im Skulpturenpark Schönthal
im Skulpturenpark Schönthal
Dass die Untiefe ja keine Tiefe sei (anh), nicht unähnlich verhält es sich mit dem Kraut.
(Ach ja, und nach Recherche, auch mit den Tieren … Dann die Frage nach dem Ding.)
Die Nullstellen. Es wäre gar nicht nötig gewesen, die Fussnägel zu schneiden. Die Fingernägel ja, da war es höchste Zeit. Über die Nägel der grossen Zehen, die schneller wuchsen als die anderen darüber hätte man diskutieren mögen. Reverend May schnitt sie sich trotzdem alle. Nicht der Routine wegen, oder, weil er gerade genug Zeit hatte. Die Ursache, vermutete er im Nachhinein, war seine jüngste Offenbarung der Göttlichkeit symmetrischer Beziehungen, die ihn wie ein warmer Glaube durchströmte.
Als er mit dem Ergebnis zufrieden war, ging er ins Wohnzimmer und kündigte seiner Haushälterin, als diese sich einer Pediküre widersetzte. Es musste sein. Vor diesem Hintergrund verdienten die Verhältnisse eine neue Ausgangslage und mussten zurückgesetzt werden.
Unerklärlicherweise sass ihr plötzlich dieser Detektiv gegenüber. Der Matula-Typ in verwaschenen Jeans und brauner Lederjacke fügte sich bestens in das Tapetenmotiv ein. Siebziger, frühe Achtziger. Sie hatte sich schon gewundert, wann man ihr denn zu Hilfe käme, in diesem lausigen Hotel.
Es war sein erster Fall. Man hatte ihr das Zimmertelefon entwendet. Ihre Schilderung des Tathergangs war äusserst dürftig: Apparat und Kabel wurden von einer unbekannten Person aus dem Zimmer gezogen, wie sie aus dem Augenwinkel beobachtet hatte. Dann wurde die Türe von aussen abgeschlossen, gab sie ihm mit den Händen zu verstehen. Ihr hatte es dann die Sprache verschlagen. Es war sein erster schwieriger Fall.
Die Heimat der Methoden und ihrer Gedanken war ein geteilter Ort, seitdem er wusste, dass dort auch die anderen Bilder gezeugt wurden. Die Niederschrift seiner Hauptüberlegung hierzu, über die Interferenz nämlich zwischen den Vorstellungen und den Dingen, die dazwischen erlebt wurden, also einem spontanen Erscheinen nicht nachvollziehbarer Erlebniszusammenhänge, die er heimlich Selbstgespräch nannte, konnte jederzeit geschehen.
Auch hatte er diese Beobachtungen soweit verinnerlicht, systematisiert und eingehend analysiert, dass er nicht umhin kam, sie “seine Studie” zu nennen. “Der Traum als Selbstgespräch” war so gut wie festgehalten, bis ins kleinste Detail, bis in den winzigsten Wortlaut hinein, wären da nicht die Nächte gewesen, die sich jeder Fixierung widersetzten, aber immer wieder aufs Neue das Vorwort durchkreuzten und das Vorhaben damit verhinderten.
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