Geniefreies Genial

Lieber Hartmut

Könntest du uns bitte bei Gelegenheit 3x “Das blaue Buch der Weissheit” in Kommission liefern und 1 Exemplar in Rechnung stellen?

Finde dieses Büchlein genial!

Danke und liebe Grüsse

Lori



Strange business, aber gerne:

Unser Selbstläufer und Bestseller

http://etkbooks.com/edition/weissheit

(Womit – ähem – wieder mal bewiesen wäre, dass sich Zeichenmenge antiproportional zur L.U.G. verhält.)

Was Schreiben nicht heisst (notula nova 79)

C, Culture (Kultur): ich habe überhaupt kein Reserve-Wissen. Kein Wissen auf Vorrat … Und alles, was ich lerne, das lerne ich für eine bestimmte Arbeit, und hinterher vergesse ich es. (G.D.)

Und, ebd.: “Die Schrift ist sauber, sprechen ist schmutzig”.

Überhaupt: Leibniz und die Falte.

Tauwetter

Dachlawinen

Katzenkot

(Das zu: Betreff: Textkörper)

Dies ist ein Textkörper.

Reduktion

Flexibilität

Job enrichment

Und: Der Workshop zur Vorbereitung eines Workshops.

D, Désir (Wunsch). (Richtig. Nie nur ein Objekt wünschen können, sondern immer nur ein Ensemble aus Objekt und anderem (z.B. einer Situation). Weiter. Das Wünschen im Ensemble (Und: Nicht glauben, dass das Unbewusste ein Theater ist.)

Und: Man deliriert die Welt. Nicht seine kleine Familie.

Zum Lektorat: Was im Printbereich offline, intersubjektiv und in der Form des Löschens / Ersetzens passiert, stellt sich – je nach dem – im Literarischen Weblog als Anlage einer Überschreibung, Überschneidung, Palimpseststruktur und / oder Kontamination, die Prozess darstellt, ab. (Von nun an vielleicht die Unterscheidung: literarisches Weblog und Literarisches Weblogs)

Fürs Bielergespräch und überhaupt: Weniger Werk, mehr Prozess soll auch heissen: Weniger Monument, mehr Diskurs … #Rezeptionsästhetik, angewandte

Und die These: Der Betrieb eines Literarischen Weblogs = Komplexitätsproduktion. Die Arbeit an einem Buch = Komplexitätsreduktion. (Und: Ziel und Zielformen wären vielleicht bei ersterem eine vollständige Fackeligkeit von Text. (Auch, als Nebenkraus: in Besitz nehmend, lodernd, versengend …))

E, Enfance (Kindheit): Es braucht ein gutes Gedächtnis die Vergangenheit abzuwehren. Ich sammelte, glaube ich, Briefmarken. Das war meine anspruchsvollste Tätigkeit (G.D.). Und: Schreiben heisst Werden, allerdings weder Schriftsteller, noch sein eigener Memoirenschreiber, das bloss nicht. Und: der unbestimmte Artikel ist ungeheuer machtvoll. (G..D.)

Überhaupt: Die Gratis- und Boulevardblätterproduktion und -logistik als wohl funktionierende Micropaymentparteispendenstruktur. (Hier wäre noch die “Partei” zu beschreiben.)

C.C. Messner: Die Träume meiner Frau (Choreographierte Komposition)

Christina C.  Messner: “Die Träume meiner Frau” – Choreographierte Komposition für diverse Soloinstrumente in variabler Besetzung, Licht, Gegenstände und Bewegungen. Text: Hartmut Abendschein (U.A. 1. Oktober 2009).

Hörprobe („Töpfchen steh”, MP3, 5.8MB) von der CD “Solo für fünf – Szenisches Konzert”. Live-Mitschnitt einer GEDOK-Veranstaltung. Aufnahme und Produktion für hauskonzert records, Bonn.

VIII Und ICH?

Du sprichst von gleichzeitig existierenden, gleichberechtigten, unterschiedlich ausgeprägten Formen von Textoriginalität bzw. -authentizität. Liesse sich so eine Konstruktion auf einen – viel weiteren – Subjektbegriff übertragen? (bhfr)

Verfolgt man nun so ein Aufschreibeprojekt und akzeptiert, dass sich – wie oben angeführt – eine Aufspaltung in zwei Originalskripturen, die manifeste Schrift und jene digitale Urschrift, die eine Bewegung gespeichert hat, ereignet, kann man vielleicht feststellen, dass eine Faksimilierung solch eines Ich-Dokuments (und damit „Nichtselbsts“, da ich ICH nur im Moment meines Schreibens bin) durch die blosse Existenz jenes 2. Originals verunmöglicht ist.

Möglicherweise hat damit also solch eine Nichtfaksimilierbarkeit des Selbsts (15) auch rückwirkend Einfluss auf einen wieauchimmergearteten Subjektbegriff? Ist ein Schreibprozess dieser Art also eine bedingt subjektrekonstruierende Massnahme?

Das Thema dieser Arbeit umkreist die These, dass durch eine Medienüberspringung oder „Auslassung“ eines handschriftlichen Schreibprozesses (z.B. durch eine direkte Textprozessierung am Computer) Bedeutungsverlust am Text anfällt, was natürlich augenfällig und banal erscheinen mag. Umgekehrt, so vielleicht die unmittelbar anschliessende These, kann behauptet werden, dass durch solch eine Überspringung eine Einbusse an genereller Subjektivität (wenn man sich diese vielleicht als Teil eines Texttortendiagramms vorstellen möchte) im Text zu verzeichnen ist. Oder: Einerseits kann also dieses Verfahren bedeuten, dass Bedeutungsverlust durch (nichthandschriftliche) Textproduktion schon überhaupt vor der Niederschrift eines Textes, ein Defizitverfahren ist, andererseits wird damit eine theoretische Erhärtung jenes Selbstbegriffs (s. Fn. 15), egal wie unscharf dieser zunächst sein mag, eingeleitet, der sowohl konstituierend für Textsubjektivität ist, als auch – im Moment des Schreibens, in der Ich nur Textich ist – „reine Subjektivität“ sich als Bestandteil dessen formuliert.

Noch nicht geklärt wäre damit aber das Binnenverhältnis der Doppelschrift bezogen auf die obige Differenz. Der Frage also, ob nun manifeste Schrift auch Zeichen jenes „Ichs“ ist und das Urdigitalisat die Anteile des „Selbst“rests verkörpert, oder eine umgekehrte Speicherung oder gar wechselseitige Verkörperungen stattfinden, wäre in weiteren Überlegungen nachzugehen.

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(15) Zur Unterscheidung Ich/Selbst: gemeint sei hier in stark vereinfachter Form und auch etwas populärpsychologisch: „das Ich“ = jenes, das (nur) sich selbst bewusst ist, im Vergleich zu „das Selbst“, das die dem Ich unbewussten Teile („Es“ / „Überich“) mit einschliesst.