@etkbooks twitterweek (20100403)

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Die Vermayröckerung von Text (notula nova 78)

Joggen: Bewegung gewordene Hysterie. (Ich suchte nach Menschen und fand Konsumenten.)

Und: “Das verkorkste Leben des Weihnachtsbombers.”

Und: das Postamt wird schliessen. Ein trauriger Akt, handelt es sich doch nicht um irgendein zu schliessendes Postamt. (Die Grundversorgung materieller Kuriere bleibt derweil in CH sichergestellt. Man packt Pakete nicht mehr in Papier ein. Man zippt sie und entledigt sich ihrer sofort und geräuschlos.) Es handelte sich um das einzige in Kangerlussuaq. Dort geht man den umgekehrten Weg. Setzt wieder auf Papier. Legt den Schalter um. Macht andere auf. Das ist schade, denn die Versendungen waren einmalig in ihrer Multiplizität, und nicht ihr Transportweg das Problem. Oder die Verschnürung von Idee, will sagen: ihr Medium, Austräger. Hoffentlich werden in diesem Prozess noch die richtigen Haushalte erreicht. Aber ja: Haushalten mit der Zeit. Mit Energien. Irgendwo kann mans auch nachvollziehen … trotzdem … Merci.)

Und, apropos Motorradheld: Warum die zunehmende sz-isierung von Text? Die Vermayröckerung von Text? Warum ist dies zunehmend wieder attraktiv, wie man beobachtet. Man sucht nach Theorien. Es muss da wohl noch etwas anderes geben, als das Zitat einer maroden Hardware. Man denkt in Strukturalismen. An Differenzen, die es im Gesagten nicht gibt. Aber darum geht es hier wohl eher nicht …

(Überhaupt: dasz früher alles besser war, hängt auch mit der hiesigen Kulturtechnik inszenierter Gruppen- und Einzelphotographie zusammen. Alles Lachen, Lächeln fotogenisiert sich darauf und fokussiert auf die Existenz von Person, Technik und Erinnerung in Einheit. Alleiniger Grund für diese Ontik scheint aber nicht die Befindlichkeit der Abgelichteten, sondern eine Feier der seienden Technik mit der Darstellungstechnik feiernden Seins.)

Überhaupt: ist die Aufgabe eines Verlages (entgegen oft zitierter etymologischer Halbwahrheiten) in erster Linie das Verlegen von Ideen. Medien und mediale Differenz als Vehikel bzw. Instrument dieser Aufgabe, sind nur sekundäres, zu vernachlässigendes Begleitwerk, das sich aber zunehmend als Begleitidee in den Vordergrund geschoben hat. Weitere Aufgabe des Verlages ist es, ermöglichte Ideen miteinander ins Spiel zu bringen. Völlig absurd ist es, dies nur als Leibgewordenes in einem Regal mit jew. spez. Ordnung oder als Liste flexibler Metadatenentities zu denken. Der hybride Verlag ist eine cloudgewordene Idee der Ideen. Solche Wolken sind wiederum und immer erneut und vorübergehend zu strukturieren. Zu erfassen und zu benennen. Solchen Wolken sind Namen zu geben (> Nephologie).

Und: schon wieder kein Neuschnee. (Und: schon wieder die Frage, wann sich ein Primärtext in eine Quelle transformiert.)

VII Au / tog / ra / phie

Im Moment und Akt des Schreibens entstehen, diesem Verfahren nach, gleichzeitig zwei unterschiedliche Urschriften bzw. Exemplare eines Textes – dasjenige auf Papier und ein rein Digitales. Welches wäre das “ursprüngliche” oder “Original”? Oder spielt diese Frage hier keine Rolle? (bhfr)

Wie in keinem anderen vergleichbaren Kunstwort ist die Aura der Autographie eingeschrieben. Im Falle der Ichschrift ist eine aus jener Perspektive zu betrachtende, wortwörtliche wie übertragene Bedeutung für das Verstehen dieses Verfahrens (dieser Produktion) notwendig. Die Herstellung der Schrift verzweigt und überträgt sich im Moment des Schreibaktes in zwei mediale Typen. Es wird einerseits ein „handfestes“, materielles (die Schrift des Kugelschreibers auf das Papier, die Gravur ins Papierfleisch) und gleichzeitig (synchron, ja, es wäre sicher spitzfindig zu untersuchen in welchem Millisekundenbereich das frühere Ankommen der einen oder anderen Spur auf dem Trägermedium stattfindet) die Bewegung in Farbe, Gravur bzw. Code in ein (Ur-)Digitalisat (12) verwandelt.

