Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 08/2015)

Ich hab in der Nacht auf heute von einem Werk geträumt, einem sehr dicken Buch, auf den ersten Blick bestehend aus ausschließlich alphabetisch nach dem ersten Buchstaben geordneten Aphorismen, und vielen kleinen Bildern, und erst auf den zweiten mit vielen Seiten zum Aufklappen, wo dann ganze Textnoten und x-fach auffaltbare Bilder zum Vorsch(w)ein kämen, ein Werk also insgesamt, das schon nur aufgestellt ganz anders aussah (wegen der vielen Klappmöglichkeiten) als ein normales Buch – potz Donner, wäre das kreativ!

 

 

 

Schanduhr.

 

 

 

Fliegen – Gehen: Abbild einer Erfahrung.

 

 

 

Wenn ich kein guter Schriftsteller bin und mir eine bürgerliche Existenz trotzdem nicht mehr möglich ist: Was müsste ich tun?

 

 

 

Enzyklopädie: Bücher ohne Fragezeichen?

 

 

 

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Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 07/2015)

Ich bin Fisch. Wo ist mein Schwarm?

 

 

 

Metaphysisches Verstehen führe zu einer intellektuellen Liebe der Wirklichkeit. – Wie packt man bloß derart viel Mist in einen einzigen Satz?!

 

 

 

Lungern im Wald ob Nid.

 

 

 

ANTI-HAYDN: Ein leiser und unscheinbarer Ton, gefolgt vom musikalischen Chaos aus unheimlichen Obertönen und abgerissenen Melodien.

 

 

 

WAS WAREN DAS FÜR ZEITEN?

Für P. R.

Was waren das für Zeiten

Als wir noch mit ungeschützten Armen

Durch die Meeresbuchten schwammen

Auf den weißen Linnen des Himmels

Ins Nichts sprangen

Regenrinnen entlanghangelten

Den Zwergen der Welt immer eine Nasenlänge voraus

Fliegende griechische Götter

Wenn uns jemand sah

Beim Sprung ins kleine Loch

Weit unten im steinigen Grund

Oder in Norwegen bei Sturm über Bord kotzten

Und dabei fast mitgerissen wurden

Trotzdem kletterten wir zu Hause erneut

Auf Dächer und ritten die Firste durch die Nacht

 

 

Heute

Drei Erledigungen

Und der Tag ist um

Was waren das für Zeiten?

 

 

 

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Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 06/2015)

Der Blaue Kammerherr könnte auch gedeutet werden als langes Vorspiel, eine Steigerung gegen Ende (umgekehrter Göttersturz) und dann als Orgasmus: Dammi il paradiso.

 

 

 

Oh schwarze Maria von Weinsiedeln!

 

 

 

In der verdammten Gebärmutter musste ich nie Schlange stehen … – Ich habe mehr erwartet vom Leben!

Das einfache Schweizer Volk: Haha, so funny!

 

 

 

Wenn mein Nachlass schon zu Lebzeiten in ein öffentliches Archiv käme: Wie anders würde sich das anfühlen, wenn ich mein Leben in sentimentalen Momenten da durchgehen würde – statt zuhause?

 

 

 

Auf dem Sterbebett ein allerletztes Gedicht (wie die Zen-Leutchen):

 

 

 

Ich war

Ihr seid

Was wollt ihr mehr?



 

 

 

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Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 05/2015)

Literatur setzt sich immer ein auch für alle Nicht-Anwesenden-Wesen: die Träumer, die Toten, die Noch-zu-Gebärenden, die Flüchtlinge, die Verfolgten und Eingesperrten.

 

 

 

Bodenlos lachen im ewigen Sinken.

 

 

 

Die Wanderniere kehrt zurück.

 

 

 

Der Schatz der Silbenfee.

 

 

 

Meine Art, sich nicht in eine Krankheit zu schicken, meine Art, die Welt in Texten anders fassen zu wollen … die Welt nicht einfach so hinzunehmen …

 

 

 

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Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 04/2015)

Wir sind in einem Glashaus, im Elfenbeinturm? – Kunst ist der Notschrei jener, die an sich die Tragödie der Menschheit erleiden. Die sich am liebsten auseinander-setzen, von ihr absetzen wollten. Warum denn nicht gar, häh?!

 

Die Krähe: Gar, gar …

 

 

 

Seit es die Atombombe gibt, kann man gar nicht mehr über die Zukunft nachdenken? – Aber es gab schon vorher die Meteoritenabstürze, den Vulkanregen mit Asche, Asche, Asche, die Eiseskälte mit Rattenwesen …

 

 

 

Der Narr (scheinbar den Straßenstrich vor sich): Slut machines …

 

Sein Begleiter: Mein Herr, die nennt man Schnappfiguren.

 

Der Narr: Ach, kommen Sie!

 

Sein Begleiter: Gern.

 

Die Pappfiguren am Straßenrand: Schnapp!

 

 

 

Lyriker, Du solltest die Vögel kennen: Wie singt die Amsel in Deinem Lied? Was schreibst Du, sagt sie zu den Bäumen? – Ach, was soll der Brunz, geh’ nach Hause und leg die Kassette ein …

 

 

 

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