Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 10/2014)

Die Hipster lassen sich einfrieren, um in 500 Jahren den Untergang der Menschheit persönlich erleben zu dürfen.

Im Haus der hundert Flaschen. Sie schwafeln von ‹halbvoll›, sie schwafeln von ‹halbleer›, die Stimmung ist wichtig, der Groove, der Vibe, auch im Bundeshaus, es ist ja der Tempel der hundert Flaschen. Dort köpfen sie noch Flaschen, saugen sie dann aus, machen sich auch über seine Schwestern her, die grünen edlen. Und über den Nachschub brauchen sie sich keine Gedanken zu machen; noch immer bis jetzt war das Vóuch dumm genug, zu liefern, was jenen in den Mund floss. Hundert Flaschen, hundert Flaschen, reines Haus mit so viel Alkohol, was birgst Du in Dir alles? Spuck sie doch aus, diese Essigtabletten, irgendwohin. Und reinige Dich mit Frischluft, dann schließ das Haus für immer ab und lass die Denker Denker sein.

Ich: Es lebe die Mediokratie!

Das einfache Schweizer Volk: Yoyo Jeah! Yoyo Jeah!

Wir sind nur noch ein Einhorn entfernt vom Endsieg.

 

Mögliche Texte 19

Eine Dichterkarikatur oder -persiflage: Der Dichter wohnt in einem Dorf. Da wagen es die Frauen nicht, zu heiraten, ohne ihm vorher ihre Jungfernschaft angeboten zu haben, so geachtet und verehrt wird er in seinem Dorf. Doch dann entdeckt er Desserts. Und will keine Frauen mehr. Diese werden wütend, weil sie meinen, er verschmähe sie, weil sie hässlich seien. Die Heiratswilligen von 2014 töten ihn gemeinsam, indem sie Gift in eine ihm überbrachte Torte mischen.

Dazwischen immer wieder eingeblendet Hochzeitsanzeigen der Heiratswilligen.

Im anthropofugalen Dichter: Die Lied-Funktion.

Kann man den Menschen je zu Ende denken? Müsste er dann nicht noch da sein? Ist aber damit nicht zu Ende …

Zum Blog Salzkristalle & Trüffelpilze

Veranstaltungshinweise: Hybrido Unreim in Chur und Biel / etkbooks bei der EDICION

Wir blicken auf eine vollgepackte Woche!

Am Freitag, 31.10., gastiert Hybrido Unreim in Chur und zeigt um 19:30 Uhr im Kulturhaus Chur eine leicht gekürzte Version des aktuellen Programms.

Am Samstag darauf, 1.11. und bis 2.11., öffnet die Bieler Büchermesse EDICION ihre Pforten.

Die edition taberna kritika und andere SWIPS-Verlage werden in den Räumen der Schule für Gestaltung Bern und Biel ihre Bücher zeigen. Zudem wird an diesen beiden Tagen ein sensationelles Begleitprogramm durchgeführt.

Auch hier werden Hybrido Unreim (Samstag, 1.11. um 14h30 im Farblabor) noch einmal zu besichtigen sein.

Dort könnt Ihr uns finden, wenn Ihr uns sucht …

Veranstaltungshinweis: Roland Reichen und Hartmut Abendschein im Cabaret Voltaire (24.10.)

SWIPS präsentiert: Autor & Lektor – ein konstruktives Gespann?!

Roland Reichens Roman «Sundergrund» (edition taberna kritika, 2014) erzählt vom kurzen, irrwitzigen Leben eines Drogensüchtigen aus dem Berner Oberland. Gemeinsam mit Hartmut Abendschein, seinem Lektor und Verleger, berichtet er über die Arbeit an diesem Buch.

Mehr …

Ort: Cabaret Voltaire

Spiegelgasse 1, 8001 Zürich, http://www.cabaretvoltaire.ch

24.10.2014 17.00 – 18.00 Uhr


STIMMEN

Reichen und Abt (Gitarre) am Gartenfestival

“Wenn die Sätze explodieren.” Rez. von Benedikt Sartorius in: WOZ, 28.8.2014

“Fieders Passionsweg von der Wiege bis zur Bahre”. Rez. von Alexander Sury in: Der Bund, 20.6.2014

“«Sundergrund» ist ein starkes Stück Literatur, das nüchtern-ironisch beschreibt, ohne anzuprangern.” Rez. von Carolina Bohren in: Berner Zeitung, 18.7.2014

“Reichens Text verwendet den Dialekt, ohne jemals in Heimattümelei abzurutschen – ein schmaler Pfad, auf dem sich der Autor dieses bemerkenswerten Experiments in schlafwandlerischer Sicherheit bewegt.” Charles Lewinsky

