(M16)
In: Dickhaut, Kirsten. – Verkehrte Bücherwelten : eine kulturgeschichtliche Studie über deformierte Bibliotheken in der französischen Literatur / Kirsten Dickhaut. – Paderborn : Wilhelm Fink Verlag, 2004
(M16)
In: Dickhaut, Kirsten. – Verkehrte Bücherwelten : eine kulturgeschichtliche Studie über deformierte Bibliotheken in der französischen Literatur / Kirsten Dickhaut. – Paderborn : Wilhelm Fink Verlag, 2004
Will Kommentar sein
Notizen machen
Vergessene Schirme beschreiben
Warum ich ich sage
Beim Reden über das Wetter
Hartnäckig bleiben in der
Ursachenforschung am
Faceliften Maulfletschen erkennen
Zum Beispiel
Witze
Über das hinkende Kind und die
Helmpflicht im Sandkasten
Meiden der Leinen
Der Blicke der Halter der Hunde
Standard und Substandard denken
Die Antwort
Quält ein gelangweilter Mob
Seine Opfer
Das Leiden
An kleinen Geschichten
Geschichte bezweifeln
(M15)
Nicht darauf, dass man die gleichgültigen Umstände ihrer Entstehung und ihrer allmählichen Vermehrung mit einer ängstlichen Gewissenhaftigkeit her erzählet; …. sondern darauf, dass man zeiget, wozu es denn nun auch der Gelehrsamkeit und dem Gelehrten genutzt habe, dass so viele Bücher mit so vielen Kosten hier zu Haufe gebracht worden. Das allein sind die Taten der Bibliothek: Und ohne Taten gibt es keine Geschichte.
Gotthold Ephraim Lessing, von 1770 bis 1781 Bibliothekar an der Herzoglichen Bibliothek in Wolfenbüttel
Ständig hast dus
mit deinen Händen
geknetet, verbessert, gewürgt.
Und es am Ende bespuckt,
das Fremdsein
unter deinen Füßen
(Ilija Jovanović, Vom Wegrand – Dromese rigatar, S.61, 2006)
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(M14)
Joseph Sebastian Grüner (1780-1864)
Als wir (Goethe und der Magistrats- und Kriminalrat Grüner in Eger am 30. August 1821) zu den Schlossruinen kamen, erzählte ich Goethe, daß die Erbprinzessin von Oldenburg, geborene Großfürstin von Rußland, indem sie die Stauden mit roten Beeren betrachtete, ausgerufen habe: Sehen Sie hier sproßt das Blut der Ermordeten aus.
Goethe äußerte hierauf: Sie hatte Geist, doch führte dieser sie in ihren Äußerungen oft zu weit. So hat sie zu Weimar in der Bibliothek, als der Bibliothekar ihr malabarische Dokumente vorzeigte, und auf ihr Verlangen, den Inhalt zu wissen, denselben nicht anzugeben vermochte, weil er die Sprache nicht verstehe, ausgerufen: Ein Bibliothekar und versteht nicht malabarisch! als ob ein Bibliothekar, bemerkte Goethe, alle Sprachen der Welt verstehen sollte.
gefunden in: Volkmann, Ernst. – Geschichten von Bücherwarten und Büchereien : Zur Ehrung der um die deutsche Bibliophilie so verdienten Deutschen Bücherei in Leipzig, und um die Buchliebhaber zu erfreuen / gesammelt von Ernst Volkmann im Auftrage der Gesellschaft der Bibliophilen. – Weimar : Gesellschaft der Bibliophilen, S.17, 1938
noch einmal Goethe: Aus aller Ordnung entsteht zuletzt Pedanterie; um diese loszuwerden, zerstört man jene, und es geht eine Zeit hin, bis man gewahr wird, daß man wieder Ordnung machen müsse. (Maximen/Reflexionen)