Notizen von K. K. (DTmF)

De unbearbeiteten Notizen zu Die Träume meiner Frau vom Leser K. K. aus Wien.

1

Die Träume ohne Schuhe sind gerade im Winter unangenehm, ….

Vgl.: die schwankende Referentialität, …. ein Traum ohne Schuhe, Träume in denen jemand im Winter unbeschuht ist, barfuss der Kälte ausgesetzt, …

3

die Löschung des dunklen Raumes zur Fläche, …

Erklär mir den Zustand der diese Dinge bewegt, ….

Appell an den anderen, Sinn und Ratio in eine Erfahrung zu bringen, die traumvermittelt ist

Suche Worte, ..

7

Der Traum eines anderen wurde zu Ende geträumt. Umgeträumt. In jenem Traum lag noch die Asche der Geliebten auf dem Totenbett, …

Palimpsest ohne Medium, …

8

Traum im Traum und Traumbewusstsein als Teil des Traumes, in dem eine Differenz innerhalb des Traumgeschehens entsteht, die ein Wachbewusstsein und Beobachtung durch Aufspaltung simuliert, oder auch entstehen lässt, ..

10

Schlagwortkette, … Wind der Zeit, …Galle schmiert n den Gelenken, tropft zu Boden und verätzt umliegende Landschaft aus Wörtern, …

11

Absurd: die Traumbilder auf der Suche nach der Sprache ihrer eigenen Überlegung, …

Vgl.: die Verrätselung und Übersteigerung der Traumerfahrung als Teil einer Selbst – Verklärung, der den Glauben an das Außergewöhnliche bestärkt, ….

16

Parkanlagen üben sich im Seesein, …

Vgl.: eine typische nachträgliche und literarisch ambitionierte Passage, … wenn sie Teil eines verrätselt poetischen Gesamttextes wäre, hätte sie mehr Gewicht, …

17

im Haus wird umgeräumt. Bestimmte Dinge werden nicht mehr gefunden.

UnOrdnung und der Versuch geordnete Verhältnisse herzustellen, …

Verdacht, ein unerwünschter Besucher sei da gewesen,

Untreue der Frau? Eifersucht?

…die Körperteile sind zwar noch vorhanden, aber ihre Anordnung scheint nach einem seltsamen Prinzip verändert,

20

Geschenke, auf einem Laufband präsentiert, …. das Laufband (vgl.: das Vehikel der Präsentation, die Sprache) ist selbst ein Geschenk (und Erzeugnis des Traumes)

21

Der Stoff, aus dem die Träume sind, wird auch der Nimmergleiche genannt. Die groben Leinwandträume, in denen gestorben wird, sind schwer von ihren Flecken zu entfernen.

Vgl.: Verschiebung von Kausalverhältnissen und weltdurchsetzten Erfahrungen …Flecken von denen die Leinwand entfernt wird,… Träume und das Schlaflaken,(konventionell) Stoff Traumstoff = BettlakenGewebe und Gewebe des Traumgespinstes, etc.

…dieser Traum schimmert regelmäßig, aber selten in falscher Wahrheit und gibt sich überheblich.

Vgl.: „falsche Wahrheit“ wird akzeptabel, … was ist falsche Wahrheit überhaupt, Lüge? Falschaussage, …etc? ..vielmehr stellt sich die Frage nach der Möglichkeit von Wahrheit, …

23

Und die Träume meiner Frau, die ich seit heute meine eigenen nenne.

Vgl. der FREMDE TRÄUMER und die anEignung, die Fremdheit der Traumerfahrung in ihrer Ambivalenz von Eigenem und dem Anderen, ..

Die Unbekannten wurden mir ins Ohr geflüstert,

unbekannt, ins Ohr – als/durch Sprache vermittelt, geflüstert – ein Säuseln, Lispeln = kaum modulierte und hauchend artikulierte Worte, Pausen, Sätze, … eine Erzählung, die auch durch die Pausen, das Ungefähre des Erinnerns, Korrigierens, und den behaupteten Gewissheiten in seiner erzählerischen Gestalt bestimmt wird.

… in den frühen Morgenstunden, als das Kind noch unruhig schlief

Traumsituation, der Wachreiz und das Verweben von Morgen– und Nachtschleiern

Ich kann mich beinahe dahinter verstecken..