“Ein Blümli, wo verdorrt.”. Rez. von Gisela Feuz in: KulturStattBern, 16.7.2014

“Das Krutzhüttli – Generationen auf Schwemmland” Rez. in: nahaufnahmen, 24.9.2014

“Heavy Metal und Melancholie”. Roland Reichen und Patrick Abt am Gartenfestival: Bund-Blog, 20.7.2014

Skizzenwerke – Entropisches Erzählen – Textrecycling (Werkstattbrief 3/14)

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir freuen uns, Ihnen folgende neue Texte und Arbeiten vorstellen zu dürfen:


Dominik Riedo

Uns trägt das Angesungene.

Mögliche Texte

Oktober 2014, 88 S. in Farbe, 19 x 12 cm

ISBN: 978-3-905846-31-7

€12 / 15 SFr, Broschur

CLXXX) Ein Buch in Gebärdensprache.

Möglichst pervers.

(Klappentext)

Kann Skizze Werk sein? Wo fängt ein Werk an? Wann und warum hört es auf? Welche Akteure sind daran beteiligt? Was bedeutet das für die Autorschaft?

“Uns trägt das Angesungene” beschäftigt sich in performativer Art mit solchen Fragestellungen. Dominik Riedos “Mögliche Texte” sind Ideenskizzen von noch zu schreibenden Romanen, Erzählungen, Essays etc., in deren – zuweilen flapsigen, mündlich anmutenden – Vorwegnahme das ganze Drama unserer Endlichkeit und Kultur der Optimierung steckt. Das Buch wird in der schamlosen Ausstellung seiner (Un)Fertigkeit zur doppelten Allegorie einer offengebliebenen Korrektur.

Mehr: http://www.etkbooks.com/angesungene/


Michael Perkampus

Entropia, oder Hochzeit auf dem Lande.

Erzählung

September 2014, 70 S., 19 x 12 cm

ISBN: 978-3-905846-30-0

€12 / 15 SFr, Broschur

Das hat’s lang nicht gegeben: zerpolterte Pfeifenerde; The Magic Of Porcelain; Akkordeon=Spül, Sechsämtertropfen; das ganze Dorf ein schmuckes Kästchen, von oben bis unten bemalt mit der Farbe Nostalgie, sowas wie das Idealbild des Idafeldes auf Atlantis nach Plato; wenn man sich vorstellt, wie das alles hier einmal lustgärtnerisch entstanden sein muß: Pavillon, geckernde Damen=Echos, Perlenregen, Hütchen: hüh-hotte-reite-bloß-nicht-so-schnell-ich-stürze-ja-sonst; sag doch bitte jemand, daß das nicht meine Zeit ist! Kam ganz gymnós von den letzten Luperkalien zurück. Sag doch bitte jemand, daß das genau meine Zeit ist! Von Festen bin ich ganz angetan; als sei die Zeit gar nicht vorhanden, alles rauschend: die Krähen der Zeit: »Wieviel Cornix bleibt uns denn noch?« : Ich in Schweinel=Häuten; ich vor einer gefüllten Schale Eicheln: ich, Pelasgos. (Klappentext)

“Das ist ein wunderbarer Prosatext. Erinnert an die Wucht des Arno Schmidt, er: der Text schwirrt mir vor Augen und Ohren – haben Sie Dank. Ich freue mich darauf, dieses MS als Buch vor mir liegen zu sehen.”

Friederike Mayröcker

Rosarium Philosophorum. Die chymische Hochzeit von Rex & Regina findet in einem kleinen oberfränkischen Dorf, das allerdings durchaus seine Historie hat, seine Entsprechung in der Andeutung einer festlichen Vorbereitung. Mehrere Entitäten versuchen sich in der Darstellung der Geschehnisse, und immer wieder aufs Neue scheitert deren Versuch. Scheinbar unzusammenhängende Passagen, scheinbar nicht zueinander passende zeitliche Abschnitte, teils aufgespalten in apokalyptische oder orgiastische Bilder dominieren. Andeutungen verdunsten im Sprachgewühl: dies alles in einer unzeitgemäßen Orthographie gehalten. Diese Hochzeit wird somit auch als symbolistisches Gebilde ‘bricolagen’ Erzählens gefasst, das die Absicht hat, über die Ränder jeglicher begrenzter Realität hinauszugehen und die Grenzen der Sprache nicht anzuerkennen.

Mehr: http://www.etkbooks.com/entropia/


Hartmut Abendschein

Recycling Le Tour de France.

