7.1

im briefkasten // zwischen den hochglanzbroschüren in / plastik geschweissten verbrauchsangeboten den / tüten zur sammlung getragener kleider und schuhe den / wahlunterlagen den blättern der / nachbarschaftshilfe den wohnungsgesuchen und / flugblättern weilender scherenbeschleifer den / automobilneuigkeiten und anzeigen / jeglicher art und couleur zwischen rechnungen / mahnungen auch einer karte ein / irrläufer der mit dem rest in / die neben dem biefkasten stehende tonne geworfen / wird auch ein sehr förmlich und wichtig sich gebender brief mit dem / stempel des namens der zeitschrift die / schon und vergessenermassen vor wochen von / mir mit den texten versorgt und beschickt sich / nun meldet um eilig ja eiligst von mir den / bescheid zu erhalten erhofft / diesen text auch zu drucken anbei / ein vertrag mit der bitte um / rückruf begnadet sei das was / da eingeschickt wurde beim / zweiten besehen des briefes erst / merke ich spricht man nicht von dem / von mir als verfasser geschriebenen sondern ganz ausschliesslich nur von / den von ihr ganz alleine gearbeiteten stellen des textes //

Fette Kapitälchen

Führen zu langen Diskussionen mit Lektorinnen und Lektoren. Darüber beispielsweise, ob man diese gleich zu Beginn eines Romans setzen sollte, vor allem in Verbindung mit einer wörtlichen Rede, die nur ein End-, keinesfalls aber ein Anführungszeichen beinhaltete (beinhält? beinhielt? beinhülte?). Der Roman begönne damit also nicht einmal nur hypothetischerweise mit einem Schlusszeichen, liesse man den ersten Satz ausser Betracht, sondern tatsächlich. Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass der erste Buchstabe als fettes Kapitälchen gesetzt wurde und man deshalb auch auf das Anführungszeichen verzichtet habe, weil mit ihm das ganze unschön, und überhaupt: dass man dafür nicht unbedingt den Autoren, sondern viel wahrscheinlicher das Lektorat in die Verantwortung nehmen müsse. Natürlich könne man sich ein Anführungszeichen in einer Kapitälchenreihe auch mühelos im Kopf ergänzen, aber, so im weiteren Verlauf der Diskussion, bliebe da immer noch ein ästhetisches Unbehagen, für die- oder denjenigen, der sein Fehlen entdeckte. Sind die Lektorinnen und Lektoren aber nur ausgedachte, dann lösche man an dieser Stelle das Licht und versuche zu schlafen. Dieses Thema bietet Stoff für lange Winternächte und wir haben doch erst Oktober.

57%

Nicht nur Hediger, auch ich muss mein Pensum hier etwas reduzieren. Dabei bin ich nicht minder fleissig, sondern es passiert eher mehr. Aber anders ist es auch mir nicht möglich die Überarbeitung angefallener Textprojektchen nun richtig in Angriff zu nehmen. Bis auf weiteres sende ich also nur noch 3-4 mal wöchentlich und hoffe auf Ihr Verständnis …