Das Utopiensische Alphabet (ist011)

I Zit. in Wiebelt, Symmetrie bei Schriftsystemen. Abb. des Utopiensischen Alpgabetes nach Muros // Die Phantasieschriften: Klassen Schemata. “Schrift der Phantasie”: (wie Schrift des Unter[bewu…]). [Versuch einer Klassifikation. Nicht transkribiert weg. problemat. Darstellbarkeit …] II Wurde von mir in Planwirtschaft geschrieben oder hat sich nur Phantasie verschriftet? [I.d.F. Die Schrift einer [pubertären Phantasie], die von einem naturgemässen [vatergenmässen] Wollen entfesselt wurde. Sie würde heute mit wenigen Fragen (peinlichen) der Art: “Willst du mit mir gehen?” dargestellt werden und überlässt den Adressaten den Spielraum durch multiple Choices!] Z.B.: Phantasie-Schriften an Mädchen aus Nachbarklassen, wenn man selbst Junge (15? 16?) ist und geringe Zuneigungen verspürt. (Das andere Gschlecht). Man sollte sie nicht durch sog. Klassenkameraden übergeben lassen. Keine Botendienste. Die Botschaft verkommt. Man wird in doppeltem Sinne [verlacht] werden, den[n] die Überbringer der Epistel werden nicht die Geköpften, sondern die Henker selbst sein. (Man vermutet im Nachhinein ein Eigeninteresse dieser). Solche Phantasieschriften müssen idealerweise so konkret sein, dass ihre Verschlüsselung 1. nicht in solcher Weise erkennbar ist und 2. das Referenzobjekt der Botschaft sich auf keinen Fall im Bereich der Realität verorten lässt. Oder anders: Was so eine[m] Jungen in diesem Moment altersbedingt fehlt, ist ein gerüttelt Mass an Ironie, auf die er sich nach Rückerhalt des zerrissenen Stückchens Papier und der Kameradenhäme mit erhobenem Haupt und einem Lächeln zurückziehen könnte. […] // III Merke: Öffentliche Liebesbriefe wenden sich immer gegen den Absender. Private Verschickungen aber ebenso [,] wenn sich diese öffnen, wenn jeder von deren Öffentlichkeit weiss, ausser dem Absender – vor allem. Nur nicht geschriebene Liebesbriefe, sind Liebesbriefe, die ihren Zweck erfüllen. Diese greifen die Liebe nicht an, sondern [nur sich] selbst. Das Phantastische ist eine Nische des Privaten. Das Kryptische eine des Privaten im Öffentlichen. Die Poesie ist das unvermittelte Ganze. Das, [das] dahinter liegt und [k]eine Wörter benötigt. Oder Träger. IV Das peinliche Alphabet. Wühlt bei Schriftsystemen. Tatsächlich. Die Verarbeitung des Möglichen. Der Echtzeit. Das Verbindende. Gewaesche. Als zwar, zu Gegenmann, als Anschein Monstren des selbst hat sich Phantasie verschifftet? Schiffen an Mädchen die Botschaft vertont, das Papier der Kameraden heime mit erhobenen Herpf. Das Phantastische ist eine Nike des Privaten. Och Träge.

Zweite Reihe (notula nova 46)

Michel Serres Merve Aufklärung die kleine idiomatische Reihe. Die Reihe Idiome … (Am Ende ist es dann soweit, dass es dann trotzdem so gekommen ist. Und: zum oft wiederholten Male wird unsere Arbeit im Bereich der Individualzeit verbucht. Wie kann man aus dieser Richtung noch Solidarität mit eigener, geschlechtsrelevanter Unzufriedenheit über arbeitsmarkttypische Schieflagen erwarten? Wenn, sobald ein gewisser gendergap da und dort überwunden scheint, ein Produkt nach dem Hierarchieschema Realwork / nice work (Hobby) in Hinblick auf das Kapital klassifiziert wird? Uns beschleicht der Verdacht, eigene Privilegien werden nur in ihrem Nichtvorhandensein erfühlt.

