Erstes alexandrinisches Sonett über den Fussball

Es krönt das Länderspiel den Bundesligaknüller.

Nicht Niedersachsenroß, nicht Kölner Ziegenbock,

der Adler zeigt sein Haupt. Im schwarzen Nylonrock

das Linienrichterpaar erzürnt den Chor der Brüller.

Ein Flankenball von Kaltz, ein Paß von Hansi Müller

schlägt wie ein Schnabelhieb dem spröden Abwehrblock

die Spalte tief bis hin zur Fahne auf den Pflock,

wo Rummenigge steht: Vollstrecker und Erfüller.

O abgetropfter Ball! O eingeschlenztes Leder!

Der fußerzeugten Kunst begleicht und opfert jeder

Tribut und Obolus im hirnverzückten Schrei.

Die Sieger tanzen auf, leicht wie die Adlerfeder,

im Arme liegt und küßt und tröstet sich jedweder

in diesem Augenblick: gewonnen drei zu zwei.

(Ludwig Harig, Fussballsonette, S.9, 2006)

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100

Gegen Fertigungen. Gegen reuigen Eiter. Er neigt in nur ein Etui: Ein Tiger. Ein tiefer, enger Eifer reift ihn ein. Einen Einer reiten. In Ferien gegen Güte feiger Gerten. Gegen Grete. Ein Grete-Reiten in eure Neigungen. Eure Figuren gürten in einer Gier.

Ein Tier reiten. Gerne in Eiger, rief er. Rief Gunter. Eine neue Egge turnen. Eine Gute. Eine Grüne. Ungern genug … Nein, Ennui.

überschreibungen 21a

(schlaufen, rückkopplungen)

materialien zum verständnis von dranmor.

dm IV,1e, Wilde Wehen, beispielsweise

in: Villon, Francois: Balladen. Nachdichtung von Ernst Stimmel.

mit 8 ganzseitigen Illustrationen von A.P. Weber. Hamburg. Hauswedell, (1939). 25 : 17,5 cm. Original-Pappband. 66 Seiten, 2 Blatt. Erste Ausgabe (3. A.) mit den ausdrucksstarken Federzeichnungen von A. Paul Weber. – Schumacher I, 94.

(zu dranmor materialien; übersicht überschreibungen)

99

Aus der Ferne scheint es eine kleine, vertikale Krümmung auf dem Plateau. Die Annäherung mit kurzen Schritten lässt aber bald eine bucklige Figur entstehen, die gegen die untergehende Sonne mit den Ärmchen rudert. Noch ein paar Hundertmeter lassen sie schon ein Traktätchen wedeln, in der linken Hand, die – von der rechten festgehalten – das Papier zur Ruhe kommen lässt, sodass sich darum auch seine Stimme kümmern kann. Nur wenige Fusslängen trennen mich von dem Männchen auf der wackligen Kiste aus Holz.

Es ist der vollbärtige Anarchist mit seiner kunstvollschwarzen Hochfrisur aus dem zweiten Semester. Jetzt spielt er die Mundharmonika. Bald beginnt er zu tanzen, springt mir auf die Schultern, macht es sich dort gemütlich und blickt in die Ferne.