Es wäre also buchstäblich zu unterscheiden bzw. zu fragen, welcher der beiden Originaltypen (dieses Doppeloriginals?, dieses Originaldoppels?) der ursprünglichere, in diesem Falle potentiell auratischere ist. Eine Reproduzierbarkeit (13) im Benjaminschen Sinne wäre im Falle manifester Schrift, die zwar einmalig ist, doch beliebig vervielfältigt (entauratisiert) werden kann, gegeben. Das Digitalisat aber, das ebenso reproduzierbar, und in sich schon Kopie im Moment der Versendung (z.B. qua Weblog und im Moment des Auftauchens in diversen Readern und Archiven) trägt, das eben aber eine andere, weitere Qualität (die der Bewegung) mit einschliesst.

Die textkritische Befragung von Urschrift (Autograph) muss künftig also theoretisch und technisch das Vorhandensein einer doppelten Schrift (Originale: manifest / Digitalisat) mit einschliessen. Was den Benjaminschen Aura- und Werkbegriff angeht, sehe ich die Möglichkeit oder Notwendigkeit einer De- bzw. annähernden Rekonstruktion des Aurabegriffes im Zeitalter der Abbildungsoptionalität originärer Schreibbewegungen. Eine Reproduktion eines Ensembles aus originärer (manifester) Handschrift und Urdigitalisat (weitere Originalitätseinschreibungen: time-stamps, DRM-Wasserzeichen), mag zwar unter erschwerten Bedingungen möglich sein, durch den sinnlichen Doppelcharakter eines so verfassten autographischen Dokumentes gerät dennoch zumindest die Idee oder der Begriff der (einen) Spur (14) ins Wanken bzw. in Bewegung und verändert möglicherweise die Distanz zu einer als idealauratisch gedachten Werkrezeption.

—-

(12) Zur Erklärung dieses speziellen Effektes: Bei der Übertragung der Datei in eine entsprechende Software ist gut zu beobachten, wie sich die Schrift-Bewegung noch einmal vor dem Betrachter aufbaut, diese also nachgebildet wird. Wird also bspw. eine spätere Ergänzung auf der Seite an einer vorangegangenen Stelle eingefügt, so kann das im Vorgang der Übertragung bzw. Sichtung nachvollzogen werden. Das Digitalisat wäre also aus dieser Sicht, gegenüber dem manifesten Autograph, das präzisere, sinnlich mehrstelligere, sodass eigentlich diesem (Digitalisat / Vorgang) eine – so vorhanden – vorrangigere Auraeigenschaft zukäme. Etwas strenger formuliert: es gibt zwei Originale der Schrift. Und Zeichentheoretisch auf die Ichschrift als Bildkunstwerk angewendet: beide Versionen können als Werk aus synchronen wie diachronen Zeichen betrachtet werden. Die Diachronie (die Aufbaubewegung) im Falle des Digitalisats ist hier aber eine doppelte, weil die Schrift als fortlaufender Text, das Fortlaufen ihrer Selbst reflektiert bzw. darstellt.

(13) „Die Aura ist [die] Erscheinung einer Ferne, so nah das sein mag, was sie hervorruft […] was im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit des Kunstwerks verkümmert, das ist seine Aura“ (Walter Benjamin, Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit).

(14) „Die Spur ist [die] Erscheinung einer Nähe, so fern das sein mag, was sie hinterlieߓ (Walter Benjamin, Das Passagenwerk: Der Flaneur).

