Randbemerkungen

(M24)

Während dieser Zeit, als die Dinge für uns noch recht rosig standen, machte ich in der Bibliothek der Montague Street die Bekanntschaft eines komischen Vogels. Man kannte mich dort gut, denn ich bereitete den Angestellten alle erdenklichen Scherereien, indem ich Werke verlangte, die sie nicht hatten, sie drängte, bei anderen Bibliotheken seltene oder kostbare Bücher anzufordern, mich über ihre Armseligkeit und die Unzulänglichkeiten der Auslieferung beschwerte und mich überhaupt nicht beliebt machte. Um die Dinge noch zu verschlimmern, musste ich häufig riesige Geldstrafen für zu lange behaltene oder verlorene Bücher (die ich mir für meinen eigenen Bücherschrank angeeignet hatte) oder für fehlende Seiten bezahlen. Dann und wann erhielt ich einen öffentlichen Verweis, als ob ich ein Schuljunge wäre, weil ich verschiedene Stellen mit roter Tinte unterstrichen oder Randbemerkungen gemacht hatte.

Aus Henry Miller: Plexus

Nationale Standards

(M23)

Hier können nur wenige ausgewählte Beispiele berücksichtigt werden. Allgemein läßt sich etwa folgendes sagen: innerhalb der unterschiedlichen Themenkreise der jeweiligen nationalen Belletristik verhalten sich Häufigkeit und Ausführlichkeit der romanhaft-ausgeschmückten oder sachlich-informativen Gestaltung dort beschriebener Bibliotheken proportional zum Bibliotheksstandard des Landes.

Aus Kriebisch, G.: Das Bild der Öffentlichen Bibliotheken in der Schönen Literatur. In: Buch und Bibliothek, 1971, 23, S. 957-959

Grabmal, Zeughaus, Apotheke

(M22)

aus einem Abstract zu: Gerd Schmidt: Grabmal, Zeughaus, Apotheke. In: Bibliotheken in der literarischen Darstellung = Libraries in literature : [Referate des Seminars “Bibliotheken in der literarischen Darstellung / Libraries in literature”, das vom 10. bis 11. Oktober 1994 in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel stattgefunden hat] / hrsg. von Peter Vodosek … [et al.]. – Wiesbaden : Harrassowitz, 1999. S.187