Wenn wir über Sprache sprechen, beginnen wir zu lallen …

Übermacht. – Es gibt bereits zu viele, denen es gelingt, den Kosmos unter ihre Lupe zu legen.

Immer wieder vergessene Maxime: Die Gesellschaft ist träger und unerbittlicher als wir sie je vorzustellen vermögen. – Nicht aber das Vergessen, die Maxime selbst wird uns eines Tages den Kopf kosten.

Die Urintränken der Schmetterlinge – ihr strenges Gold der Leichtigkeit!

Sie versprach ein letztes Stückchen wilde Wiese am Rande dieses universalen Schrebergartens.

Gerne klaute ich Barbara die A’s, ohne sie zu zügeln.

Wenn wir über Sprache sprechen, beginnen wir zu lallen, klitzekleine Laute voll des ernsten Nichts. Trotzige Kinder hören wir. Und die Mutter lacht, und antwortet: „Papperlapapp! Papperlapapp!“

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Lieferbar / Download: Und die Sonne brennt auf das Fell (Dominik Riedo)

“Und die Sonne brennt auf das Fell”

Werktagebuch des 2. Kulturministers der Schweiz (2007–2009)

Von Dominik Riedo

“Danach höre ich im Radio eine Sendung zu Künstlerinnen und Künstlern. Die meisten Ausstellungen werden dabei wieder einmal mehr als «Events» angepriesen. Da krieg ich gleich ’nen Hautausschlag. Was wollen die immer mit ihren Events? Wenn Kunst nur noch wahrgenommen wird, wenn sie Event ist, dann sollen sich die Leute doch einen Staubsauger kaufen und den an die Ohren halten, bis sie ertauben. Dann haben sie ihren Event. Bei dieser ganzen Eventkultur bleibt nämlich die Wahrnehmung der Kunst als solche völlig auf der Strecke. Gefragt sind nicht mehr Werke, die einen langfristig nicht mehr loslassen wie ein Nagel im Hirn, sondern bloss noch solche, bei denen man zehn Sekunden ein bisschen verlegen ist, dann geht’s weiter zum Buffet.”

MEHR …

E-Book only. (EPUB, Amazon Kindle)

554 KB (135000 Wörter)

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ISBN: 978-3-905846-17-1

“Du bist unmöglich!”

Die Komik von Liebes- oder Sexratgebern besteht darin, sich vorzustellen, ihren Ratschlägen wirklich zu folgen.

Die Idee der Wahrheit war, der Bewegung des Denkens ein Ziel vorzugeben, ihm einen Zweck, einen Nutzen zuzusprechen. Ein ängstlicher Wille gierte danach, das Denken zu dressieren: die helle Wahrheit bändige seine ungeheure Lust, verspreche, sie für immer zu erlösen.

Die Ewigkeit ward der Käfig fürs Denken, die Wahrheit sein Grab im Paradies.

Kunst, erklärt für Neurophysiologen: der paradoxe Versuch, mit Gehirnhälften simplen Dichotomien zu entkommen.

“Du bist unmöglich!”

“Ah! – Schön wär’s.”

Verachtung: oft letzte Zuckung, Tic der Liebe.

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