Rumpelstilzchen und das Versteckspiel als Erfahrung von Präsenz und Abwesenheit, wodurch der Sinn nie fixiert, fest-gestellt werden kann und dennoch eine Wort- Textform wird.

24

Träume und Erinnern, mit der Bitte um ein Beispiel (von der wachen Träumerin)

Warum im Träumen ein Erinnern anscheinend besser funktioniere, sei auf die Scheinbarkeit des Wachzustandes zurückzuführen.

Anscheinend — AnSchein: Licht das auf einen Gegenstand fällt und ihn sichtbar macht, etwas anscheinen, aber auch Zweifel provoziert, anscheinend, da es den „Anschein“ hat, … die SCHEINbarkeit, etwas ist erhellbar, also besteht die Möglichkeit Es zu sehen, im TagesLicht des Wachzustandes, wobei dies in Ambivalenz gefasst wird, scheinbar spielt mit der Tatsächlichkeit, die die Möglichkeit des dennoch Anderssein von der Position desjenigen, der bewertet und beurteilt, mitschwingen lässt.

Erinnern und Erhellen, gängige Gedankenbilder, wodurch die Sprache, der Anschein der Sprache, umgewendet wird um in der dunkel gedachten Vergangenheit, jenseits des Lichtes der erhellenden Gegenwart, dem Erinnerten Konturen zu geben, oder es erst im Lichtkegel der Vergegenwärtigung aufzufinden oder gar zu erschaffen, … denn das Konzept des Erinnerns selbst ist eine methodische Konstruktion und Festlegung: wird etwas vorgefunden das vorliegt, eine unwandelbare, klare oder wandelbare „Substanz“ hat, … etc. Schließt an Subjekttheorien und implizite Persönlichkeitstheorien an.

Im Traum gibt es keine Wände – generalisierende Traumideologie der Träumer

25

Zauderer, … Was uns als Nichthandlung erscheint, ist tatsächlich eine große Tat, … er antizipiert in seinen Träumen die Ereignisse, erleidet ihre Zukunft gegenwärtig, ..

Die Traumerfahrung in der Vergangenes und Künftiges als Gegenwart erfahren wird, bekommt durch die Differenz zum Aufwachen, dessen Pforten durch die Wachen eines anderen Regimes bewacht werden (Wachen müssen immer wach und wachsam sein, sie kennen den Schlaf nur, wenn sie nicht auf Posten sind,… wir selbst sind immer nur mit Wachen, wechselndem Personal im Kontinuum des Wachens, konfrontiert, … das zum Zeichen des andauernden Regierungszustandes, der all-gegenwärtigen Macht wird, … Macht/Nacht = selbst wenn wir schlafen, im Traum gibt es nur ein scheinbares Entkommen, das wir als Freiheit und eigene Allmacht/Allnacht erfahren, solange wir dem Träumen das Scheuen von Wildtieren zuerkennen, die wir nur manchmal und meist zufällig auf einer Lichtung erblicken, denn sobald wir diese Lichtung betreten, gar in einem Hochsitz verschanzt auf etwas warten/erwarten, erstreckt sich die (Realitäts-)Macht bis hierher auf den anderen Schauplatz, da wir erst im Aufwachen und danach alldas entbergen können, was wir in der Geborgenheit des Träumens verborgen glaubten. Alldas wurde uns nur geborgt und wir treten als Schuldner an den Tag. Aufwachen! … ein anderer Realitätsstatus regiert, lässt uns reagieren!

26

Die Frage des Moderators, wie sie sich denn ihr Traumhaus vorstellte, führte sie, wie neuerdings oft, an die Wortwurzeln des Kompositums.

