Lieferbar: Daniele Pantano – HIMMEL-BIMMEL-BAM-BAM

HIMMEL-BIMMEL-BAM-BAM
Von Daniele Pantano
Mit einem Nachwort von Elisabeth Wandeler-Deck

Nach seiner „Deformation“ von Georg Trakls Gedichten in ORAKL setzt sich Daniele Pantano mit Friedrich Nietzsche in einer weiteren Übung in konzeptueller Poetik und Performance-Theorie auseinander. HIMMEL-BIMMEL-BAM-BAM versetzt Nietzsches Dichtung ins 21. Jahrhundert, um Walter Benjamins Begriff der „Unterbrechung [als] eines der grundlegenden Mittel aller Strukturierung“ zu testen. In diesem Band zersetzt Pantano Nietzsches Gesammelte Gedichte, indem er alle Gedichte in einzelne Zeilen zerschneidet und das so entstandene „Textmaterial“ umstrukturiert, die Zeilen in alphabetischer Reihenfolge nach ihren Wortanfängen ordnet und diese Fragmente über sechsundzwanzig Kapitel, d.h. die Buchstaben des Alphabets, organisiert. Der fertige Text ist, ähnlich wie ORAKL, eine „kontrollierte Mutation“ (Okla Elliott), die „außergewöhnliche Klang- und Sinnmontagen“ (Piotr Gwiazda) hervorbringt und es ermöglicht, Interpretation, Erzählung und Bedeutung bei jeder Lektüre neu zu gestalten und zu verändern. Oder, wie Elisabeth Wandeler-Deck in ihrem Nachwort schreibt: „Dies zuckersüsse Bimbambaumeln lässt eine betörende, heftige Minimalmusik voll neuen Sprachsinns entstehen.“

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September 2022, 134 S., 19 x 12 cm, Broschur
ISBN: 978-3-905846-66-9, €16 / 18 SFr

Lieferbar: Hannes Bajohr – Renga Anger

Renga Anger
Von Hannes Bajohr
Mit einem Nachwort von Anna Luhn

Die Geschichte geht so: 1969 treffen sich die Dichter Octavio Paz, Jacques Roubaud, Edoardo Sanguineti und Charles Tomlinson in einem Pariser Hotelkeller und schreiben in fünf Tagen ein viersprachiges Kettenpoem. Renga – angelehnt an die japanische Gedichtform dieses Namens – übersetzen sie anschließend je einzeln. Im Renga wie in der Übersetzung geht es um Anknüpfung, um ein Weitermachen mit dem, was gegeben ist. Dabei sind die Übertragungen, die die selbst Autoren anfertigen, recht konventionell: Sie bringen das Polyglott des Kollektivgedichts schlicht wieder in die Einsprachigkeit. Hannes Bajohr schlägt eine andere Strategie vor: die Seit-wärtsübersetzung – eine Weiterführung in und Anknüpfung an sich selbst, die nichts neu überträgt, sondern das Vorgetragene neu zusammenträgt. RENGA ANGER basiert auf einem Skript, das die die Zeilen des Originals und der Übersetzungen neu anordnet und so aus dem vorhandenen Material dynamisch eine Unmenge neuer Texte generiert. Der Band hebt an als Remix des originalen, mehrsprachigen Renga; er schreitet fort mit den Einzelsprachen; und er endet mit einer brandneuen mehrsprachigen Version, die nun aus allen existierenden Übersetzungen inklusive der 1983 von Eugen Helmlé angefertigten deutschen besteht – eine Rückübersetzung in den Ausgangszustand, ein Renga 2022, eine Autotranslation.

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September 2022, 76 S., 19 x 12 cm, Broschur
ISBN: 978-3-905846-67-6, €12 / 14 SFr

@etkbooks twitterweek (20220812)

snoretext 6

whew
you
the moon
n.’s
i’m
when
long
in
in
one
in
long
an
an
one
in
in
i’m
to
sununu
i’m
an
in
i’m
when
i’m
one
an
it’s
it’s
i’m
one
one
whew
in
nine
when
some new
in
one
in
this
i’m

***** ins / ums Nicht/s

Der Reiseführer präsentiert alles sehr anmutig. Klar gibt es auch
die üblichen Fakten, Tipps & Orga-Seiten und sogar ein kuli-
narisches Lexikon. Der Großteil des Buches bringt einem aber
diese womögliche Region anschaulich nahe. Was mir gefällt. Ich
freue mich, nächtens die Örtlichkeiten nach dem Muster nirgend-
wo zu entdecken, zu erleben, zu erkunden und zu verkennen.
Die Angaben zur Anreise bleiben exakt vage, für einen solchen
Trip recht gehörig, sind, soweit vorhanden, nett präsent und
glitschig, recht fein anpassbar an Geistes- und Gemütszustände
der verehrten Nutzerinnen. Es erübrigt sich Strecken zu vermu-
ten, zwischen Punkten liegende, so ab Mitte des Führers, Zeiten
werden als flexibel in Abhängigkeit und im Kontrast zur gewählten
Fortbewegungstechnik geschildert, kaum zu entziffernde Siglen
entweisen auf Möglichkeiten von Dérive. Ein hübsch erhellen-
des Nachwort camoufliert eher als es zeigt, wie auf jeder zeitlich
elastischen Reise von Aussicht zu Aussicht jegliche Erahnung
gleich in Vergessenheit absinkt. Bald wird, das wird sanft betont,
ein gluckerndes Nicht resultieren. Die frohe Reisende ruft juhu
oder o je, wie geschieht mir.

– Elisabeth Wandeler-Deck, Zürich, Switzerland