Wir wünschen unseren Leserinnen und Lesern einen entspannten Jahreswechsel. Ab Anfang Januar sind wir wieder für Sie da …

Wir wünschen unseren Leserinnen und Lesern einen entspannten Jahreswechsel. Ab Anfang Januar sind wir wieder für Sie da …

Die Räume des Tagtraums erscheinen uns paradox: brüchig, und erfüllt, und überquellend. Die der Alltagswahrnehmung nie: kontinuierlich, ohne Risse, lückenlos leer.
Die Angst ist oft das Konsulat des Schönen, seine ständig schreckliche Vertretung in der Welt.
Erfolg: Oft wünschte, flehte ich, nur die Toten mögen mich nicht vergessen.
Zeugenberichte vom Exodus. Woher es kam, wann es begann, konnten sie mir nicht sagen. Doch viele Exemplare befiel damals ein Unbehagen, zu ihrer eigenen Gattung, zur Menschheit zu gehören.
Sie fürchteten sich vor ihren Phantasien statt vor ihren Gewohnheiten.
Alkoholisierte Astronauten, überhebliche Osterhasen, seltsames Getier, krasse Schöpfungsfehler, politische Rohrkrepierer, Fußball, Männer und Frauen. Und dann noch jedes Jahr Weihnachten. Manchmal kann man an dieser Welt wahrhaft verzweifeln. Oder einfach über sie lachen. Für dieses Hörbuch hat Georg Raabe eine Auswahl aus neun Jahren Arbeit für die Wahrheit getroffen. Es präsentiert gut die Hälfte seiner dort erschienenen komischen Gedichte, neu durchgesehen und vom Autor persönlich vorgetragen.
Die CD zum Georg Raabe Onlinearchiv (GROa).
Mehr: http://raabe.etkbooks.com/
Hörproben:
Mal im Vertrauen
Vorösterliche Krise
Eine Pistolenkugel wird abgefeuert. Im selben Moment erinnert der Anvisierte einen Kindheitstag am Meer. Die Kugel ist unterwegs, die Gleichzeitigkeit dauert.
Er verliert sich in seinen Bildern (eine Lache geschmolzenen Schokoladeneises zwischen Brandungsgeröll, seine Füße vor ihm, vergraben im Sand, ein lesendes Mädchen mit Gänsehaut, dort drüben auf einem gelben Badetuch, die Silhouetten zweier Tanker am Horizont). Nicht die berühmten letzten, blitzartigen Bilder vor dem Tod, nicht die kurz aufleuchtenden, vergangenen Augenblicke. Das Geschoß geht in der ihm fremden Zeit spazieren, beginnt in ihr zu wandern. Die Erinnerung aber dehnt sich immer weiter, gewinnt ihre uns fremde, endlos wachsende Genauigkeit. Die Kugel verirrt sich in ihr verliert an Geschwindigkeit, erstarrt.
Und fällt ein kurzes, dumpfes Geräusch ins nun nicht mehr leere Eimerchen des Jungen. Ende.
Das einfache Schweizer Volk: Kennst du das Land, wo die Melonen schwellen?
Ich: Präteritum!
Das einfache Schweizer Volk: Häh?
Ich: Kannte. Ich kannte es. Oder aber: Schwellten. Ich kenne Land, wo es schwellte. Heute wachsen dort eher runzlige Zitronen
Möchten Sie als Lehrer lieber von einem ehemaligen Lehrer, einem Lehrer oder von jemandem, der nie Lehrer war, kritisiert werden? (Beruf austauschbar)
Lange lebe der Märtyrer!
Es ist zwar schon lange her aber was sind schon Jahrhunderte gegen Jahrtausende? Und also würde es sich sehr wohl lohnen, Städte, Länder und andere geographische Orte, die nach dem ewig-gleichen Christenprinzip Trinidad etc. heißen, endlich nach den wahren Kulturträgern zu benennen: Krausiana, zum Beispiel.
(Doch) Die konstitutionelle Grundveranlagung der Geschichts-Attenäter darf nicht in erster Linie als welthistorischer Kausalzusammenhang gesehen werden: Sie sind alle bloß irrsinnig (und der Zusammenhang kommt von ganz woanders )
Verbibäbelung.
Kunst-Genießer sind Schattengenießer? »Glaubt ihr denn, es gebe auch nur den geringsten Unterschied zwischen denen, die in der bekannten Höhle Platons bloß die Schatten und Abbilder [ ] sehen und bewundern [ ] und dem [ ], der die Höhle verlässt und die wirklichen Dinge erblickt?«
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