Ein Fonduekoch geworden sein, nachher

Autobiografie des Familientextes als Serie von Gerichten.

Ohne Familie keine Biografie, Autobiografie. Ist es so? Nein. Den – scheinbar – banalen Familiengeschichten – scheinbar – banaler Menschen ist mit konventioneller erzählender Prosa nicht beizukommen, wenn die Familie als bewegter Transitraum für Bewegung be-trachtet wird. Dann tritt anderes hervor, als wenn sie als Urort, als Heimat, als Lebensborn (sic!, selten wird das so gesagt), als unbedingt Schützenswertes, als Schale oder Grund alles Guten oder alles Übels geschildert wird. Die Personenfiguren von „Familie“ entwerfen sich und Familie in einem fort. In Sprache. In Sprache, die handelt. In Sprache, die erinnert, indem sie sagt. Indem sie Namen sagt, von Gerichten. Die Familie also Transitraum verlangt nach einer andern Sprache und andern literarischen Mitteln. Wandeler-Deck projiziert auf diesen ein vielstimmiges Geflecht aus Personenrede, Fragmenten von Geschichten, von Orten, von Bildern. Die Grammatik erlöst sich aus ihren Hierarchien und lässt die Sätze kreisen, stolpern, tanzen, abbrechen, aufatmen. Ein Fonduekoch mag einer geworden sein. Eine mag scharfe Paprika gefüllt haben mit mildem Rind. Der Raum mit Name „Familie“ als ein bewegter, bewegender, sich verändernder begehrt nach seinem Widerhall als Text, der ihn zur Sprache, ins Sagen bringt. Textfelder, die seine Autobiografie schreiben, lassen lesen. Manche essen davon.

Ein Fonduekoch geworden sein.

Prosa von Elisabeth Wandeler-Deck

Mehr: http://www.etkbooks.com/fonduekoch

Punk Pygmalion – Plunderphonisches – Neues aus der Glockenzone (Werkstattbrief 1/14)

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir freuen uns, Ihnen folgende neue Texte und Arbeiten vorstellen zu dürfen:

Jutta Pivecka

Punk Pygmalion.

Roman in Briefen

Mit Illustrationen der Autorin

Februar 2014, 176 S.

ISBN: 978-3-905846-26-3

Beinahe erinnern die Liebesbriefe an ihre Freundin Emmi aus den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, die M. in ihrem heimlich betriebenen Blog veröffentlicht, in ihrer Unbedingtheit des Gefühls an Briefromane aus einer Zeit der Empfindsamkeit. Damals allerdings stellten sich Erzählung und Erzähler nicht selbst in Frage. Heutzutage sind gefakte Facebook-Profile, falsche Wikipedia-Einträge, und gefälschte Webseiten mit wenigen Klicks zu erstellen. Avatare behaupten, literarische Figuren zu sein und umgekehrt. Was scheinbar harmlos als Wiederbelebung einer alten Liebe anfängt, wird zu einer tragischen Geschichte um Liebe, Freundschaft und Verrat.

You´re making it up“, sagte B., als ich versuchte ihm die Geschichte zu erzählen. Also schwieg ich. Dabei ist dies eine der wenigen wahren Geschichten, die ich erzähle. Eben deshalb wirkt sie erfunden. Ich traf ihn im Sommer 1983 in Berlin. Er war ein Steinmetz aus Aarhus in Dänemark. Wir stießen auf eine Leiche, die in einen Müllsack verpackt im Landwehrkanal trieb. Wir liebten uns unter einem Eisenbahnviadukt. Man sieht sofort, warum B. diese Geschichte für eine – schlechte – Erfindung hält. Ein Mann mit riesigen Pranken, der Grabsteine haut. Eine Leiche, die im Landwehrkanal treibt. Liebe machen im Rhythmus der Züge. „Der Tod und das Mädchen“. Es ist einfach zu perfekt. Sagte B. Aber genau so war es.  (Klappentext)

Mehr: http://www.etkbooks.com/punk_pygmalion

•••

Multimedia (Veröff.: 18.12.2013)

Hartmut Abendschein: Schellendiskursli (Studio Ed.)

Plunderphonisches Sprechstück zum Buch “Schellendiskursli / Schellenexkursli”.

Video: http://www.youtube.com/watch?v=UIrdm8cpguY

•••

NEU als E-Books / Digitale Editionen (http://www.etkbooks.com/ebooks):

Hartmut Abendschein:

Schellendiskursli / Schellenexkursli.

Eine poetische Analyse des “Schellenursli”

mit einem Kommentaressay und zahlreichen Illustrationen

sowie einem Nachwort von Elisabeth Wandeler-Deck


STIMMEN: “Ursli und die wunderschöne Dialektik” (Rez. in WOZ, 5.9.13) / “Nicht nur Linguisten und Sprachwissenschaftler werden ihre Freude am Buch haben, sondern auch generell Interessierte an der Materie und Menschen, die Texte kritisch hinterfragen. Zudem eignet sich „Schellendiskursli / Schellenexkursli“ auch als Lehrbuch darüber, wie man Texte zerlegen und analysieren kann.” nahaufnahmen, 24.08.2013 / “Die Härte der Glockenzone – eine Schelle” in: Salzkristalle und Trüffelpilze, 2.7.2013 / Beitrag und Interview in “Subkutan” Radio RaBe, 3.7.2013

Mehr: http://www.etkbooks.com/schellendiskursli

James Joyce:

Giacomo Joyce.