Und: Die banale aber wirksame Idee, endlich: Die Buchreihen auch in zweiter Reihe zu bestücken. Einen doppelten Stellraum erzeugen in einem System ohne Ordnung. Niemandem weh tun wollen.

(Die Fahrt heute morgen. Im Windschatten eines Mobitoil. (Zum Znüni reicht man Nektarinen und Hobelfleisch. Alles ist frisch und klar. Man denkt die Kinderstruktur. Man wird zur Frau Papst gekürt in unserer kleinen Präsidialaristokratie. Wir fahren mit: ins Land, das nicht sein darf.

In der Zeitung: Chef der Kriminalpolizei gestorben: als Todesursache nennt die Kantonspolizei “ein plötzliches inneres Geschehen” (Die neue Tasche mit dem Logo, darin nur 1 Bleistift, diesen hat die Reise zerbrochen. Ästhetisches Umdenken. Filzstifthalber. Freihändigkeit.

Und: der Sachbuchautor nebenan: bäckt und macht sich über Atomkraft Gedanken. Schreibt auch an seinen Memoiren. 400 Seiten hat er schon.

Und: Ann Cotten getroffen. Sympathisches Gespräch am Stand. (Wir sind uns einig: Oberfrittenbach ist ein lustiger Dorfname.)

Im Bus zum Bahnhof in Sachen Solothurn. Eine Frau übt ihr Gesicht. (Notabene: in ganz SO gibt es keinen einzigen öffentlichen Abfalleimer. Wir ermächtigen heimlich. Sehen: Armin Senser. Hören: Stakkato-Senser. Sensen-Senser, der wie immer liest. Wie schon vor vielen Jahren. Und nebenbei dasselbe. Wie lange trägt sein Text noch dieses Lesen? Wie lange dieses Lesen noch den Text? Was passierte, wenn sich, über Nacht, die Poetologie erkältete? Pitch shifting Senser.

Der Novitätenbrief

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Kryptopoetik (ist010)

I Zit. Aus Ernst, Facetten mittelalterlicher Schriftkultur: Über figurale Schaltflächen, Figurenalphabete und ikonische Elemente als rekorporalisierte Formen von Skripturalität. // Bin ich ein Bild-Text-Hybrid. Und welches [weiches] Zeichen, wenn mein Körper sich verzeichnete. Initial wird. Und ini[tia]nt. Lege ich mich auf mein Bett (Matratze – Matratzengruft …), rolle [mich] ein, die Arme um die angewinkelten Beine. Bin ich ein G. G wie Geschlecht. Genauer: zurückgewiesenes Geschlecht. Verschmähte Hälfte [Hüfte]. Nach einer nicht vollendeten Liebesnacht. II Wir sprechen hier nicht vom ersten Mal. Aber vielleicht vom zweiten [oder] dritten Mal, das aber ein „Mal“ wurde in ganz anderer Hinsicht. Wir sprechen nicht in oder von Nummern [Namen], den[n] diese teilen sich – nach fast zwanzig Jahren – fast automatisch durch sich selbst. C. war eine langjährige Freundin, Zu diesem Zeitpunkt schon. Und wir verbrachten viel Zeit unter dem Dach. Die roten Vorhänge, vor den Dachschrägen. Teezere[monien]. Selbstgezimmerte Bücherregale. Absurde Poster an den Wänden. Flecken, Brandlöcher auf Allzweckteppichböden. Und natürlich, irgendwann: das Nebeneinander nach rotem Wein. Berührungen. Zu spät. C. betrunken, wie wir [ich] selbst, und der letzte Bus schon lange in seiner Garage. Wir machten [uns] für die Nacht zurecht. Zogen uns aus. (…) Plötzlich war der Impuls weg. Ihrerseits. Und die Körper einander abgewendet. Und die Sprachen einander fremd. Nach langer Zeit danach. Vor allem das Schweigen hat sich in die Erinnerung eingeschrieben. Und ein wenig ihr weicher Körper. Weiss. Und mit kleinen Operationsnarben auf dem Rücken. Nach Jahren fanden wir wieder zueinander. Als Fr[eunde]. Erfanden eine neue Sprache für uns. Sie alterte schnell. Blieb nur räumlich stehen und nicht in der Zeit. Ihr blonder Pagenschnitt unterscheidet III sich heute nur geringfügig von damals. Man könnte es in Zentimetern ausdrücken. D[as] Damals. Und das heute auch schon drei Jahre alt. Als wir das letzte Mal miteinander sprachen. Und sich Wort und Körper [nun] meinerseits wendete. // Ist der Körper Bild und Textteil eines Ganzen. Ist er Randkommentar einer ungeschriebenen Geschichte. Ist er symbolische Kommunikation oder nicht. Und in seiner Einstelligkeit kryptisch. Leben, Erinnerung, Hervorbringung [dadurch] in Kapitel geordnet. Kapituliert. Augenscheinlich, auffällig, in seinen ikonischen Momenten. IV Als Firm salz hoch, die finne test des Buchdrucks, beten, differierendes erteilen. (komische Elemente verblaeuen, beherrscht von ilse Gingen. Und verseift ins Want. Wir spielen nicht Mimen. Absurde Röster. typisch Göde Beheizende nach toten Wein. Beinling. Plötzlich war der Engels weg. der Schergen hat sich eingeschrieben. damals in Zentimeter duschen. heute auch interne Spule. karger Bild. Radlerinnen treue ungeschriebenen Gedichte.

