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eine sekunde der liebe

lady chatterleys

ist ein hollywood für immer

ist die liebe der stadt

und ein singender friedhof

mit sehr wichtigen personen

ein glückliches lied

will schweine

holland

zauberinnen

und ein hüh und ein hott

ein kunstlied

will eine kalte eiche

eine helle nacht

und viel beinarbeit in der luft

Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 08/2014)

FEUERBACH UND DER SÜDEN – EINE REISE GEN ITALIEN (REPRISE UND FORT-SETZUNG)

Wenn wir sprechen, sind uns für das, was wir sagen können, verschiedenste Schranken gesetzt: Unter anderem von der Grammatik der verwendeten Sprache, von den äußeren Umständen des Sprechens, von der besprochenen Wirklichkeit, von der Logik. Poetisches Sprechen versucht, sich von einzelnen oder mehreren solcher Einschränkungen zu befreien; und zwar so, dass dabei gegenüber den gewöhnlichen Verständigungsweisen nicht nur eine Störung, sondern zugleich ein Gewinn herbeigeführt wird.

Das kann auch auf die philosophische Grundhaltung Feuerbachs übertragen werden: Die Tatsache, zur Gattung Mensch zu gehören, ist für Ludwig Feuerbach nicht ein das Individuum ausschließlich belastendes Erbe. Sie ist vielmehr Angebot und Herausforderung für den Einzelnen, die Schranken des Stammes zu durchbrechen, innerhalb des Menschseins freier zu werden in der singulären Abweichung vom Allgemeinen. Neben dem sprachlichen Kunstwerk sieht Feuerbach vor allem die sexuelle Sozialbeziehung als sehr direkte Möglichkeit, das Leben individuell zu gestalten: Einfach gesagt schon nur im Gegensatz zu dem, was früher wildes Fortpflanzen war.

Wenn Goethe nun auf seiner Italienreise auf dem Rücken seiner Geliebten die metrischen Rhythmen der gerade entstehenden Gedichte sich vorklopfte (»Oftmals hab‘ ich auch schon in ihren Armen gedichtet / Und des Hexameters Maß, leise, mit fingernder Hand, / Ihr auf den Rücken gezählt, sie atmet in lieblichem Schlummer / Und es durchglühet ihr Hauch mir bis ins tiefste die Brust.«), so vereinigt er genau diese beiden Elemente: In der Liebe die Freiheit der Lyrik (Abweichung) vom sonst vorgegeben Rhythmus des Sprechens und Lebens (Norm).

 

 

Nach der ersten Liebesnacht. Sie werden, sagt er, dieses Zimmer niemals mehr verlassen. Er hat über Nacht die Fenster und Türen zugemauert. Sie aber zieht den Vorhang weg und sieht die Straße draußen, die Menschen, die Autos. Das habe er getreu nachgemalt, ihm gefalle das wie eingefrorene Bild des Daseins draußen. Nein, sie solle das nicht weiter berühren, die Farbe brauche noch etwas Zeit, um ganz zu trocknen. Morgen dann sei es wunderbar. Sie geht und legt sich ins Bett.

Im Moment unseres Sterbens durchleiden wir innerhalb einer Millisekunde unser gerade vergangenes Leben 666 Mal von neuem: die Qual, der Schmerz! (Verriet mir ein kleiner Zwerg mit Schere in der Hand …)

She loves you bla bla bla.

 

 

Ich möcht‘ ins Grab

Mich legen an

Sie

Ich möcht‘ ins

Grab mich legen an

Sie

Alles nur

Nicht ich

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Lieferbar: Entropia, oder Hochzeit auf dem Lande.

Entropia, oder Hochzeit auf dem Lande.

Erzählung

Michael Perkampus

Das hat’s lang nicht gegeben: zerpolterte Pfeifenerde; The Magic Of Porcelain; Akkordeon=Spül, Sechsämtertropfen; das ganze Dorf ein schmuckes Kästchen, von oben bis unten bemalt mit der Farbe Nostalgie, sowas wie das Idealbild des Idafeldes auf Atlantis nach Plato; wenn man sich vorstellt, wie das alles hier einmal lustgärtnerisch entstanden sein muß: Pavillon, geckernde Damen=Echos, Perlenregen, Hütchen: hüh-hotte-reite-bloß-nicht-so-schnell-ich-stürze-ja-sonst; sag doch bitte jemand, daß das nicht meine Zeit ist! Kam ganz gymnós von den letzten Luperkalien zurück. Sag doch bitte jemand, daß das genau meine Zeit ist! Von Festen bin ich ganz angetan; als sei die Zeit gar nicht vorhanden, alles rauschend: die Krähen der Zeit: »Wieviel Cornix bleibt uns denn noch?« : Ich in Schweinel=Häuten; ich vor einer gefüllten Schale Eicheln: ich, Pelasgos. (Klappentext)

“Das ist ein wunderbarer Prosatext. Erinnert an die Wucht des Arno Schmidt, er: der Text schwirrt mir vor Augen und Ohren – haben Sie Dank. Ich freue mich darauf, dieses MS als Buch vor mir liegen zu sehen.”

Friederike Mayröcker

Rosarium Philosophorum. Die chymische Hochzeit von Rex & Regina findet in einem kleinen oberfränkischen Dorf, das allerdings durchaus seine Historie hat, seine Entsprechung in der Andeutung einer festlichen Vorbereitung. Mehrere Entitäten versuchen sich in der Darstellung der Geschehnisse, und immer wieder aufs Neue scheitert deren Versuch. Scheinbar unzusammenhängende Passagen, scheinbar nicht zueinander passende zeitliche Abschnitte, teils aufgespalten in apokalyptische oder orgiastische Bilder dominieren. Andeutungen verdunsten im Sprachgewühl: dies alles in einer unzeitgemäßen Orthographie gehalten. Diese Hochzeit wird somit auch als symbolistisches Gebilde ‘bricolagen’ Erzählens gefasst, das die Absicht hat, über die Ränder jeglicher begrenzter Realität hinauszugehen und die Grenzen der Sprache nicht anzuerkennen.

MEHR: http://www.etkbooks.com/entropia/

@etkbooks twitterweek (20140830)

Wo die wilden Maden graben. / “Wenn die Sätze explodieren”. benedikt sartorius über roland reichens “sundergrund” in der aktuellen WOZ. (derzei… http://fplus.me/p/91MA/5253cdd9 / Benedikt Sartorius @bsartorius: Wo liegt der Sundergrund? Ab heute am Kiosk: http://www.woz.ch/1435/roland-reichen-sundergrund/wenn-die-saetze-explodieren …/ bilder verkleinern, damit sie nicht schreien. / nbp: P07 Paris http://bit.ly/1sG5TyT / so, die etkbooks-seite wurde jetzt auch aufgemöbelt … http://fplus.me/p/910Q/5253cdd9 pic.twitter.com/Ha57lSHt6W / nbp: 101 http://bit.ly/1qtMMcw / nbp: 96 (hass-arche, fast ohne stimmung) http://bit.ly/1zqlpRY / my inner douche-o-meter. / PLUS: / Plague Vendor – “Black Sap Scriptures” http://fplus.me/p/8XRX/5253cdd9



(bilder verkleinern, damit sie nicht schreien.)