Originaltext mit Aneignungen von

Alban Nikolai Herbst und Helmut Schulze


STIMMEN: “(…) Bemerkenswert die unterschiedlichen Versionen von «adultery of wisdom». Herbst interpretiert auf den ersten Blick plausibler. Es ist Giacomo, der betrügt, und Herbst führt die «Weisheit» dann in die Kulturgeschichte zurück. Schulze geht weiter weg: Bei ihm betrügt die «wisdom» als ein falsches Orakel. Einen Sieger gibt es da natürlich nicht.” (Rez. von Stefan Howald in: WOZ, 7.11.2013)

Mehr: http://www.etkbooks.com/giacomo_joyce

•••

Veranstaltungen / Save the date:

Hybrido Unreim: Programm #2.

Roland Reichen, Christian de Simoni und Hartmut Abendschein: 18. März 2014, Bern, Heitere Fahne (http://www.dieheiterefahne.ch/), Mehr: http://www.unreim.ch (Nur noch wenige lieferbar: Automatentexte)

Hybrides Publishing.

15. April 2014, etkbooks @ Universitätsbibliothek Bern (Vortrag, Buch am Mittag / BTO)

•••

Online-Publikation:

litblogs.net – literarische weblogs in deutscher sprache (ISSN 1662-1409):

Lesezeichen 4/2013. – 14. Januar 2014

In dieser Ausgabe: Drohnen und Schreibwerkzeuge, lachende Möwen und revanchierte Narben, die Lyrikproduktion im 19. Jahrhundert, alte Bäcker und Krötenschleudern, Lektorate ausgeschickter Fäden, Daniel Odija und Rainer Maria Rilke, schlummernde Brunnen und Glockenumzüge, die lefzenden Felle des Francisco Goya, Wandertriebe und Sitzen auf Bänken, Baldrian extra-stark und Kondome, Originalmeisen, Bootcamps, das Gewesene uvm.

Mit Beiträgen von Andreas Louis Seyerlein, Rittiner & Gomez, Dana Buchzik, Florian Voß, Guido Rohm, Carolin Callies, Mirko Bonné, Benjamin Stein, Norbert W. Schlinkert, Jörg Meyer, Hartmut Abendschein, Michael Perkampus, J. S. Pivecka, Anatol, Stan Lafleur, Marianne Büttiker, Andreas Glumm, Alban Nikolai Herbst, Phyllis Kiehl, EA Richter und Christiane Zintzen.

Mehr: http://www.litblogs.net/inhalt-042013/

•••

•••

Unsere Bücher können über den Buchhandel oder direkt beim Verlag bezogen werden. Ausführliche Informationen über unsere Neuerscheinungen und das Gesamtprogramm finden Sie im Internet unter http://www.etkbooks.com

edition taberna kritika

gutenbergstrasse 47

ch – 3011 bern

tel.: +41 (0) 33 534 9 308

http://www.etkbooks.com

etkbooks @ SWIPS (swiss independent publishers)

http://www.swips.ch/

Litblogs.net Lesezeichen 04/2013

Die Lesezeichen-Ausgabe 04/2013 erschien am 14. Januar 2014.

In dieser Ausgabe:

Drohnen und Schreibwerkzeuge, lachende Möwen und revanchierte Narben, die Lyrikproduktion im 19. Jahrhundert, alte Bäcker und Krötenschleudern, Lektorate ausgeschickter Fäden, Daniel Odija und Rainer Maria Rilke, schlummernde Brunnen und Glockenumzüge, die lefzenden Felle des Francisco Goya, Wandertriebe und Sitzen auf Bänken, Baldrian extra-stark und Kondome, Originalmeisen, Bootcamps, das Gewesene uvm.

aus lorde // goethe

von Rittiner & Gomez

in logbuch isla volante

Video: Schellendiskursli (Studio Ed.)

Auf Veranstaltungen an denen auch der Schellendiskursli-Text als multimediales Sprechstück inszeniert und personifiziert wurde, wurde öfter angeregt, dies doch auch als Video anzubieten, da es sich in besonderem Mass dazu eignete. Voila! Wir haben Kosten, aber keine Mühen gescheut und das Stück nun mit den uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten umgesetzt.

Unserer Autor- und Leserschaft wünschen wir einen angenehmen Jahreswechsel …

Veranstaltungshinweis: Hybrido Unreim (Programm #2) im Café Kairo, morgen, 28.11.

 

… präsentiert sein 2. Programm: Feiern in den Alpen

Beginn: 20h30 / Türe: 20h

In: Café Kairo / Dammweg 43 / 3013 Bern

Mehr: http://www.unreim.ch/

Aus dem Kairo-Newsletter:

(CH) – Diskurs, Exkurs, Disko: Das Dichtertrio Hybrido Unreim (Hartmut Abendschein, Roland Reichen, Christian de Simoni) zerlegt das soziale und kulturelle Erbe Westeuropas.

Lesung – Hybrido Unreim ist auch ihr Stoff, das Leben in der Gegenwart, dieses disparate, alles durchdringende Etwas, auf das man sich oft noch gar keinen rechten Reim machen kann.

Im ersten Teil ihres KAIRO-Programms stellen die drei Hybridos neue Erzähltexte vor über Pädagogik, prekäre Existenzen und extreme Musik. Im zweiten kommen Quellen zur Sprache, die sie in den Texten verarbeitet haben. Es wird laut. Und dann wieder leise.