Dranmor Korrespondenz 1

Sehr geehrter Herr D.,

ich fand Sie im Zusammenhang mit Ihrem Dranmor-Vortrag auf dieser Seite:

http://www.uni-trier.de/uni/foreinr/portugal/heimatFremde.html

(„09.00 J.D.  – Heimisch nur im Panzerhemd des Weltbürgers. Der Dichter Dranmor (1823-1888) zwischen Brasilien und der Schweiz“)

Ich arbeite seit geraumer Zeit an einem Dranmor-Projekt. Nein, keine wiss. Arbeit, eher eine Art Fragment-Roman, in der tatsächlich Dranmor als Person oder diverse Texte von ihm nur eine untergeordnete Rolle spielen. Es kristallisiert sich dort “Dranmor” vielleicht eher als Haltung oder Projektionsfläche heraus. Aber auch die Heimat als “das Andere” wird eine

Rolle spielen.

Eine Übersicht der Rohbausteine, die teilweise noch stark verändert werden können/müssen finden Sie hier:

http://www.abendschein.ch/more.php?id=211_0_1_6_C

Natürlich müssen auch noch einige Kapitel geschrieben werden …

Ich bin aber dennoch sehr neugierig auf Ihren Vortrag geworden und wollte Sie fragen, ob Sie mir ein paar Informationen darüber geben könnten. Vielleicht hatten Sie ja dafür ein Abstract o.ä. vorbereitet …

Ich hoffe, nicht zu aufdringlich an Sie herangetreten zu sein und sende Ihnen herzliche Grüsse aus Bern/ CH

H.A.

***

Lieber Herr A.,

Vielen Dank für Ihre Email. Ich wusste wirklich nicht, dass sich ausser mir noch Leute mit diesem Autor beschäftigen. Mich interessiert besonders Dranmors Beziehung zu Brasilien. Falls ich Ihnen mit den Informationen, die ich zu seiner Person gesammelt habe, weiterhelfen könnte, dann mache ich das gerne. 

Ich gehe davon aus, dass der Vortrag noch in diesem Jahr veröffentlicht wird. Ich schicke Ihnen dann gerne ein Exemplar.

Ein “abstract” zu dem Vortrag hätte ich auch, allerdings bin ich erst wieder im September zu Hause. Ich schicke es Ihnen dann weiter.

Habe Sie je etwas über die Tätigkeiten Dranmors in Brasilien erfahren, was man in der bekannten Sekundärliteratur nicht findet? Forschungen in Rio haben mir da (leider) überhaupt nicht weitergeholfen.

Mit freundlichen Grüssen,

J. D.

***

Lieber Herr D.

Herzlichen Dank für Ihre rasche Antwort. Nein, viel Sekundäres habe auch ich nicht zu Dranmor gefunden. Vielleicht haben sie ja meine kleine Literaturliste/Bibliographie gefunden

(http://www.abendschein.ch/more.php?id=P243_0_1_0_C, mehr kenne ich allerdings noch nicht – die Titel dürften Ihnen wahrscheinlich auch alle bekannt vorkommen). Ein paar Titel von dort (zb. Pester Lloyd 22.  Jg, Nr. 69) konnte ich allerdings auch noch nicht einsehen. Ich freue mich auf Ihre Publikation, würde mich auch freuen, wenn Sie mir bei Erscheinen Bescheid gäben. Ich würde Sie dann regulär bestellen …

Herzlichen Dank also & bis bald

H.A.

***

Lieber Herr D.

eine kleine Frage noch: darf ich unseren kleinen Mailverkehr in meinem Weblog veröffentlichen (selbstverständlich anonymisiert) – er gehört irgendwie zu dem Dranmor-Komplex, wie ich ihn konstruiere, dazu.

Herzliche Grüsse

H.A.

***

Lieber Herr A.,

Es tut mir Leid, dass ich nicht gleich reagieren konnte. Es ist wirklich erschaunlich, was Sie da alles im Internet haben. Mir hat das Ganze sehr gefallen, es ist nicht nur gut geschrieben,

sondern auch vom Inhalt her recht spannend. Schade, dass auch bei Verwandten/ Nachkommen nichts gefunden werden konnte. Zwei Texte aus Ihrer Bibliographie kannte ich noch nicht

Ferdinand Schmid: Rückblicke auf verunglückte Colonisationsversuche in Brasilien. Rio de Janeiro, 1881

und

Ferdinand Schmid: Über Handel und Wandel in Brasilien. Journalistische Skizzen. Rio de Janeiro, 1883

Haben Sie diese Texte auch wirklich gefunden? In Bern? Sind sie sehr lang?