Heimat der nicht immer kontrollierbaren Stoffe, …

Kontrolle und Kontrollverlust als traumvermittelte Grunderfahrung in mehrerlei Hinsicht: Freiheit und die außer Kraft gesetzten Gesetze des Wachlebens, aber auch der im Träumen artikulierte Kontrollwunsch und erfahrener Kontrollverlust, die Nichtsteuerbarkeit des Geschehens durch eigene, motivierte Handlungen, …

Archiv aller möglichen oder schon von ihr durchlebten Phantasien

Möglich = erträumt, entworfen, vorgestellt: phantasiert

Schon durchlebt = Tagreste, Erfahrung und Erinnerung

Moderator – (Bühne, im Blick des-) – Publikums (das Publikum als Instanz und Repräsentant von Ich-Anteilen)

27

..die andere Hälfte des Satzgedankens… als kolossal empfunden, … dort seine eigene Sprache spricht, … vgl. Fremdheit als Sprachfremdheit und unverstanden, … dem eigenen Verstand fremd, …

28

erlebt wurden, …ein spontanes Erscheinen nicht nachvollziehbarer (Fremdheit, einer anderen Logik folgen, flottierend, wandelbar, …) Erlebniszusammenhänge, … die er heimlich Selbstgespräch nannte, konnte jederzeit geschehen.

Beobachtungen (des Traumgeschehens, Träumens, …): verinnerlicht, systematisiert und analysiert = der Traum als Selbstgespräch … die Nächte, die sich jeder Fixierung widersetzen, ..das Vorwort durchkreuzen (durchstreichen)

Die Heimat der Methoden und ihrer Gedanken war ein geteilter Ort, seitdem er wusste, dass dort auch die übrigen Bilder (keine Worte? Bildvermitteltes Träumen) gezeugt (sexuell! Vs.: erzeugt und Zeugenschaft, Zeugnis ablegen, ein Zeugnis ausgestellt bekommen, … ErZeugnis, ..) wurden … die Interferenz zwischen den Vorstellungen und den Dingen, die inzwischen

29

Unerklärlich (Verwunderung), … die Figur des Detektivs (Detektor, der registriert, er-spürt, Spuren aufnimmt, …der in eine unklare Sache eine schlüssige Erklärung bringen soll, den Fall aufklären = feststellen was der Fall ist, das Gefallene (die Gefallenen) aufheben, bewahren = sich aneignen um es zu einem stimmigen BildGanzen zusammen zu setzen, damit es gefällt, ein Urteil gefällt werden kann)

31

Schwierigkeit des Erinnerns und der emotionelle Nachhall von Hetze und Jagd, ..

Nicht das Berichtete, sondern die Art und eise wie es erzählt wurde, war eindrücklich, …. mit geschlossenen Lippen nämlich und ihrem Blick fest n mir vorbei gerichtet.

(Vgl. auch hier wird eine Abschlusspointe gesucht!)

32

Über das Gelächter am anderen Ende des Traumes, …

(Vgl.: Gelächter, Mund Zähne, Tränen, … im Sinnumfeld der Metapher das Bild vervollständigt, …)

Ich wachte auf in einem Haufen verkrusteter Tränen und schüttelte ihn aus den Federn.

(vgl die Agrammatikalität und verschiedene Bezüglichkeit, die auf etwas außerhalb des konkreten Satzes, im Ganzen der Erzählung oder jenseits davon verweist, …)

33

Im Blick und Blickwechsel wechselt das Geschaute, ..

Wunden der Kindheit und die „geheilte Zeit“

35

Prostitution und Wahrheit, … (vgl.: Wahrheit und Wahrhaftigkeit: um wahrhaftig zu sein die UnWahrheit sagen (müssen)), …

Sie sucht sich ein Opfer, wie einst , … Heute nacht wird es die Wahrheit sein. Und mit ihr dieser Bericht: (vgl.: Fehl/Falschschreibung verschobene Ebenen zwischen Substantivierung, Prädikat, … etc. , …) (…die Einbeziehung des Aussagenden in die Aussage, paradoxale Verschränkung, etc.)

40

mündliche Beschriftung und fehlende Buchstaben, es sei lesbar, dennoch fehlt ein Buchstabe, … das Wort wird provisorisch geflickt, …

42

Worte, die einen eigenen Wortsinn im Traum haben, … etwas, jemand, ..über das/den nicht gesprochen erden kann, … der Sprache entzogen ist, jenseits der Darstellbarkeit, nur das Wissen über den Verlust existiert, …

43

„Die Träume meiner Frau“ geschildert, damit sie im Gedächtnis bleiben, …selbst erfunden, …

45

„naive“ Traumtheorie

der Traum habe ein aufdrängendes Bewusstsein (aufdringlich, anzüglich, …)

sei nur in kleinsten Teilen von uns,nicht in unserem Steuerungsvermögen, ..

