Der Stoff aus dem die Träume sind, wird der Nichtimmergleiche genannt. Die Leinenträume, die groben rauen, in denen am Ende gestorben wird, sind schwer von ihren Flecken zu entfernen. Die Baumwollträume dagegen verfangen sich in ihrer eigenen Textur, und man befindet sich darin in einem Vormittagsschlaf. Vielleicht liegen deshalb auch ihre Lösungen im unendlichen Flug. Und diejenigen aus Plastik und Acryl, die nicht einmal erinnert werden. Dann dieser Traum aus Organza, regelmässig aber selten, in falscher Wahrheit schimmernd und bedeutend überheblicher.
Kategorie: die träume meiner frau
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Geschenke werden gemacht. Alle Geschenke, die einmal verwehrt wurden, passieren nun auf dem laufenden Band. Ein bunter Schlafsack des Circus Royal. Und das alte Ross, das nicht zum Pferdemetzger gebracht werden sollte. Und hier eine Puppe. Und dort ein Klavier. Als Wiedergutmachung, so die unbekannte Artistin. Und ein weiteres Geschenk. Ein letztes: ein grosser Karton mit Fragezeichen bestickt und dem Zirkuslogo. Was darin sei? Man könne es wirklich nicht beantworten. Und das Laufband, das gehöre auch dazu.
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Und das Durcheinander träumen. Heisst Materna, Mater aller Arten Mutter, im Nu eine treue Ente Namen räumen. Uta, Erna, Arne liessen Murten – Unrat an der Rute – einen Term nur wenige Meter zwischen Tram und Türen raten. Nur Mut! Und uns mit Armen eure Euter besichtigen, die Mauern zum Meer hingestreckt. Räumten munter Metren im Tran Versäumnisse ein, atmen bald Metan zu grossen Numen in die Urne, so rau, so im Nu. Dann die Rente, Urtum der Natur unter Teer, wie sie sich tarne. Lagern Met und Rum im Meta über den Türmen. Ist dem zu trauen? Und Eta ein Ren? Und die Raute? Das Menue a la Carte, dass es eine Art hat. Das Amen am Enter.
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Einer hatte beschlossen, seinen Forderungen den nötigen Nachdruck zu verleihen. Dass ihm nicht vieles, sondern alles zustünde, war ihm von einem auf den anderen Tag klar geworden, und es lag nun an ihm, die Aufmerksamkeit aller auf seine berechtigten Bedürfnisse zu lenken. Also begann er zu schreien, und als niemand sein Schreien hören wollte, schrie er weiter und lauter. Auch in der kleinen Zelle, die man ihm am Ende zuwies, schaffte er es, sich in der Intensität noch etwas zu steigern. Und er schrie, weil nach und nach das Schreien zu seiner ersten und wichtigsten Forderung gehörte, bis er eines Morgens gefunden wurde, der Kehlkopf und die Lungenflügel ordentlich gefaltet auf seinen Schenkeln.
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Im Haus wurde umgeräumt. Bestimmte Dinge werden nicht mehr gefunden. Die Schere, die Plastiktüten, der alte Wassereimer, die rostigen Nägel, die Feuerzeugsammlung, ein Skalpell. Weiter werden die grosse Plane, ein Stapel Handtücher, der Zementbohrer, die mit Kunststoff isolierten Seile, alte Knebel und die Starterkabel vermisst.
Auch die Suche unter dem Dach verläuft ergebnislos. Auch dort allmählich der Verdacht, ein unerwünschter Besucher sei da gewesen. Die Körperteile sind zwar alle noch vorhanden, aber ihre Anordnung scheint nach einem seltsamen Prinzip verändert.