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The Chomskytree-Haiku (Rhizome(Rhizome))

TCT-H (R(R))

von Hartmut Abendschein

Eine intermediale Allegorie poetischen Arbeitens

edition taberna kritika, Bern, 2011

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TEXTE: Exposé, Anmerkungen, Informationen, Theorien, Materialsammlung (im Blog), rückläufig

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Die Kunst hatte die Parabase erbrochen.

Die Kunst hatte die Parabase erbrochen. Sie schaute zwanghaft auf die Lache neben ihr, ekelerregt. Und rannte davon.

Vorbild. – Die Vorstellungswelt eines vor kurzem Erblindeten. Das Imaginierte muß praktikabel werden.

Kunstgeschichte. – Kaum sichtbare Bewegung von Erstarrtem. Gletscherartige Langsamkeit. Bruchkanten am Meer des Vergessens.

Es ist ihr Horizont, der sie einschnürt.

Tierkern. – Ein Kater kam zum mir gelaufen, legte sich auf meinen Schoß. Ich kraulte gedankenverloren seinen Kopf, streichelte sein Fell, ich weiß nicht mehr, wie lange. Ich fiel, verlor mich immer tiefer in diesem Tun und seinem wohligen Schnurren. Plötzlich, in dieser Selbstvergessenheit, beugte sich mein Oberkörper zu ihm hinunter, öffnete sich mein Mund … Er hob irritert den Kopf, schaute mich mißtrauisch an. Ich zögerte, hielt inne, erschrak: Ich spürte schon das Fell auf meiner Zunge.

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Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 07/2011)

Ist ein literarischer Text, was die Partitur in der Musik? Was bringt ihn dann zum Tönen? Oder ist er bereits, was die Aufführung bei der Musik? Was wäre dann bei einem Text die Partitur?

Utopia: Der in die Literatur verpflanzte Wunsch nach Totalplanung und einem Höchstmaß an Ordnung erwächst aus der widerborstigen Erfahrung an der Realität – entwirft aber oft genug in seinen Gegenbildern eine Gegenwirklichkeit, die der Realität verdammt nahekommt.

Der kastrierte Kater wartet auf Streicheleinheiten von seiner Kätzin wie der Mönch auf eine Berührung Gottes. Beide lassen sich von einer gewöhnlichen Hand täuschen.

Der von Abscheu getriebene Schriftsteller: Die Kernphantasie vom Einschlag eines Meteors in eine geordnete Welt.

Der Schweizer redet mit gespaltener Zunge: Die Diglossie presst ihn dazu.

Das Schreien des Kleinkindes: Es ist der Urklang all dessen, was sich in uns gegen die Welt sträubt und uns selbst. In der Literatur ist das Urgewaltige sublimiert zu einem Klagen, das man den Worten einzeln so nicht mehr ansieht; in jeder hervorragenden Literatur ist der ursprüngliche Ton dennoch zu hören – tief unten im Text, zwischen den Zeilen, in der Gesamtheit des Textes an sich, als Klage an die Welt.

Was träumt die Karotte?

Zum Blog Salzkristalle & Trüffelpilze

Gleichmütig traurig wie schwebende Seekühe.

International stranger. – Viele Male starrten meine müden Augen in sein Angesicht. Und jedes Mal strahlte er zurück, ritt immer wieder aufs Neue in den Sonnenuntergang. Er, „le cowboy dans la solitude de la vie sauvage“. Ich, der Abgerichtete unter vielen im Neonlicht.

In einer halben Nacht gelang es einer Maschine und ihren Hilfsarbeitern, das höhnende Bild von Billy The Kid für die französische Ausgabe eines deutschen Waffenjournals 40.000fach zu reproduzieren.

Gestern Sport. – Er bewegte sich wie ein animiertes Knetmännchen, dem sie jedes dritte Bild gestrichen hatten.

Einsam, verlassen, voller Erinnerung – ihm war wie ein Kinderspielplatz im Winter.

Wir lachen mit dem Tod, den wir in unserem Zwerchfell spazieren tragen.

Gleichmütig traurig wie schwebende Seekühe.

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