…Die Dinge führen Zwiegespräch über unseren Köpfen, … Wir sind (den Träumen) egal, …

(vgl.: außerhalb von uns, vgl. auch: durch uns hindurch als Medien, Wirte, …)

47

überquellender Breitopf als Endlosgedicht, …die vergessenen Worte, die dem ein Ende setzen, …die zunehmende Essbarkeit der Welt, Wortbrei, zugebreit, …amorphe Kinderspeise als undifferenzierte Wahrnehmung des Mutterspendernahrungskörpers, bis sich Worte finden und das Sprechen, Benennen, Verlangen und die Differenzierung der Welt beginnt, …

(vgl.: was ist zu erwarten, eine Geschichte die in KurzForm – Stenogramm, Telegramm, ..nacherzählt werden kann, oder ein Text, der in sich relational und referentiell ist und demnach Wortgebunden wiederverfasst werden muss, ..)

48

(vgl.: die Bildlichkeit und visuelle Erfahrung lässt sich nicht in Kurzform darstellen, …wuchtige Gebirgslandschaften, salzsaure Flüsse, …. bleiben bildlos, interessant wäre die Transformation von Seh- in Geschmacks-, Geruchs-, …. Empfindungen etc.)

51

vgl. Gedanken und Alltagserfahrung traumähnlich gestalten, als wäre es traumberichtet

55

Erinnerungen als Fotos gedacht, im Traum erfahren, der Schrecken von überbelichteten, verschwommenen Relikten dessen, was als Verdinglichung auf-bewahrter Erinnerungen gelten sollte.

56

Das Träumen eingestellt, nur eine weiße Wand zu sehen (vgl.: Projektionsfläche oder Hängewand für Bilder), …

59

Träume, die zu den Behältern ihrer selbst werden und in ihrer Art von scheinbar allen geträumt werden, …sie (die Träume) wissen das (?) und sind ihrem Wesen nach sehr stolz

61

ungehemmte und direkte Emotionen und Benennungen, harte urteile und Selbstgerechtigkeit im Gestus von Allwissenheit und Definitionsmacht (GrößenSelbst)

62

der konkrete Beschreibungsgestus, … Unser Blick fällt, …. und andere konventionelle Anfänge, … wenig reflektiert das „Unser“, ..“Mein“, …’“ihr“, … etc. …auch die Verwendung der Ansprache des „Du“, … das gibt den kurzen Texten einen anderen Charakter, … jenen der phantasierten Mitteilung, an eine Instanz des (erdachten) Partners, … (vgl. auch 66)

64

Beschreibung von Schmerzen, oder auch von grauenhaften Erfahrungen, all dies mir seziererischer Kühle und der Abwesenheit von Gefühlen als Merkmal der Dissoziation im Traum, …

69

Er tut hinein sein Geld, …

(vgl. infantilisierende stark vereinfachende Sprache, auch das Türschloss „is zuid“, …)

72

ein stilisiertes Sinnbild des Selbst, ….in einer Schachtel mit Aufschrift Ich , viele Seiten, es befindet sich nur ein wahrer Satz in ihr, finde ihn heraus, …etc.

75

der Notizblock neben dem Bett, …um Träume aufzuschreiben, … vgl.: konventionell, ….

79

die Tafeln der Klassenzimmer der Welt,…vgl.: Generalisierung und Allmachtsphantasie, die universelle Allgemeingültigkeit subjektiver Erfahrung, …

80

zu sehr literarisiert und wissensbelastet, … zu wenig umgebildet und zu wenig sprachlich aufgeladen,

82

vgl. eine eigene Sprach-Schreibform hermetisch esoterischer Denkwelten mit ihren magischen Anweisungen und den Glauben an Geomantik, …. Geister und StrahlungEnergien, …. Spukgeschöpfen und Geheimwissen, … Bet- und Zauberformeln, ….Litaneien und Beschwörungen, Fluch und Bannworten, etc, …

