IM FISCHHAUS

Radeberger fließt, Forellen werden aufgetragen.

Warum zapple ich am Tisch

Hilfe! rufe ich

Die Kellnerin und eß den Haken.

(Volker Braun, Auf die schönen Possen, S.75, 2005)

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Über das Bildfinden II

aber die sprache,

aber die sprache,

aber die sprache:

dies ständige, ständige,

vollständige fragment

(Thomas Kling, Auswertung der Flugdaten, S.135, 2005)

AUFBRUCH

   Genug gesehen. Die Vision hat sich in allen

Sphären gefunden.

   Genug gehabt. Aufruhr der Städte, am Abend

und in der Sonne und immerzu.

   Genug erfahren. Die Halte des Lebens. – O Auf-

ruhr und Visionen!

   Aufbruch zu neuer Liebe und neuem Getümmel!

(Arthur Rimbaud, Illuminations = Illuminationen, Franz. und Dt., neu übers. von Rainer G. Schmidt, S.24, 2004)

KONDENSSTREIFEN

Federsonne sinkt

Kissen endet Fron

Denken ist so fern

Feind senkt Rosen

Knote dessen Firn

Er findet Konsens

(Stephan Krass, Lichtbesen aus Blei, Gewichtete Gedichte, S.7, 2005)

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Lotusesser

Mehr noch als das mitleid macht uns

Die liebe zu narren die blinde

Verehrung der amputation die

Pathologische lust auf die schönheit

Eines meerjungfrauschwarms zappelnde

Silberbäuche im schleppnetz die nichts

Von ihrer gefangenschaft ahnen nichts

Von ihrer beinlosigkeit von den

Zum garen entzündeten herden wir sehen

Glühend was schon erloschen

Selbst du gott kannst nicht lieben nicht

Sterben ohne deinen leib preiszugeben

(Michael Roes, Kain, S.89, 2004)

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