@etkbooks twitterweek (20100327)

„Erfinde du doch der Drossel ein neues Lied” (das macht doch schon die klingeltonindustrie …) / new blog post: 2007-12-09 des Tags im Segel http://bit.ly/chi1c7 / hätte fast vergessen zu erwähnen: wir fahren jetzt los richtung köln und sind da bis sonntag … / haha, tatsächlich. an klookbooks hat man auch gedacht … / @rittinergomez richtig! noch richtiger: “bunte” (das philosophische quartett: #kerkeling #wanders #friedmann #willemsen) / rittinergomez: @etkbooks: 3sat, quo vadis? // auf alle fälle bunt. / 3sat, quo vadis? / Christoph Hägele: Politische Subjekt- und Machtbegriffe in den Werken von Rainald Goetz und Thomas Meinecke #pipeline / ““gender“” #wörter / new blog post: The Captain Of Her Heart (notula nova supplement VIII) http://bit.ly/b0JEYd / Gendolla / Schäfer (Hg.): Beyond the Screen. Transformations of Literary Structures, Interfaces and Genres. transcript 2/10 #pipeline / der literaturen-fragebogen geht heuer an senta berger. #unfollow #literaturen / http://www.dailylit.com/ … #lbn / @frescosecco trotzdem danke! ich teste auch selber mal ein bisschen rum … / frescosecco: @etkbooks bisher nur ein Hinweis von @andybee auf die Apps von GlobalRadio (UK). “Single station” apps, also nicht in Ihrem Sinne. / @frescosecco merci / frescosecco: What do you think is the best streaming radio app for Android? (asking for @etkbooks) / frescosecco: @etkbooks Da hab ich noch mangelnde eigene Erfahrung, ich zapf aber gleich jene meiner follower an… / @frescosecco gibts da eigentlich ein empfehlenswertes für android? / Wenn dein Pferd tot ist, steig ab. (Indian. Sprichwort) / “Wellensittiche verstehen und artgerecht halten” #falschorder / new blog post: Geistige Landesverteidigung http://bit.ly/cY3C7A / new blog post: VI Emblematik, Allegorese http://bit.ly/c16zUY / tatort (köln): quo vadis? / heute: käse-wurst-salat “achternbusch art” / http://www.weak-records.ch/ / 36:37f /

The Captain Of Her Heart (notula nova supplement VIII)

Wilen: Die Heizung ist nicht angesprungen. Draussen ists wärmer als drinnen. Wir erneuern unseren Zivilisationsbegriff. Was kann schon ein Handy, was das Internet, wenn es kalt ist? Hunger. Wir frieren mit unseren Oberschenkeln am Plumpsklo fest. Die Familie leidet für einen Text. (Den Kindern sagen wir: “Wir spielen Sibirien”. Die notfallmässig angereisten Verwandten wissen einiges besser. (Der Reichtum an gutem Rat). Es bleibt aber kalt. Und Luft. Ein Anruf einer Krankenkasse. (Callcenter, man kennt das ja. Nachfassspam. Prämienspardiskurse. Sie wissen genau, wann sie nicht anrufen sollen. Und tun dies nicht.) Die Verwandten haben ihre Werbe- und Belästigungskorrespondenzadresse dieser Ferienwohnung zugeordnet. Clever!

OMEGA Plus

Sarner Holzfeuer

Innenaussen Kältechoque

Plus OMEGA Plus

(F.M.: bitte übernehmen Sie … sich nicht.)

Kälte ist ein Skandal

Hitze ist ein Skandal

Mittelmässigkeit skandalös

Und das Nichts nicht weniger

(Alles liesse sich an diesen Punkt denken. Nur das Neutrum (noch) nicht. Schweig nun stille, Hochofenhab. Feure an, aber rede nicht!)

Soldor

43210

Und das Maronifach

Burgundia

Parisienne

(Il fumo uccide!)

Ja, Normalität, Ja!

… ist das Mass der Gewöhnung

(Im Nebenzimmer: Lautes Geschrei und Gefluche. Käpten Sabberbarth und Käpten Hummerzwick streiten sich um den letzten Pfannkuchen. Bachmann Art.)

Und, Behauptungsprosa: setzt nicht Welt, sondern Behauptung, in nächster Instanz den Behaupteten und sein Behauptetes in Szene. Das Andere aber sammelt Material, Zeit und zeigt Welt. Nordet diese. Ist von dieser. Das Ergebnis (das Gezeige) will die Machtlust (das Verlangen) jener skandalisieren und verschwindet selbst im Material. Es sieht sich nicht. Will es gar nicht.

Überhaupt: Wer ist der Käpten dieses Satzes?