(vgl.: der Verlust der Offenheit der buchstäblichen Wortsinnes und der damit eröffneten Varianten, Abweichungen und der damit verbundenen Kombinatorik, … die Generierung von Sinn aus Zeichenkombinationen und Variationen, Abweichungen, … etc. … das anarchische Potential semantischer Energien, die eine Form suchen, sie überströmen, deformieren und, wie die Metapher und poetische Schreibweise, Sinn dadurch generieren, indem sie über Agrammatikalität oder Abweichung und Regelverletzung alle potentiellen Sinnmöglichkeiten aktualisieren und etwas hinzufügen, das sich sinnvoll rezipieren lässt )

87

vgl. die Situation der Ausbeutung, Zweitverwertung und Angst vor dem Verlust der Inspiration , …

vgl.: das interessante an den Träumen sind nicht die erzählbaren Geschichten, sondern die sprachliche Verfasstheit, die sie bedingen, … eine grundsätzliche Offenheit in der sich Sinn durch VerWortung und schreibgefasster VerOrtung in Textgeweben herstellt, …

ein weiteres Kapitel: die Kodifizierung und Indexikalisierung der Träume, Traumsituation, etc. als das eigentliche fiktionale Unterfangen, ….

Droge, Faust, Parsifal











































Quote „In der Küche habe ich keine, wo ich jeden Morgen auf meinem Stuhl zwischen Abwaschbecken und Küchentisch sitze, eingeklemmt, … Die Balkonpflanze, die ich schon bei meiner Mutter haßte, rote Begonien. Die Frau steht noch am Fenster, …“ (o.S.)
Source Droge, Faust, Parsifal. Autor Einar Schleef, Verlag Suhrkamp, 1997, 494 Seiten
Keywords Balkon, Pflanze, Stuhl, Töpfe, Feige, Sonnenblume
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@etkbooks twitterweek (20120218)

hätte heiner müller das unterschrieben? / @mykke_ “merkelraute” ? (hat sogar schon 34 einträge im grossen lexer.) / nbp: Finkerlinkfink, Zisspenzia bit.ly/A6t9IJ / künftige medienarchäologen machen komparatistische analysen von wulff-guttenberg-zeitstrahl-orchestrierungen. / @stoffelstab hatte den shitstorm wegen klandestinizitätsschmerzen schon gelöscht.wo sies aber doch geknackt haben, gehörts hier wieder hin. /Es steckt ein Hitler in Storms Schimmelreiter. Hat schon jemand beim Spiegel bescheid gesagt? @etkbooks #Pferd / schlacht um kracht #alaaf / nbp: Jede Negation beginnt mit einer Bejahung der Zeit. bit.ly/w5D9v7 / Marzepanfiguren hat die Natur wohl geknetet, und jeder ihre schöne Sentenz in die Eingeweide verbacken … / nbp: Concert bruitiste (notula nova supplement 22) bit.ly/wSv7nA / lobo ist durchschnittlich mindestens 4 mal besser als kracht trunc.it/j94ta / clever. die diez-rezension als pr-konstrukt und virales marketing. / er ist auf eine leise art sehr laut. / nbp: Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 01/2012) bit.ly/AjOR6X / druss druss druss. #uberdruss / goistischer empathieterror. / Wir griffen nun betend zuerst ins dunkele, und applizirten uns einen tüchtigen Klecks. / Schmetterling aus Beton. /Wohlan: ein Mann ein Wort, viel Mannen ein Buch, alle Bücher Journale, heute im Fluge, morgen Maculatur. / Hat der alte Wahnsinn junge närrische Brut von sich gegeben, dann geht er zu Bette, und wird klug und gescheidt. / PLUS: http://differentia.wordpress.com/2012/02/08/wuchernde-systeme-ohne-ruckkopplung/#comment-2732 Kommentar zu Wuchernde Systeme ohne negative Rückkopplung von ANH /



(wucherndes system ohne rückkopplung)

Concert bruitiste (notula nova supplement 22)

Nachtrag zu Spieltheorien (notula nova 31)

Hugo Ball

Simultan Krippenspiel (Concert bruitiste)


Aufführung: »Große Soirée« am 31.5.1916 in der »Meierei« in Zürich, Spiegelgasse 16.

Vorgetragen von Hans Arp, Hugo Ball, Emmy Hennings, Marcel Janco, Marietta di Monaco, Tristan Tzara

Ein Krippenspiel. Bruitistisch

I. Stille Nacht.

Der Wind: f f f f f f f f f fff f ffff t t

Ton der heiligen Nacht:

hmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm

Die Hirten: He hollah, he hollah, he hollah.