Komposition für drei Soundboards, eine Yamaha PSR-420 und diverse, künstliche Stimmen

Partitur, Dokumentation & Materialien

Juli 2014, 72 S., 29,7 x 21 cm, Klebebindung

Limitierte Printauflage & DRM-freies PDF

ISBN: 978-3-905846-29-4, €20 / 26 SFr

“natürlich kann man in der rückschau

immer sagen man hätte mehr tun können

sagte der u c i präsident aber man kann

nur so viel tun wie das system

das in kraft ist zulässt” (intro)

Veraltete Texte und gebrauchte Instrumente können durch bekannte und neue Verfahren und Kontextualisierung recycelt werden. Die Produkte sind oftmals erstaunlich. Dies soll ein praktisches Plädoyer für den kreativen Umgang mit abgegriffener Kultur sein. “Recycling Le Tour de France” versteht sich als multimediale, konkret-poetische Montagearbeit, die überkommene Text-, Hard- und Softwareformen, d.h. Sprache, Sound und Technik zerlegt, anwendet, rekombiniert und daraus frische, ästhetische Gebilde formt. Ausgangsmaterial ist hier eine Audio-Transkription einer Tour-de-France-TV-Übertragung (1996), die bspw. durch einen Mesostichon-Algorithmus nach John Cage bearbeitet wird.

Mehr: http://www.etkbooks.com/rltdf/


Neu als E-Books:

Roland Reichen: Sundergrund. Roman

http://www.etkbooks.com/sundergrund/

Jutta Pivecka: Punk Pygmalion. Roman in Briefen

http://www.etkbooks.com/punk_pygmalion/

Mehr: http://www.etkbooks.com/downloads/


Online-Publikation:

litblogs.net – literarische weblogs in deutscher sprache (ISSN 1662-1409):

Lesezeichen 3/2014. – 6. Oktober 2014

In dieser Ausgabe: Die Kälte des Hauses in den unteren Regionen, Thierry Bourgignon und Walther Godefroot, ein froher Kobboi, kostspielige Tele­fon­ge­sprä­che nach Über­see, ein radikalisierter Koranschüler in Pakistan und ein Kuchen aus Klee, eine Backpfeife für Vater, leergezeiltes Zaumzeug, eine Lektüre der Madame de Scudery, der Bodensee-Schifffahrtsbetrieb und dreifach segmentierte Mülleimer, minimierter Sex mit Morgenpfeife und einem Herrengedeck, ein Lemonheads-Hit mit Nachtkerze, handgemachte Schreibmaschinen-Poesien, Gerti Senger, Goldmarie und ein deppertes Häschen, Pferdespeichel, Zuckerstücke, verschüttete kulturelle Ablagerungen und totale Institutionen … uvm.

Mit Beiträgen von Christian Lorenz Müller, Claudia Gabler, Christiane Zintzen, Guido Rohm, Jörg Meyer, J. S. Piveckova, Stan Lafleur, Phyllis Kiehl, Alban Nikolai Herbst, Norbert W. Schlinkert, René Hamann, Marianne Büttiker, Anatol, E.A. Richter, Andreas Glumm, Helmut Schulze, Jan Kuhlbrodt, Michael Perkampus, Hartmut Abendschein, Rittiner & Gomez und Andreas Louis Seyerlein

Mehr: http://www.litblogs.net/inhalt-032014/


Lassen Sie sich gerne überraschen? etkbooks gibts auch im Abo:

http://www.etkbooks.com/abo/


Unsere Bücher können über den Buchhandel oder direkt beim Verlag bezogen werden. Ausführliche Informationen über unsere Neuerscheinungen und das Gesamtprogramm finden Sie im Internet unter http://www.etkbooks.com

Litblogs.net Lesezeichen 03/2014

Die Lesezeichen-Ausgabe 03/2014 erschien am 6. Oktober 2014.

In dieser Ausgabe:

Die Kälte des Hauses in den unteren Regionen, Thierry Bourgignon und Walther Godefroot, ein froher Kobboi, kostspielige Tele­fon­ge­sprä­che nach Über­see, ein radikalisierter Koranschüler in Pakistan und ein Kuchen aus Klee, eine Backpfeife für Vater, leergezeiltes Zaumzeug, eine Lektüre der Madame de Scudery, der Bodensee-Schifffahrtsbetrieb und dreifach segmentierte Mülleimer, minimierter Sex mit Morgenpfeife und einem Herrengedeck, ein Lemonheads-Hit mit Nachtkerze, handgemachte Schreibmaschinen-Poesien, Gerti Senger, Goldmarie und ein deppertes Häschen, Pferdespeichel, Zuckerstücke, verschüttete kulturelle Ablagerungen und totale Institutionen … uvm.

ZUM INHALT …