Mehrwissen Flieder (notula nova 45)

Seit heute darf ich das Schreiben von X.Y. nicht mehr als bildungsbürgerlich bezeichnen. Warum? Weil es sich aus meinem Mund so verächtlich anhört. Dabei: wäre es doch auch mein innigster Wunsch selbst so wahrgenommen zu werden. Nicht wahr? Ach was!, ich erspare Ihnen den Fortgang meiner weiteren Argumentation und die Abstellung dessen ins Reich des Reaktionären. Sprechen Sie doch mit meinen Söhnchen über Literatur und ihre Protagonistensysteme.

wissen des flieders

april is the marchest month

und auch die bäume

Überhaupt: das Lorem Ipsum TV. (Das Schriftstellersein und das Angehender-Schriftstellersein. Jenes spielt sich im Jetzt ab. Und dieses in der Zukunft.)

T.B. denkt Hermes Phetberg und Bert Brecht zusammen. Als abschliessendes Bild. Als Menschsein – Tragik – Zeitlosigkeit. Bereicherung. Wir reichen uns die Hände. (Noch auszutragen: Die Wahl von Mister und Miss, nein, von Homo Neutrum.)

Am Salix repens Iona: 4 Eier (bemalt), 5 Sternchen (uni), 1 Entchen (gelb). 10 Freunde sollt ihr sein. (Lovink belieben zu scherzen: Der Fou-Code)

Überhaupt: Neue Zeiten – neue Wörter.

Überhaupt: die Ventilklausel. Denn: Wir riefen nach Arbeitskräften. Und es kamen Deutsche.

Und nicht: das zusammenrückende, das gebrochene Schmunzeln. (Vielleicht muss ich tatsächlich mein Leben ändern. Über eine grössere Lachskala verfügen. Lachbausteine entwickeln. Hierarchisieren und definieren. Einfach nur: Kommunikationsverläufe bereichern. Nonverbale, wörtlicherweise. Und: dazugehörende, weitere Gesten erfinden.

Ein anderes, ein einfaches Rezeptionsmodell:

Was wie Theorie aussieht, ist Theorie.

Was wie Praxis aussieht, ist Praxis.

(Und der Kalauer: Computer sind auch bloss Menschen …)