Nebelhörner. Okarina – – – – crecendo. (Steigen auf einen Berg) Peitschenknallen, Hufe.

Der Wind: f f f f f f f f f f f ffffffffffffffffffffffffffffff t.

II. Der Stall.

Esel: ia, ia, ia, ia, ia, ia, ia, ia, ia, ia, ia, ia, ia,

Öchslein: muh muh muh muh muhm muh muh muh muh muh muh muh (Stampfen, Strohgeräusch, Kettenrasseln, Stoßen, Käuen)

Schaf: bäh, bäh, bäh, bäh, bäh, bäh, bäh, bäh,

Josef und Maria (betend): ramba ramba ramba ramba ramba – m-bara, m-bara, m-bara, -bara- ramba bamba, bamba, rambababababa

III. Die Erscheinung des Engels und des Sterns.

Der Stern: Zcke, zcke, zcke, zzccke, zzzzzcke, zzzzzzzzcccccccke zcke psch, zcke ptsch, zcke ptsch, zcke ptsch.

Der Engel: (Propellergeräusch, leise anschwellend, tremolierend, bis zu erheblicher Stärke, energisch, dämonisch)

Ankunft: (Zischen, Zerplatzen, Bündel von Licht in Geräuschen)

Lichtapparat: flutet weiß weiß weiß weiß weiß.

Fallen aller Mitwirkenden: erst auf die Ellbogen, dann auf die Fäuste. So, daß zwei Geräusche entstehen, die zusammenhängen.

Plötzliche Stille: – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

IV. Die Verkündigung.

Geräusch der Litanei: do da do da do da do da dorum darum dorum do da do, dorum darum, dorum, darum, do da do, do, doooo.

Tutti: Muhen, Iaen, Ketten, Schalmeien, Gebet, Stern, Schaf, Wind.

Stilisiertes Lachen: H a ha. haha. haha. haha. haha. haha. haha. haha.

Steigerung bis zu höchstem Lärm. Tanz nach gepfiffener Melodie

Der Engel: Dorim darum dorum darum, dorum darum, dododododododododooooo (das Ende des »doooooooo« sehr schmerzlich und bedauernd)

V. Die heiligen drei Könige

Der Stern: Zcke zcke ptsch, zcke zcke zcke zcke zcke ptsch! zcke zcke ptsch! ptschptschptschptsch. zcke zcke ptsch ptch ptsch.

Die Karawane der drei Könige: Puhrrrrr puhrrrr (Schnauben der Pferde, Trampeln der Kamele).

Die drei Könige: rabata, rabata, bim bam, rabta rabata, bim bam ba, rabata rabata rabta, rabata bim bam. bim bam. bim bam.

Glöckchen der Elefanten: Bim bim bim bim bim bim bim bim bim

Flöten

Trompete: Tataaaaaaaaaaaa! tataaaaaaaaaaaaaaa!

Schnauben der Pferde: Puhrrrrr, puhrrrrrrrr, puhrrrrrrr.

Wiehern der Pferde: Wihihihihih, Wihihihihlhi, Wihihihlhih.

Kacken der Kamele: Klatschen der Hände mit sehr hohler Fläche.

Der Stern: Zcke zcke zcke ptsch!

VI. Ankunft am Stalle.

Eine Kerze leuchtet auf. (Der Saal war vorher verdunkelt. Man sieht jetzt die Orchestermitglieder. Sie haben schwarze Tücher umgeschlungen, so daß ihre Gestalt verschwindet. Sie sitzen außerdem mit dem Rücken gegen das Publikum)

Josef: Bonsoir, messieurs. Bonsoir, messieurs. Bonsoir messieurs.

Esel und Öchslein: Ia ia ia ia ia ia a ia, muh muh muh muh muh muh

Geräusche von Kupfergeräten, Klappern von Kannen, Stoff-, Taft-Geräusche, Gläsertöne, Schöpfen, Rieseln, Schlüsselgeräusche

Josef: Parlez-vous français, messieurs? Parlez-vous français, messieurs?

Die heiligen drei Könige: Ah, eh, ih, ohm, uh, ah, eh, ih, oh, uh! aih, auhh, euhhh, eh ih, oh uhhhh! Ahhhhhhhhhhhhhhhh!

