Ein Abend mit Gerhard Jaschke

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Ein Abend mit Gerhard Jaschke

Ob Collage, Anagramm, Lipogramm, konkrete Poesie oder Scherenschnitt: Die Arbeiten des Gerhard Jaschke sind vielseitig und wirken bis heute. Der Wiener Schriftsteller, der sich selbst im Post-Post-Fluxus verortet, ist zudem Verleger und Mitbegründer bzw. Herausgeber der Zeitschrift für Literatur und Kunst “Freibord” und Lehr- beauftragter an der Akademie der bildenden Künste in Wien.

Einführung: Hartmut Abendschein

Lesung: Gerhard Jaschke

Werkstattgespräch Gerhard Jaschke mit Franz Dodel

Ort: Stadt- und Universitätsbibliothek Bern

Zeit: Donnerstag, 18. Mai, 20 Uhr

“talschlüsse” in Dusi/e (issue four)

ie in Kürze erscheinende, vierte Ausgabe der vorwiegend englischsprachigen Literatur- zeitschrift Dusi/e liegt erstmalig auch in einer Printversion in der Form eines kollektiven Chapbooks vor (42 “chaps“). Die Auflage wurde auf 50 Exemplare limitiert. Darin auch der Text talschlüsse.

Von der Auflage des einzelnen talschlüsse-Chaps sind noch wenige Exemplare vorhanden (= 6, d.h. die Seriennummern 45-50). Gegen eine kurze Rezension oder Verweisung mit Backlink auf “taberna kritika” versende ich diese kostenlos (jeweils nur eines, first come – first serve). Bestellung mit Angabe des Namens, der Postadresse und dem Betreff “talschlüsse” über dieses Formular.

3 Fragen an …

FRANZ DODEL

hab: Dein Neverending Haiku ist jüngst bei der 10000sten Zeile angekommen. Wie gehts weiter?

FD: Es geht. Es kann gut sein, dass sich die Form inzwischen meiner bemächtigt hat, dass ich von dieser (für mich Ideal-)Form gar nicht mehr loskomme. Formen können so vertraut werden, dass sie nicht nur ein Gefühl des zu Hause seins vermitteln, sondern auch etwas wie Lust.

Donald Evans hat während zwei Schüben zu je fünf Jahren nichts anderes gemacht als Länder erfunden und dazu tausende von Briefmarken aquarelliert (deren Perforierung er vorher mit dem Buchstaben O seiner alten Schreibmaschine vorgenommen hat). Eine schöne Arbeit, von den Institutionen der Briefbeförderung jedoch konsequent zurückgewiesen. Irgendwie so geht’s weiter.

hab: In deinem Weblog und auf deiner Homepage findet man nun daraus kleine Fragmente mit dem Titel “Das Stückwerk”. Was hat es damit auf sich?

FD: Das “Stückwerk” ist eine liebenswürdige Geste meinerseits an alle die Lesenden, die sich meinem Text mit guten Gründen verweigern und seine Zumutung zurückweisen: Im “Stückwerk” erscheinen Textfragmente, die zum Lesen maximal 5-20 Sekunden benötigen, eine Art Stossgebete im 5/7 Takt für Nomaden auf dem Arbeitsweg.

hab: Habe ich eine wichtige Frage vergessen?

FD: Die im Augenblick wichtige Frage lautet: Sind meine Hortensien in ihren Tontöpfen erfroren oder nicht? Mein Lamento wird weithin hörbar sein.

Herzlichen Dank für das Gespräch.