Die Gadgets der Gesellschaft (notula nova 119)

Attraktion von Literatur -> „die Konfrontation mit einem fremden Bewusstsein, also mit einer anders als üblich erlebten Wirklichkeitsstruktur“ (Kronauer)

Die Waffenfreunde lachen

Und die der atomaren

Folgelasten

Die Bambushexe tauscht ein totes Pflänzchen aus

Der Nachrichtensprecher hilft ihr dabei

Auf ein Neues

Wem gehört die Galerie Amboz in Säriswil?

Gab es je einen Held ohne Stress?

Immer nur den Heldenstress?

Helden mit Brille

Helden, gut rasierte

Helden stinken

Antihelden auch

Antihelden = Helden für Arme

(the proliferation of faddish gadgets reflects the fact that as the mass of commodities becomes increasingly absurd. absurdity itself becomes a commodity) (debord, society)

Und: Gehst du durch, machst du nur zwei Schritte, dann kriegst du gleich einen ab. (Monologausschnitt, Bahnpersonal)

Und: Reiche, ein Bläser von höchstem Rang. (Kennen Sie?)

Zu Abduktionen, Aberrationen: eine sehr feine Aufzeichnungssammlung, wird mehr und mehr zum Aufzeichnungswerk. Kleine Formen, frei flottierend, in der Summe aber aus einem Guss. Sprachlich virtuos, gleichförmig in der differenzierten Betrachtung (vom Konkretesten bis zum Abstraktesten), immer: auf der Höhe, helle.

Und, Barthes, Über mich selbst: (Ursprünglich den handschriftlichen Eintrag auf dem Vorsatzblatt für eine fremde Widmung gehalten, dann festgestellt, dass diese „zum Text“ gehört, en francais: „All dies muss als etwas betrachtet werden, was von einer Romanperson gesagt wird“)

Gedanken unterwegs











































Quote „Briefkästen sind so gebaut, daß der Einwurfschlitz in der Höhe des Autofensters genau mit dem Rand des Trottoirs … Im Ruhezustand hängen diese Lautsprecher an fensterhohen Pfosten, was den leeren, für ein paar hundert Autos …“ (o.S.)
Source Gedanken unterwegs. Autor Ernst Křenek. Verlag Albert Langen, 1959. 296 Seiten
Keywords Kinderwagen, Müllsack, Autos, Trottoir, Briefkästen
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Produced 21.05.2009, 08:11 AM
Added 24.11.2009, 05:50 AM
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@etkbooks twitterweek (20110507)

@frescosecco eine gute idee. aug in auge bin ich ja auch immer weich wie butter. / frescosecco: @etkbooks Spenden Sie davon einfach soviel, wie Sie mit Ihrem Gewissen vereinbaren können. / @frescosecco und: der will sich lob abholen für frisch geputzte benutzeroberflächen und neu gestaltete alert-buttons und menueführungen. / frescosecco: @etkbooks der will nur spielen! / ein datenbank-trainer will mich nächste woche besuchen. #omg / @inadaequat : aus kunstradio.xml endlich mal rss http://feeds.feedburner.com/kunstradio_at gebastelt, damit nun auch mit chumby zu streamen / nbp: “Eine genuin surreale Fabulierlust” (NZZ, 6.5.11 / Perkampus: Guckkasten) http://bit.ly/jpWEWG / heut zerfasert alles …  / nbp: Jenseits http://bit.ly/lp5wUy / kommt morgen wer mit? abstimmungsfest in der dampfzentrale. http://www.dampfzentrale.ch/de/programm.html?show=0&id=1760#e1760 / heavy rotation von lady gaga im drs kinderradio. das erklärt einiges. wenn nicht sogar alles.  / animot #wörter / nbp: Dem Absoluten begegne provisorisch. http://bit.ly/lUK59B / “Das Dokument nach dem Einchecken dieser Version ausgecheckt lassen?” / @goncourt oooch.  / is actually quite happy with its Englisch. / nbp: Zur theoretischen Praxis des Tagebuchs als Literatur (notula nova supplement XV) http://bit.ly/ksm9Ff / nbp: Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 04/2011) http://bit.ly/joMGVD / nbp: Die Assassine http://bit.ly/lqwS0R / stan lafleur fasst den salonsamstag zusammen: http://rheinsein.de/2011/05/01/rheinsein-im-grunen-salon/ / … heute abend, 30.5., als multimediales, systemtheoretisches dramolett: 20.00h im Eigelstein, Koeln / Eintrachtstrasse 14-16, Hinterhaus / “Die Verfolgung und Ermordung Julian Paul Assanges, dargestellt durch die Puppentruppe des Hospizes zu Gutenberg” http://trunc.it/fmj0f /



(die othellomaschine)

Zur theoretischen Praxis des Tagebuchs als Literatur (notula nova supplement XV)