Ich habe in der ZBZ in Zürich einen anderen Text von Dranmor über die Kolonisation in Brasilien gefunden, habe aber den Titel nicht im Kopf. Ich sage Ihnen das dann im September.

Sie können unseren Email-Kontakt natürlich gerne “literarisieren”.

Anfang September bin ich übrigens in Bern (bei einer Tagung der GEDL an der Landesbibliothek), vielleicht könnten wir dann mal zusammen einen Kaffee trinken.

Mit freundlichen Grüssen,

J. D.

***

Lieber Herr D.

Ja, die zwei genannten Texte sind in Bern (in der StUB) vorhanden und wurden auch (hier: http://www.abendschein.ch/more.php?id=P285_0_1_0_C und hier: http://www.abendschein.ch/more.php?id=P256_0_1_0_C) schon etwas exzerpiert. Sie finden sie in diesem Katalog (http://edbessrv6.unibe.ch/de/Index.htm, Suchwort: Dranmor). Es sind jeweils Texte mit 100-150 Seiten (wenn ich mich recht erinnere).

Leider bin ich just an diesem Wochenende anderweitig beschäftigt (http://www.werkschau.org/, zu der Sie aber auch herzlich eingeladen sind, vielleicht lese ich da das eine oder andere Dranmor-Fragment, man wird sehen) … oder aber, vielleicht lässt es sich ja doch irgendwie einrichten, und Sie melden sich noch mal kurz vorher.

Einstweilen, herzliche Grüsse

H.A.

fredie beckmans & humboldt

neu unterm dach: fredies auseinandersetzung mit humboldts hirn.

“HUMBOLDTS HUT” von Fredie Beckmans aus Amsterdam

Der universale Schaumschläger Fredie Beckmans aus Amsterdam hat die Baupause im BauBüro für ein Zwiegespräch mit dem Naturforscher und Entdecker Friedrich Heinrich Alexander Freiherr von Humboldt (1769-1859 Berlin) genutzt.

Am 9. August um 18:30h

zeigt er seine dabei enstandenen lexikographischen Welt- anschauungsmalereien – und den Hut.

& herzlichen dank für den schönen abend …

das andere



Xiao Yu: Ruan, 1999

aufregung in der stadt. man spürt förmlich, wie sich vorstellung an vorstellung schraubt. wie langsam ein verzerrtes gebilde entsteht: ein wesen aus zwei teilen, kopf und körper, die sich sonst fremd sind. ein beflügelter abtrieb, vielleicht? eine ins glas gekippte vernachlässigung? eine ungeheuerliche tatsächlichkeit, die kunst sein soll? wie gross wird der aufschrei sein? wird er die wellen um den leichenprofessor übertönen? dass gemacht wird, was gemacht werden kann, ist das dynamische prinzip einer bestimmten dialektik. in der kunst, wie in der wissenschaft. in china fällt kein sack reis um. man hatte sich an das geräusch eines lauwarmen sommers gewöhnt und fuhr aufs land.

10

Herr Nögerlis zentrale Existenz hängt an einer Schlagwortkette. Um genau zu sein: zwischen zweien ihrer Glieder. Kommt diese Kette in Bewegung, permutiert sie sich ein wenig im Wind der Zeit, geschehen seltsame Dinge. Galle schmiert an den Gelenken, tropft zu Boden und veräzt die umliegende Landschaft aus Wörtern. Sie kann den Wörtern aber nichts anhaben. Diese sind aus Salmiak und bleiben geschmeidig.

zugriffe II

auswurf:

die schlingen

das wasser

kann sein es:

gerät jetzt

bis in die arme

und greifen wir

legen ihm

vögel auf ihre

kiele kerben

die stirn

(Anja Utler, münden – entzüngeln, S.33, 2004)

|::| das sieb |::| kürzeste lyrik novitäten