etkbooks @ twitter

nachdem nun gestern schon christiane zintzen in in|ad|ae|qu|at darauf hingewiesen hatte: hier noch die etwas kleinere notiz in sachen etkbooks. künftig wird etkbooks also auch einen twitterkanal unterhalten, dem gerne gefolgt werden darf. das angebot versteht sich selbstverständlich nicht als primärmedium, sondern als praktisches supplement zu bestehenden projekten. informiert werden wird in max. 140 zeichen über aktuelle dinge des literarischen lebens, betriebs und feldes. aber auch primärliterarische einlassungen sind vorgesehen.

eine weitere besonderheit für registrierte twitternutzer ist die möglichkeit den kontext – hier also nun das spezielle kommentarumfeld – von litblogs.net mitzugestalten. eine einfache signierung eines tweets mit #lbn … und das notat erscheint auch in o.g. kommentarrubrik. alle updates von litblogs.net lassen sich dabei auch über einen eigenen twitterkanal verfolgen …

Quelltext Rituale (notula nova 27)

Eine Sprache auf den Papuas wird unaufhörlich ärmer, da bei jedem Todesfall als Zeichen von Trauer ein paar Wörter abgeschafft wurden. (vgl. Barthes, Nullpunkt, 196)

(Er verbittet sich das Wort “sparen”, er sagt: “vorsorgen“)

Quelltext zur Praktischen Vernunft: < code > < a href =" http://www.nicht-ich.info “ >www.ICH.com< / a > < / code > (Als ich zu Bett ging und als ich wieder aufwachte, brannte Licht im Wohnzimmer der Bambushexe. Weihnachten: Fest der Lichter und der Abwesenden im Schein).

Und: vom lyrischen Ich auch lange nichts mehr gehört haben. Wie es ihm wohl geht? Vielleicht schon lange verblichen? Überhaupt: Muss das Geschriebene immer auch schon eigene Negation in sich tragen. Nur so kann sinnvolle Auseinandersetzung mit Nicht-Text stattfinden. („Die Mitternachtsmesse nur für Steuerzahler” (20 Minuten, 23.12.) Und: ein Schnupperabo für Unentschlossene?)

Überhaupt: Weltwissen Holz. Das frisch geschlagene sollte mindestens 2 Jahre im Freien lagern, damit spezifische Säure ausgewaschen werden kann. (Ein Hörspielseller?: Weihnachten mit den Buddenbrooks.)

Am Nordmanntännchen

Im Krisenjahr Kugeln aus

Recyclingpapier

(Dazu den NZZ-Wirtschaftsteil kleinreissen und knüllen. Kleine Textfetzen und Knüllball einkleistern. 1 Lage roter Fetzen – wahlweise: Hochglanzwerbebeilagen auf die Kugel auftragen. Trocknen. Goldene Geschenkpapierschnur als Aufhänger annähen, ankleben, anheften)

Und: Die Beziehungsdifferenzen. Olfaktorische gegen semiotische Empfindlichkeiten, beispielsweise …

Beim Münchner Micha (notula nova 26)

Draussen tobt die Normalität. Mit dem Münchner Micha feste in der Innenstadt getrunken. Dann ins Fraunhofer, x-cess, Trachtenvogel. Wir stellen fest, dass wir Publikum und Interieur nicht mehr sortieren können, weil … sich alles verändert hat? Oder weil: wir dafür keine Begriffe mehr haben? Oder weil: s. Satz 2? Jedenfalls hat der Micha vor kurzem seine Armbanduhr verloren. Und ich rate ihm vom Kauf einer Neuen ab. Wir diskutieren eine kleine Philosophie der Uhrenlosigkeit.

Und verkrachen uns beinahe daran. Renitenzerhaltungsenergiekopplungen. Subjektivzeitakkumulationsfragen, Signifikation und Symbolisierung durch Leerstelle. Dies zählt alles nichts. Ich versuche die Punkte noch einmal am nächsten Tag zusammenzutragen. Es sind nur noch wenige da.

P.S.: Der Münchner Micha ist jetzt auf löslichen Kaffee umgestiegen. Aber Fair Trade. Und Bio, wie er sagt. Das dürfen auch alle wissen.

2 Jahre habe ich den Micha nicht besucht. Seitdem hat sich viel getan. Er ist mit Partnerin umgezogen. Auf der Toilette gibt es nichts mehr zu lesen. Ich frage ihn, was los sei. Bologna? Er antwortet nicht und legt das Programmmagazin „in“ neben eine Rollenburg. Nach meiner Abreise wird dort sicher wieder nichts liegen.

(Wir beschliessen aber: Ein Museum der Handgriffe muss gegründet werden. Und: vielleicht ist das Schreiben aber auch nur … professionalisierte Innerlichkeit.)

Notstromprobe am Karl-Preis-Platz. Rolltreppenprobleme. Schnellstmögliche Behebungen. (Micha hat sich eine neue Uhr gekauft. Casio. Digital. Das Zwicken an Haut und Haar hat nicht unmittelbar mit dem Neuerwerb zu tun. Seien ganz normale Zeitschmerzen, erfährt man.)

Im Tollwood: “Man kann ja nie wissen, was alles so passiert”. – “Ja, passieren kann schnell was.”

Im Wassermann: Schwaben ohne Schwaben gegen Bayern ohne Bayern. Sprechen der Sprache ohne Sprache. Leichtes Weissbier (2.4 %). Lucio. Cacao. Und andere Bekannte. Alte Streitigkeiten werden überspielt. Stuttgart führt nach 45 Minuten 1:0. Nervöse bayrische Raucher vor der Tür. Alles friert.

Dann: 1:2 gegen die Gastgeber. Apathie. Lethargie. My mourning table, subsound Ländler. No a Weissbier, bittschön.

Dankschön, Micha.

(Auf der Heimfahrt im 4er, 3 St. Gallener Visagistinnen. Wie Oberflächenoptimierung? Wie Sonnenschutz? Wie Sonnung mit dunklem Teint? Welche Zeitschrift und wie lesen? Wie richtig Skifahren? Wie Taschenkaufen? Etwas ist zu teuer: Mama, Papa und Geburtstag fallen mit Weihnachten zusammen. Undsoweiter.)

(Überhaupt: Wohin man überall Dinge schrauben und stecken kann. Ohren, Nasen, Brauen, Lippen, Zungen, Zähne. Selbst im Häutchen (Name?) zwischen Oberkiefer/Schneidezähne und Oberlippe ist noch Platz für einzwei Ringe.)