im kleinen hotel // gegenüber hantieren die körper die / von uns gelösten die / vielfach von weinen und schnäpsen / geschüttelten glänzenden flächen des äusseren / inneren bis zur erschöpfung geschnauften / bewegens der hände und füsse und / stellen dazwischen in eckigen renkungen dünstend und / reibend die kissen und alles um uns / das heisst das was noch blieb / von gehäuteten körpern die / haut der geruch doch der geist oder / wie man den rest noch zu nennen beliebt blieb / klamm wartend da draussen im gang auf / dem flur in der tasche von ihr oder / mir nicht zwei geister ein einziger ist es / geworden beim werfen der endlosen sätze und blicke auf / das was uns beide seit heute / verbindet die nacht allerdings ohne / uns bis zum morgen alleine dort / draussen behaust bis ein früher gedanke an / gestern dich weckt und du morgens erwachst / neben mir vor dem fenster / gräbt einer ein sehr lautes loch //
STAFFELEI AUS BUCHSTABEN
im Gehen, im Wahrnehmen
der Fliegen auf den Schnauzen
der Jungstiere, im Glockenläuten,
im Da-bin-Ich der Kinderschuhsohlen,
die vornewegleuchten.
(Hans Eichhorn, Unterwegs zu glücklichen Schweinen, S.10, 2006)
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Linien Striche Kanten Bänder XXXV

luftbibliothek
erst jetzt stosse ich auf diese anmerkung mit einem zitat von charles babbage in franz dodels weblog, das zunächst verwirrte, dann aber klarer und verständlicher wurde und bald eigene vermutungen (lange gehegte, vage vorgestellte, nie formulierte modelle) bestätigt. und noch weitergehend: die frage worüber oder warum schreiben* ein für alle mal beantwortete. denn es geht sehr wohl um eine sehr sehr kleine aber ganz konkrete form der einflussnahme.
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* wenn wir das schreiben nicht nur als grundlage und vorstufe des gesprochenen wortes (voice), sondern analog, die bewegungen des schreibens und die dadurch verursachten druckwellen als akkumulierbar, speicherbar oder sonstwie (atmosphärisch) repräsentierbar vorstellen. weitere stichworte: schallarchive, lichtbildarchive, druckwellenarchive, luftliteratur
kw 32/06 (hand aufs herz / wir sind tot)
immer wieder ging ich die vergangenen tage des nun vollen notizbuches durch und fand darin dinge – reste, anfänge, verlorene fäden -, die noch nicht gestrichen, d.h. verarbeitet wurden. (will heissen: die noch nicht abgehakt wurden. paradoxerweise: sätze, zeichen und ziffern, die noch frei stehen, und eigentlich zu vergessen und verwerfen). zu löschendes, denn solche stellen quälen. und sei es nur, indem man sie überträgt, überführt und das buch damit entlädt, entlässt oder befreit. um es endlich ablegen zu können. (zu verbuchen; ich pflege auch hier eine art doppelte buchführung). ich fasse sie zusammen und bin dann doch etwas erstaunt: so versammelt, ergibt sich – diese miteinander verschnürt – doch ein recht kompakter text. (zu meiner entlastung lagere ich hier* (der formatierungen wegen als pdf) die (ursprünglich als nicht verwendbar (eben nicht) gekennzeichneten) stellen der kalenderwoche 32 aus: kw 32/06, darin enthalten: “belauschte jugend”, “und: dann: wieder: dieses: und:”.)
* edit, strike, 22.08.06: dieser text befindet sich nun bei den readern …