bastelanleitung für reader

(autoren helfen lesern – leserfrage nr. 1)

was kann ich tun, dass aus den schnöden readern halbwegs ansehnliche, reclamverdächtige produkte werden?

die gute idee:

drucken sie die reader aus. wichtig: einstellung “2 seiten pro blatt”

zerschneiden sie den stapel in der mitte

legen sie erst einmal den umschlag beiseite und falten sie die restlichen seiten wieder jeweils in der mitte

ordnen sie nun die gefalteten blätter nach paginierung

legen sie diese übereinander und bilden sie einen schönen falz. das deckblatt kann nun in der mitte zerschnitten werden und wird zu vorder- und rückseite ihres büchleins

decken sie nun das gefalzte konvolut mit vorder- und rückseite und heften sie alles am rücken zusammen (1X oben und unten reicht). achten sie darauf, dass die heftung so weit wie möglich am falz geschieht (lesbarkeit, blätterbarkeit)

sollten unschöne überlappungen, ungeradigkeiten etc. entstanden sein: nehmen sie einfach noch einmal die schere und passen sie nach belieben an. fertig.

achja. sie werden sich über die leeren seiten dazwischen wundern. das ist der raum für ihre eigenen notizen. sollte ihnen nichts einfallen: kleben sie sie einfach zusammen (weitere tips)

(XI)

Und wer wagt, gewinnt



Die Ewigkeit kennt nicht das Gewicht

In der Ewigkeit

Ist man ohne Gewicht

Die Waage muss man nicht

Auf Erden lassen

Eine Ewigkeit

Wiegt nicht



Das ist der gravierende Unterschied! Überhaupt: Die Gravur. Mechanisches Verfahren. Handwerk. Etwas geht auf Wanderschaft, auf einem Blatt mit Vorgaben. Das Blatt, die Höhenlinien müssen nur noch abgewandert werden. Dort, ein Wald, wird ohne Kartenwerk durchschritten, bis wieder ein Himmel zu sehen ist. In Leichtigkeit, ewig.

aus: Du zeichnest einen Stern und dabei stirbt ein Sinn seinen kleinen Tod (zum 07.04.)

***

Poetologisches:

Das Strickmuster der 11 kleinen Formen zu Paul Finsterwalds Zeichnungen ist denkbar einfach. Es handelt sich dabei um dialektische Montagen unter Einbeziehung des aphoristischen Nachlasses Finsterwalds. Die Formen enthalten immer drei Elemente:

Den Titel: auch Satz, Frage oder These

Den Aphorismus: qua Definition schon eigenständige, kleine Form. Er wurde eingebaut, wie er vorgefunden wurde, höchstens aber leicht angepasst. Er versteht sich als Antithese zu den im Titel gemeldeten Gemeinplätzen und wird in seiner Dialektik natürlich auch zum Gemeinplatz.

Die Synthese oder Halluzination: Sie soll These und Antithese verbinden und gleichzeitig das Sternezeichnen oder Reflexionen über das Zeichnen und Schreiben assoziativ thematisieren.