2007-12-12 mehr als vollendet oder

je was solls und die ausgetrocknete

der staub himmel heller staub duft

oder wills gestank sein und ein gebimmel

klappern auf holzbrettchen mein wort

blatt hatte dich in GRADO an mich

gedrückt

für U. G.

mehr als vollendet oder die vergebliche Ausschau nach der Zeitung mit Name so oder so mir fällt Bataille Maschine also lesend Steinweg, Marcus, der Zustand scharfer Selbstvergessenheit, klarer Gedankenlosigkeit, heller Gegenwärtigkeit, ein, im Schreiben von 1 Gedicht möglicherweise, hinein gesetzt Text in diese Welt KAIRO in diese Kairomenschenwelt wer weiss grösster Abstand mitten drin habe ein Dokument abgespeichert von Federmair zu Borges den Fachbegriff PLUSQUAMPERFEKT dumpfer Klang oder Zungenballett, jetzt, oder mein tolles Sprech-, mein Flüsterohr übe in Träumen mein Sprechenglisch ein linkisches Englischgerede meinerseits gern auch französisch rufe durch den Schlaf

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Private Voodoo (WM-T-Shirt-Collection / Thomas Blaser)

Private Voodoo ist eine Fortsetzung der Reihe “Sorg dich nicht um meinen Kopf” aus der collectionthomasblaser, die neben Licht- und Raumkörpern nun auch eine Kleidercollection anbietet.

“Mit Private Voodoo besitzen Sie ein originelles und schönes Sportbekleidungsstück und – je nach Emotionalität der Situation – ein starkes Stück Individualität. Ob im Jubel oder unter kontrollierten Bedingungen: Sie werden bestimmt verstanden!”

Private Voodoo T-Shirt: CHF 50.–. 8 Tage Lieferfrist ab Bestellung. Sämtliche Arbeiten am T-Shirt in Schweizer Handarbeit (Unikate des Berner Künstlers Thomas Blaser). Zweifarbiges T-Shirt mit Kontrasteinsatz an Ärmelabschluss und Kragen. Logoaufdruck “Private Voodoo” seitlich auf den Kurzärmeln. 100% gekämmte und vorgeschrumpfte Baumwolle. Verfügbare Grössen: S, M, L, XL, XXL. Derzeit lieferbare Modelle: Schweiz, Japan. Weitere Geschmacksrichtungen folgen. Bestellung mit Angaben zu Modell, Grösse, Rechnungs- bzw. Lieferadresse an: thomasblaser at bluewin.ch

P.S.: Das Buch zum Hemd: Fritz Michel, 4:2

Reibe den Shenshu (notula nova 80)

Und: der Pöstler erklärt uns in unserer Wohnung ins Gesicht, wie pauschalschlimm und arrogant unsere Landsleute seien, („Nichts gegen Sie, Herr hab“), will diesen aber doch gerne seine Ferienwohnung vermieten. Immerhin: Vor der Lust der Ausgrenzung steht also immer noch die Freude am Umsatz.

Überhaupt: die Reproduktion ausländerfeindlicher Stereotype, die nun nicht mehr vor der Wohnungstüre haltmacht: Grenzüberschreitung als Produktion von Grenze. (Dass man dies vor laufender Kamera, sprich: vor kleinen Kindern tun kann, erklärt sich von selbst aus dem Superstarmodus von Gesellschaft. Die Erklärungsnot der Eltern diesen gegenüber wird jenseits dieser Schwelle eine private. Sprich: Erst diese Not schafft überhaupt wieder einen Raum des Privaten, Geflüsterten, im Nirgendprivaten.)

Und: die Perfidie steigenden Assimilationsdrucks. Man spürt am eigenen Körper: das Zusammenzucken, wenn “Schriftdeutsches” im öffentlichen Raum zu vernehmen ist.

Digitalfictions.net

Digitalefiktionen.net

.org

Dann, in der Bahn, Höhe St. Margareten: grausam die Dichte von Arroganz, Idiotie, Ignoranz und Arschlöchrigkeit. Man könnte in einem Wink zum 70%igen Menschenhasser werden. (Ja, du bist auch gemeint, Botoxoma, Präseniorin, Häkelschalzeigerin, Dich meine ich auch, obwohl du dich da rausziehen willst, jetzt nimm endlich die Beine da weg und machs Maul zu. Danke musste auch nicht sagen, fürs Gepäckstemmen, tuste auch nicht …)

Übrigens (Tipp der Woche): Viele Dinge, kleine Probleme lassen sich auch durch normalfreundliches Fragen lösen.

15. Ausdrucksformen /

Vorbereitungsübungen

– Stehen wie eine Kiefer

– Zwei Bälle ins Wasser drücken

– tragen und umfassen

16. (…) 29.

30.Der Elefant kreist mit der Hüfte

Abschlussübung

– Reibe den Shenshu

– Schliesse den Daimai

– Reibe das Dantiam

– Wasche das Laogong

– Führe das Oi zum Ursprung zurück

ICH will keine Führungskraft werden.