Maria (pfeifend): Schlaf Kindlein schlaf! Schlaf Kindlein schlaf! Schlaf Kindlein schlaf! Schlaf Kindlein schlaf!

Josef: kt, kt kt potz! kt kt kt kt Potz! kt kt kt kt potz!

Jesus: schmatzend schmatzend schmatzend schmatzend schmatzend.

VII. Die Prophezeiung.

Plötzliche Hammerschläge. Nageln. Rattern. Klappern.

Zurufe der Knechte: He hollah! he hollah! he hollah!

Zymbeln, Pfeifen, Johlen, Volksmenge Bellen.

Die Pharisäer: Rabata, rabata, rabata, rabata, sallada, salada, sallada, sallada, sallada, sallada, sallada, rabata bumm, rabata bumm, rabata bumm, rabata bumm.

Die heiligen drei Könige: oh oho oh oh oh oh oh oh oh oh oh oh (sehr schmerzlich)

Esel und Öchslein (sehr schmerzlich): Muh iahh, muhhhhh, iahhhhh, muhhh.

Lamm: bähhhhhhh, bähhhhhhhhh, bähhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh!

Klagelaute der Maria: Ahhhhhhhhh, ahhhhhhhhhh, ahhhhhhhhhhhhhhhhh!

Glocken und Glöckchen: Bim bam bum, bim bam, bum, bim bam, bum. Gong gong.

Nageln: – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

Und da er ward gekreuzigt

Da floß viel warmes Blut.

Krippenspiel

I.

Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei ihren Hürden. Die hüteten des nachts ihre Herde. (Wind und Nacht. Ton der Nacht. Signale der Hirten. (Tzara: kleine Laute. Peitschenknallen)

II.

Maria aber und Josef lagen im Stalle zu Bethlehem auf den Knieen und beteten zum Herrn. (Während Ball und Janco beten, diesen Text wiederholen. (Schalk muh, Schlüssel. Arp: bäh, Strohgeräusch.)

III.

Am Himmel aber leuchtete der hellste Stern über dem Stalle von Bethlehem. Und siehe der Engel des Herrn machte sich auf und erschien den Hirten. Und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie. Und sie fürchteten sich sehr. (Stern, Brausen des Engels, ganz stark, dann Cymbel. Lichtapparat und Fallen. (Janco.) Pause.

IV.

Und der Engel sprach zu ihnen: fürchtet euch nicht, denn siehe: ich verkündige euch eine große Freude, die allem Volk widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr. (Do da do des Erzengels, dann Freude tutti. Steigerung. Crescendo. Dann: do da do doooooo des Engels)

V.

Und die Weisen aus dem Morgenlande machten sich auf mit ihrer Karawane, mit Kamelen, Pferden und Elefanten, die reich mit Schätzen beladen waren, und der Stern führte sie. (Stern, Wiehern und Schnauben der Pferde, Gang der Elefanten, Sprechen der Könige, Trompete. (Tzara; Arp), Glöckchen. Der Stern. Alles schwellend und abschwellend)

VI.

Und sie fanden den Stall und Josef begrüßte sie. (Bon soir, messieurs) Rabata rabata. Muh. Bäh.) Aber Josef verstand ihre Sprache nicht. (rabata, rabata.) Tzara: o mon dieu, o mon dieu (Schlaflied Emmy, Ah eh Tzara ih oh der Könige. Dann ah eh ih verstummend. Nur noch Gesang der Maria, Laute. Schmatzen des Säuglings und Beten: ramba rambaramba.) Pause.

VII.

Maria aber bewegte all diese Worte in ihrem Herzen. Und sie sah einen Berg und drei Kreuze aufgerichtet. Und sah ihren Sohn verspottet und mit einer Dornenkrone gekrönt. Und sie kreuzigten ihn. Aber sie wußte, daß er am dritten Tage wieder auferstehen werde, verklärt. (Johlen der Menge). Rabata rabata (Janco), Tzara: Pfeifen. Ball: He hollah! Nageln. Schalk: Klappern. Arp: bäh bäh. Rabata Rabata, sallada. (Crescendo) Nageln und Schreien. Dann Donner. Dann Glocken.

(Quelle)