Du und ich

In dir das Meer, die Wellen, helle Strände,

geheime Tiefen, weites Firmament.

In mir die Dürre, Wüste ohne Ende

und toter Kies, auf dem Geziefer pennt.

In dir die Kammern wunderbarster Schätze,

okkulte Schönheit, Glanz vom Orient.

In mir die traurig abgeschiednen Plätze,

wo Müll verrottet, stinkt und schwelt und brennt.

In dir, gleich der Akoya, feine Perlen.

In mir Gerümpel, Reste, Schrott, Zerfall.

Und doch wählst du mich unter all den Kerlen.

Sag mir, Geliebte, hast du einen Knall?

taz > (GROa)

titel 2012

4/12

goetz, holtrop

joyce, giacomo joyce

wandeler-deck, fonduekoch

lobo / passig, internet

unstern, knowhow

de simoni, rückseitenwetter

wandeler-deck, anfänge anfangen

ruiz zafon, engel

swantje lichtenstein, horae

3 / 12

ducharme, Von Verschlungenen verschlungen

danielewski, on revolutions

glavinic, unterwegs

schaad, blau

welsch, blickwechsel

herrndorff, sand

2 / 12

voss, bitterstoffe

zielinski, merve, nach den medien

frömberg, spucke

traxler, welcome

matthiessen, road

fischer, weltmüller

ames, alsohäute

schaad text so blau

mollet sondern

1 / 12

valere novarina, lichter

novarina, Brief an die Schauspieler und Für Louis de Funès

luhmann, das kind als medium der erziehung

sendak, higgelti

stein, replay

görres, schriftproben

kracht, imperium

kracht, woodard, 5 years

hablizel vlg, wittgenstein

Wir machen eine kleine Pause …

… bis 4.1. und wünschen unseren Leserinnen und Lesern einen angenehmen Jahreswechsel.



(schellenursli chasing marilyn)

Unsere Titel sind natürlich zwischenzeitlich erhältlich. Z.B. in den Berner Buchhandlungen Münstergass, Zum Zytglogge, Haupt und Stauffacher … Oder durch unsere deutsche Auslieferung bzw. im Kölner Kunstraum Dellbrück.

Blatt 22 (astralische Feuchte, laßt wieder einmal uns gießen)


astralische Feuchte, laßt wieder einmal uns gießen mit Dunkel und Nacht!
     So haben wir hin und herüber Kußhände gegeben, bis endlich die guten Geister die Albernen flohen, und oben in den Lüften eine laute Hohnlache erschallte.
     Da sind wir denn mit unsern Thaten niedergekommen, böse Dinger, Elben genannt, mit schwarzem Kopfe und spitzigem Schnabel, gleich Raupen gesteift, laßt uns sie suchen und still im Wasser der Vergessenheit sie ersäufen.

VIIII. GESPENSTER.

Petit.

     Erst kommen gegangen viel starke Männer, Reisige, Volk, edle Frauen, Heilthum, Segen, gut Gedeihen, , Leben, Lust und Freude, sprechen Alle fröhlich durcheinander, groß Frohlocken, ein sinnig und bedeutend Wesen.
     Wird’s dann dünner, stiller, kämmt ein klein, schielend Männchen gezogen, wirft sich wie ein Salamander in’s Feuer, spritzt Krötengift aus allen Buckeln, fährt alles erschrocken auseinander.
     Stehen sie bestürzt nun von weitem und verschämt, hebt sich das böse Wesen aus der Erde heraus, jedem in einer andern Gestalt, spricht mit jedem in einer anderen Zunge, verführt Alle; sonst ist nichts Unrechts zu bemerken.
     Das Wesen steigt aus und steigt nieder flattert grauslich in der Todtenstille, zieht überall nur ein kalter Zugwind um, sonst ist nichts Unrechts zu bemerken.
     Entsteht ein leises Geflüster, kleine läßliche Sünden schleichen umher, fressen sich untereinander, werden Todsünden daraus.
     Springen darauf einige vor, und schmeicheln dem Wesen, schmunzelt’s gar. freundlich, und giebt Goldpfennige von sich.
     Fallen Viele darüber her, werden abgewiesen, müssen erst Probstück machen und Bürgschaft stellen.
     Schwänzeln und wedeln die Sünden unter den Zuschauern herum, huren da Viele mit ihnen, giebt’s üble Nachkommenschaft.
     Treten einige heraus, wollen großsprechen von Tugend und Gerechtigkeit, werden zertreten, zerrissen, gefressen.
     Kommt dann ein Haufen Kielkröpfe, bringen einen Währwolf geschleppt, der setzt sich in die Mitte, fletscht die Zähne, die nicht wissen das Geheimniß, erblassen.
     Geht’s doch jetzt etwas liederlich zu, wird aber immer gebetet dabey, und ein streng ernsthaft Gesicht gemacht.
     Von aussen man gar nichts sieht, denn das bös Wesen wie ein schwarzer Nebel darüber hängt, drum Alles ganz dezent erscheint.
     Schlagen Schwefelflämmchen in die Höhe, da und dort Kohlengluth, rund um von Hütern umringelt, streicheln sie die Drachen, zünden Weihrauch und Myrrhen an, tanzen um und drum, Alles um den Schatz drunter zu heben.
     Macht der Böse allerley Blendwerk vor, werden sie darüber uneins untereinander, schlagen sich todt, das ist angenehm Brandopfer dem Wesen.