Aus Dollar, Euro flieht man raus.

Die Dicke und der Gnome de France,

Die taumeln haltlos wie in Trance.

Dagegen zieh ich elegant

Durchs Blau zehn Bahnen. Dann an Land.

Und wie ich froh nach Hause rausche,

Find ich ‘nen Euro, den ich tausche

Beim Italiener gegen Eis.

Der kann ihn brauchen. Und: Wer weiß?

Gibt’s Euros auch noch nächstes Jahr?

Wenn nicht – der See ist ja noch da.

taz > (GROa)