Scanographien im Dialog: Collyrae Lucidae. Das Leuchten der Nudeln (Frühlingsvernissage + Lesung)

Herzliche Einladung zur Ausstellungseröffnung und Lesung am

Samstag, den 21. März 2015

um 19 Uhr im kunstraum dellbrück

Collyrae Lucidae. Das Leuchten der Nudeln

Scanographien im Dialog.

Von Hartmut Abendschein (Bern) und Georg Raabe (Köln)

Elisabeth Wandeler-Deck (Zürich) liest aus dem Text zur Kunst

Ein Fonduekoch geworden sein

kunstraum dellbrück

bergisch-gladbacher-str. 1116

51069 köln

http://www.kunstraum-dellbrueck.de

Links: Rapunzel, noch unfrisiert (Georg Raabe)

Rechts: Schwedenkrimi – Strukturmodell (Hartmut Abendschein)

Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 02/2015)

SELBST-AUFGABE

Die Selbstaufgabe ist die Abschaffung der Wirklichkeit – die Abschaffung der Wirklichkeit aber ist nicht die Selbstaufgabe.

Das einfache Schweizer Volk: Was soll denn das nun wieder?

Ich: … das nun wieder?

 

 

ROTTÄTSCHCHEN UND DER FLEISCHWOLF

Kommt ein Mädchen daher, langsam im Wald. Es hat ein schönes Stück Fleisch mit dabei. Vom Metzger gerade eben tapfer getätscht, bis es rot war, leuchtend. Wie die Kappe sein muss, denkt das kleine Mädchen und leuchtet auch innerlich … aber fragt sich, ob sie etwa noch immer beim Fleischer sei: Denn da steht mitten auf dem Weg –: ein Fleischwolf. … Was tut der da?, denkt die Rote. Das kann doch nicht sein. Schon verschwindet ihre Kappe im Kreisenden, sie wird angezogen und mag sich nicht wehren. Es dreht, sie sieht den Wald nicht mehr, es dreht und dreht, es wird ihr schlecht, aber es dreht immer noch und weiter und weiter …

 

 

Warum mag ich Vergangenheiten? – Weil ich den Moment mag und wie er aufgelöst wird.

 

 

Welt aus Büchern: Stoffsammlung in Lexika, Wörterbüchern und Chroniken. Was andere festhielten, von dem ging er aus. Und baute seine Welt aus ihrer Welt. (EIN GRÖSSERES KOMPLIMENT KANN ES NICHT GEBEN [SOLLTE MAN DENEN MAL SAGEN, DIE IMMER VON ›NESTBESCHMUTZERN‹ REDEN: DIESE SCHEISSEN HEUTE HÖCHSTENS AUS, WAS ZUVOR VON JENEN GEKOCHT WORDEN IST; ZUDEM BESTEHT DIE WELT AUS SCHEISSE.])

 

 

Erst gab es die Ewigkeit. Und die Ewigkeit ist ziemlich lang. Also hat man sie aufgeteilt: in den Teil ›ewig‹ und den Teil ›nicht ganz ewig‹. Wenn man aber einen Teil von der Ewigkeit abzieht, ist sie weniger als die Ewigkeit. Also nicht mehr ewig. Dafür kann man unendlich viele Teile von ihr abziehen. Alle zusammen ergeben fast eine Ewigkeit. Summiert man sie und den Rest der Ewigkeit, der verblieben ist, hat man zum Beispiel viele Menschenleben und ein bisschen Restewigkeit. Warum sehnen wir uns nach Resten?

 

 

Erfinde die Versuchung der Verlorenheit.

 

 

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Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 01/2015)

Die Nachtigellen kreischen.

 

 

Ich: Die Nachtigall, die Nachtigall, die singt vom schönen Ultraschall.

Das einfache Schweizer Volk: Hast du da nicht was falsch verstanden?

Ich: Fiep, fiep.

 

 

Das Dasein ist nicht trübbar …

 

 

Die Jungfrau werde immer mehr beschmutzt vom grossen Tourismus. Nunja, dass ihr da der Mönch einmal mehr nicht hilft, ist einleuchtend klar. So sind die ja.

 

 

Sterne am Nachthimmel, wie Asteriske, die auf unauffindbare Fußnoten verweisen …

 

 

Die Suche nach Absatzmärkten: Die Firmen rechneten mit neuen Welten, mit neuem Land im Himmel. Kolonisation. Kontakt mit einer Vielfalt von Rassen. Handel. Austausch von Bodenschätzen und kulturellen Errungenschaften. Tourismus. Entdeckerlust. Stattdessen hat man nichts gefunden. Und die Aktien fielen und fielen und fielen undﬧ

 

 

Das Wesen fand in der Garage einen alten Käfig, in dem es früher einmal Space-Ratten gehalten hatte. Es säuberte ihn und trug ihn hinauf in sein Zimmer. Es legte Zeitungspapier auf dem Käfigboden aus und richtete ihn mit einer Miniaturwelt© notdürftig etwas ein. – Es verging einige Zeit, bis die Menschlein so weit waren, dass sie Symbole als Schriftzeichen erkennen konnten. Die Klügsten stiegen aber schon früh auf die höchste Bergspitze und lasen so die Schriftzeichen auf dem Grund ihrer Welt. Die Halbschlauen faselten einige Jahrtausende später von göttlichen Zeichen. Die Klugen aber hatten die Schrift schon lange entziffert, stiegen in die Höhlen und überlebten den Angriff der Space-Katzen, der in den Zeitungen der Wesen zufällig an einer sichtbaren Stelle der Zeitung angekündigt war. – Danach lebten sie glücklich für eine unbestimmte Zeit weiter.

 

 

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Lieferbar: Kennst du das Lied? (Milk + Wodka)

Kennst du das Lied?

Disco Quiz

Milk + Wodka

(Remo Keller & Roman Maeder)

Das Label Milk + Wodka existiert seit 1999. Die Macher sind die Künstler Roman Maeder aus Zürich und Remo Keller aus Basel. Seit 1999 haben sie zehn Ausgaben des „Milk+Wodka Continental Comic Book“ mit etwa 300 nationalen und internationalen Künstlern publiziert. Daneben bringen sie ihre eigenen Editionen von Siebdruckkarten, Postern und Minicomix heraus und stellen ihre Bilder und Installationen regelmässig in Galerien, Clubs und Off-Räumen im In- und Ausland aus. Ihr Disco Quiz erscheint seit 2012 auch unter dem Titel „Kennst du das Lied?“ in der Schweizer Musikzeitschrift Loop. In dieser Ausgabe wird erstmals die bis anhin vollständige Serie als Sammlung ediert. Mehr: http://www.milkandwodka.net

Februar 2015, 68 S. (s/w), 12 x 19 cm, Klebebindung, Querformat

ISBN: 978-3-905846-32-4, €12 / 15 SFr

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