(Korrespondenz mit Martin Lindner, Auszüge)

lieber martin

ich habe ja noch versprochen, dass ich auf dem laufenden halten wollte. herzlichen dank noch mal für den tb-text, den ich mal diagonal, mal intensiver gelesen habe und von dem ich (v.a. in der form der definition) profitiere …

in meinem text (Notula Nova – Notatpoetik und (Ko(n))Textproduktion im literarischen Weblog /AT*), der noch sehr alpha ist, in dem noch einige redundanzen, formale (aber auch sprachliche und inhaltliche) ungereimtheiten vorhanden sind, kommt diese auch in einer fn zu wort. vielleicht magst dus ja gelegentlich mal überfliegen … (freu mich über offenes feedback) … wie gesagt: sehr alpha. aber es wird weiter dran gefeilt …

(…)

hallo hartmut,

danke, superinteressant. im detail muss ich erst noch nachdenken, wo da mein eigener zugang liegt.

spontan: was ich in der habil zum mystifizierenden neomodernistischen schlüsselkonzept der écriture/Schreiben schreibe (Blanchot war mein frühester gewährsmann), ist doch ziemlich deckungsgleich mit “Aufzeichnungen”? bzw. wo beginnen die Aufzeichnungen etwas spezielles, eigenes zu werden?

neugierig, weil es hier nicht daraus hervorgeht: hast du mit meinem (ja recht sparsamen) konzept der “diaristischen aufzeichnung” etwas anfangen können, oder genau nicht? und vermutlich hast du dir eh gerade die abschnitte zu handke, brinkmann und becker schon angeschaut, in denen vermutlich am meisten konkretes zu finden ist. die früheren (gerade auch canetti, oder hohl, jünger natürlich) kokettieren ja eher mit dem fragment-charakter.

bin gespannt auf weiteres!

herzlichen gruß

martin

lieber martin

ganz herzlichen dank für die anregungen!

mit blanchot habe ich mich derzeit – muss ich gestehen – noch nicht beschäftigt. écriture-konzepte kenne ich vor allem von barthes. Aber ich vermute auch, dass écriture (auch: als “haltung“) und aufzeichnung (als dessen ergebnis) sehr viel miteinander zu tun haben. wo das eigene, oder auch: so etwas wie eine spezifische poetik anfängt, denke ich, kann sich aus unterschiedlichsten variablen bedingen. so etwas wie ein “homogener stil”, der fokus auf einen bestimmten beobachtungsausschnitt, das, was zur kenntnis genommen wird UND eben genau auch das, was nicht, bestimmte collagetechniken … usw.

handke und brinkmann sind in deinem text sehr vertreten. über die bin ich natürlich auch gestolpert in den sekundärliteraturen (fn1) … deine tb-definition war mir sehr hilfreich, vor allem auch als differenz-konzept zu einem aufzeichnungs-ansatz, den ich irgendwie auszufüllen und zu beschreiben versuche.

die notula stellen ja den “diaristischen pakt” (sehr guter begriff, finde ich) nicht so sehr in den vordergrund. auch nicht die datierung (obwohl zwangsläufig für die technische infrastruktur unabdingbar … aber sicher ist die konkrete datierung nicht so wichtig, schon aber der zeitpfeil (wg. entwicklung wiederaufgegriffener gedanken) … im diaristischen pakt, so wie ichs verstanden habe, gibt es eine unausgesprochene vereinbarung zwischen autor(schaft) und leser, was aber gewissermassen (respektierte) autorschaft schon voraussetzt (?). bei den notula (dadurch, dass darin auch stark mit zitaten und (ausgewiesenem) fremdtext gearbeitet wird, dass sie im blog-kontext zu “schwimmen” beginnen, durch die starke heterogenität des materials (von hartem zeugs bis zu totalem nonsens), der sich dann auch noch in den kommentaren fortsetzen kann), versuche ich ja ein bisschen so etwas wie eine aufspaltung starker autorschaft.

seitens des lesenden wird so vielleicht nicht mehr mit einem “über“autor paktiert, sondern mit einer etwas anderen konstruktion. einer spielerischen und leichten abspaltung … eher: einer funktion zur selbstaktivierung … hinzu kommen noch ein paar oulipo-zwanghaftigkeiten zur textstrukturierung, die ebenfalls konträr zu klassischer autorschaft stehen … theoretisch also, nichts neues, praktisch aber (konsequent durchgezogen und in diesem medialen umfeld) im literarischen feld ja noch nicht allzu lange machbar …

(für mich persönlich ist das ja auch ein bisschen eine arbeit am literaturbegriff. was markt und rezeption angeht, werden narrativ-didaktische literaturen (habe ich das gefühl) immer stärker und präsenter. und mit ihnen das stapelbuch in buchstapeln von grossverteilern. “außertextuelle Wirklichkeiten”, literatur, die ganz konkret bewusstsein abbilden will (oder aus sicht der lesenden: “die Konfrontation mit einem fremden Bewusstsein” (ermöglichen), Kronauer) … solche dinge werden – ausser in speziellen bloggerzirkeln oder literaturzeitschriften – schon gar nicht mehr wahrgenommen. für mich sind solche sachen aber essentiell …

herzlich

hartmut

lieber hartmut,

barthes hat anscheinend massiv blanchot gelesen (mein damaliger eindruck/kenntnisstand). ich habe ein blanchot-buch gelesen (in der biblio), und es war sehr interessant.