Simon, Christoph: einen kleinverleger

einen kleinverleger

zu wählen aus dem haufen der kleinverleger

ist wie seine hand in einen korb voll

schlangen stecken mit glück trifft der

dichter vielleicht auf eine ungiftige aber

alle sind sie schlangen man weiss dass gott

nichts böses tun kann es lässt sich also leicht erraten

woher der kleinverleger kommt wer überhaupt

verlegern traut traut dieben es ist gesund seinen

verleger von zeit zu zeit anzuschreien: wenn der

dichter nicht weiss warum der verleger weiss es

jeder dichter sollte mindestens vier verleger haben

einen grossverleger der ihm bücher gebiert eine

verlegerin zur unterhaltung einen mittelgrossverleger

für literaturkommissionsbezüge und einen

kleinverleger der den anderen dreien zur

warnung verprügelt wird (das gesetz erlaubt

einem dichter verleger zu schlagen wenn er

in der guten absicht handelt sie zu bessern)



(c) Christoph Simon. Dieser Text erschien auch in “das heft das seinen langen namen ändern wollte” (Nr. 15, 10/2008). Christoph Simon (*1972), lebt in Bern. Im Bilgerverlag sind von ihm erschienen: “Franz oder Warum Antilopen nebeneinander laufen”, “Luna Llena”, “Planet Obrist” sowie “Spaziergänger Zbinden”.  Weitere Veröffentlichungen: Das Kinderbuch “Häsin Mels und Hase Fitz” (Kyrene) und der Gedichtband “Ein pony in nachbars park, ein rennpferd in meinem” (Edition baes).

Links / Mehr:

http://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Simon

Bilgerverlag

DOI: 10.17436/etk.c.010

IX Die Zuneigung der Texte

Um zurück zu den Texten zu kommen und doch noch etwas beim Thema (VIII) zu bleiben: Die jeweils erste Passage eines sog. Ichschriftelements ist also immer ein fremder Text, der von Dir verhandschriftlicht wurde. Nach all den Hegemann-Debatten: Ist so eine Form der Aneignung nicht etwas problematisch? (bhfr)

Mittelbar mit der Konstruktion von Identität (und damit auch Identität des Textes) hat das so textgenerische Verfahren einen (sicher nicht neuen) Effekt auf die Beziehung homogenisierender Schriftästhetik (Praxis) und damit Homogenisierung (Integration, Anpassung, Aneignung) von Fremdtext in / von eigenem Text. Die Homogenisierung des ursprünglich Heterogenen, wie in so einem Schreib- bzw. Schriftakt stattfindend, also des Abschriebs von (tendenziell eher theorielastigem) Fremdtext und dessen Hinzugliederung zu eigenem Text, kann auch eine punktuelle Umcodierung von autorschaftlichen Textverhältnissen bedeuten. Vielleicht muss also auch eine Frage lauten: Schreibe ich einen Autoren (einen Text) um? Eigne ich ihn mir an? Werde ich Teil von ihm? Oder: Werde ich selbst Teilurheber dieses vormals fremden Textes (mehr noch, als bei einfacher und üblicher Zitation), wenn dies über handschriftliche Aneignung geschieht?

Wenn auch diese Frage grundsätzlich schwer zu beantworten ist, kann zumindest – also in Relation gesprochen – behauptet werden, dass eine handschriftliche Aneignung durch Abschrieb und damit Homogenisierung mit eigener Schrift (eine Werkvariante entsteht, auch ästhetisch) diese Gesamteinheit eher in die Sphäre eigener Autorschaft von Fremdtext überführt, als es bei kopierender Zitierung (digital, analog, „abtippen“, „copypaste“) stattfindet.

Man muss diesen Punkt vielleicht nur als Nuancierung von Zuneigung im Bewegungssystem von Textadressierungsverhältnissen sehen, aber diese Nuance kann von Bedeutung sein, wenn es um Verlustbilanzierung geht. Inhaltlich / Sprachlich: ein Amalgam von Metatext-Text-Elementen hat – nun ganz praktisch – aber auch Auswirkungen auf den Gesamttext und jenem, wie eben diesem, der gerade im Entstehen begriffen ist. Ganz gegen mein ursprüngliches Vorhaben hat sich hier eine Sprache und ein Schreibverfahren (auch: ein Ton) etabliert, der manchem vielleicht als überhebliche, überflüssige, unverständliche oder spekulative Terminologisierung (wie hart oder weich diese auch sein mag) des Sprechens über die Verfahren vorkommt. Das war, wie gesagt, nicht von Anfang an intendiert. Die Lektüre und Verarbeitung von solchen Sekundärtexten, also auch: die inhaltliche und sprachliche Aneignung dieser Texte, nehmen ihrerseits Einfluss auf mich. Ich befinde mich also noch inmitten eines Ermächtigungsprozesses jener Sprachen über mein Schreiben über das Schreiben. Theoreme, wie dort aufgegriffen, schieben sich in meinen Blick auf / beim Sprechen über das Verfahren und die Auswirkung solcher Textproduktion bzw. Ihrer Unterlassung. Gewissermassen steht also auch diese Anfertigung unter einem Fremdautorschaftsverhältnis, nicht 1:1, nicht in Form rigider Materialität, aber auf anderer Ebene ordnet sich mein Schreiben über mein Schreiben Diskursen zu, die ihrerseits wieder urheberschaftliches Land an meinem Text zurückgewinnen. So entsteht also vielleicht etwas wie eine Tausch- oder Handelssituation von Adressierungen (Adressregistern?, ästhet. mit diskurseigentümlichen), die die “Besitzverhältnisse” von Text fluktuieren lässt. Und das kann weiter bedeuten: dass gerade diese Texteigenschaften damit auch ausgestellt werden.