diesen text finden sie in kürze in überarbeiteter form hier.
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die [atmographe] CIV-CXIX (texte der taberna kritika X)
feiern einen runden.
das regal
darin
der grösste
wasserwortschatz aller zeiten
ist eigentlich ein becken
was flüssig ist
was gleitet, fliesst und
sprudelt
und ähnliches
ist darin grob verzeichnet
und erklärt
mein vorrat an
wasserwörtern
entspräche nur mitteleuropäischen
standards –
gab ich einmal an
den jüngsten umfragen zufolge
sei eine weltweite
hydronyme grundversorgung
in den nächsten zwanzig jahren
auf sehr tiefem niveau
sichergestellt
mein wasserwortschatz dagegen
– kein mensch weiss davon
und wird es auch nie erfahren –
ist ein kaum greifbarer fundus
ist ein volles fass, das ständig
an den rändern schwappt
ihn für mich zu behalten
geschieht zu meiner eigenen sicherheit
jedes kind weiss:
worte gegen wasser
wasserworte gegen das
was sie beschreiben
zu tauschen
wäre
einmal bekannt geworden
erst reichtum
dann der sichere tod
(schlaf, foto, stelle)
es
schlummert
bast,
gehütet
unter kissen
rollt
– im kuss geneigt –
auf wangen
haftlos
schönes ab
zu glätten sich
im tuch ganz
ohne glanzes
lohn
(Ferdinand Schmatz, Tokyo, Echo oder wir bauen den Schacht zu Babel, weiter, S.31, 2004)
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das ist der Rest, der die Aussicht versperrt,
jene stöbernden, schnüffelnden Büsche
neben dem Bürgersteig; einige bleiben
inmitten der Plattenbausiedlungen einfach stehn
und verweigern den Heimweg
(Marion Poschmann, Grund zu Schafen, S.76, 2004)
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