diaristische und nicht-diaristische aufzeichnungen: damit hatte ich es mehrmals zu tun. es geht letztlich darum, ob die texte, die die schreibbewegung (auch: montage usw.) spiegeln, an einen konkreten akt gebunden sind oder nicht. also: ob sie eine aufladung erfahren durch die wie immer indirekt präsente wirklichkeit-als-kontext-des-schreibakts. beziehungsweise durch die gelebte existenz. das kann, muss aber nicht sein.

Frischs Tagebuch II wäre ein (verblüffend guter) artistischer text, der diaristik als eine sehr allgemeine folie nimmt, um darin durchaus kunstvolle prosastücke eben als “aufzeichnungen” einzubetten. und im TB I kann man studieren, wie erzählversuche sich verändern, wenn sie als “skizze” präsentiert werden (anscheinend auf R. Walser sich beziehend). von den neueren, falls du es noch nicht gelesen hast, sind die zwei abschnitte zu Jürgen Becker relevant. natürlich dann später auch Botho Strauß (der bei mir nur noch den rand bildet).

ich persönlich fand die (wie verdeckt auch immer) diaristischen texte am spannendsten, weil spannungsvollsten. denn die autoren, die sich vorschnell in die “brillante” reflexion/abstraktion bzw. eben “kunst” verabschieden, haben mich immer genervt. Hartmut Lange fällt mir da ein, als krasser fall. immer da, wo etwas “Aufzeichnungen” genannt wurde, schwingt in der regel schon immer so ein unangenehmer hautgout von “artistik” & Tiefen-Existenziellen-Einsichten-im-Hohen-Ton mit. (wobei ich das ausstellen des künstlichen im gegenteil sehr begrüße.)

für meinen geschmack gut waren immer die, die sowohl bewusstsein/schrift sehr bewusst reflektieren, als auch dabei immer die schmerzhafte spannung zum schrift-gegenteil, also dem durcheinander des trivialen-aber-konkreten dahinlebens, bewahren. Die das absurde der verschriftung eingestehen und zum thema machen.

usw.

herzlich

ein schreiben, das auch “die schmerzhafte spannung” zum schrift-gegenteil speichert, … genau das finde ich auch sehr reizvoll …(bei meiner beschäftigung mit blogs und aufzeichnungsliteratur sowie der erstellung von alben / heften (cahiers) ist mir ja auch mal francis ponge untergekommen (L’Opinion changée quant aux fleurs) … für mich ist der text ja d a s blog avant la lettre …)

lieber martin, du hast mir da ja noch einige seitenflügel aufgetan (frisch etc.), die ich unbedingt mal noch in dieser hinsicht besichtigen muss …

ich melde mich wieder

merci & herzlich

hartmut

*) weiter in Arbeit …

Die Assassine











































Quote „Ich blickte suchend durch die Gasse; dann zog ich mich an die glitschige Lehmziegelmauer hinter mir zurück und entspannte mich. Und wartete. Ein paar Stunden später hörte ich ein Stück Ziegel übers Kopfsteinpflaster schrammen. …“ (S.107)
Source Die Assassine. Autoren Joshua Palmatier, Michael Krug. Verlag BASTEI LÜBBE, 2009. 380 Seiten
Keywords Weg, Kopfsteinpflaster, Gasse, Graffiti, Strasse
Retrieved erste 3 von 5 Keywords in http://books.google.com/
Produced 20.05.2009, 9:11 AM
Added 24.11.2009, 05:49 AM
Time 1:01
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Entry No 0046
Size 17‘349 KB / MP4
Broadcast Public
URL (Video) http://www.youtube.com/watch?v=ZEZAwsRnXbs
Status Live!
Amazon Review „Die Assassine, 2. Januar 2011. Von Svenny W.: Ich muss sagen, dass ich das Buch und die beiden folgenden Teile der Triologie regelrecht „verschlungen“ habe.Dieses Buch ist einfach fantastisch geschrieben und hat eine wunderbare Handlung! Es ist viel Action aber auch viel Gefühl enthalten und alles ist gut „lesbar“ und sehr anchvololziehbar geschildert. Diesem buch haftet eine Glaubwürdigkeit an, dass man nach dem Lesen meinen könnte, in den Flieger zu steigen und nach Amenkor fliegen zu können. Einfach GENIAL!!!! Dieses Buch kann ich einfach nur alles Buchliebhabern emfehlen, egal wie alt und egal welches Geschlecht, es ist ein wunderbarer Fantasie-Roman um sich hinzusetzten und das Lesen zu genießen!!! Liebe Grüße, Svenny“