“Animalisch anregende Porträts”

“(…) Liebevolle Erwähnung finden im 2010 erschienenen Prosaband «Von Tieren» 17 Arten: vom Esel («Steht die lebenslange Verdammnis zum Schleppen von Lasten im Zusammenhang mit lasterhaften Charakterzügen?») bis zur Ameise (Die «ersten Urbanisten» mit einem «Hang zu verdichteter Bauweise»), von der Sau (pure «Daseinsfreude» ausstrahlend und für uns doch nur «Abfallverwerter und Fleischvorrat») bis zum Elefanten (dessen «masslose Erscheinung» kontrastiere mit «unscheinbaren Körperteilen» wie dem «lächerlichen Schwänzchen» und wecke beim Homo sapiens die Hoffnung auf Verständnis «für Ungereimtheiten der eigenen Erscheinung»).

Die im Haiku-Endlosgedicht charakteristische Mischung aus sinnlich präziser Wahrnehmung und lustvoll schweifender, aus vielen Quellen schöpfender Reflexion zeichnet auch diese anregenden Tierporträts aus. Er sei weder militanter Tierrechtler noch fanatischer Vegetarier, sagt Dodel, ihn habe vielmehr der «anthropomorphe Blick» auf das Tier interessiert, all die Projektionen und Vermenschlichungen in Märchen und Fabeln. Immer wieder nimmt Dodel in den Tierporträts auch Bezug auf die antiken Autoren Aelianus und Physiologus sowie auf den Biologen Eduard Wilhelm Posner («Das Seelenleben der Tiere», 1851) und setzt diesen meist menschliche Überlegenheit zelebrierenden Tierstudien seinen «staunenden, zweifelnden Blick» entgegen – einen Blick, der Momente der Nähe zum Tier emphatisch beschwört, aber auch Fremdheitserfahrungen nicht unterschlägt. (…)”

Rezension in: Der Bund, 21.6.11

Franz Dodel, Von Tieren: http://www.etkbooks.com/von_tieren

Veranstaltungen: Franz Dodel im Schlachthaustheater, Hartmut Abendschein in der werkstatt14a

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Woche gibt es einige Veranstaltungen mit etkbooks-Beteiligung. Vielleicht sehen wir uns?

Franz Dodel: “Von Tieren” (Preisverleihung)

Preisverleihung «Literarische Auszeichnungen 2011 des Kantons Bern»

Preisträger: Franz Dodel (für “Von Tieren“) u.a. Eintritt frei. Reservation erforderlich.

Wo: Schlachthaus Theater Bern

Wann: Dienstag, 21.6., ab 20h

Links / Mehr:

http://www.franzdodel.ch/

http://etkbooks.com/edition/von_tieren

http://www.schlachthaus.ch/


Hartmut Abendschein: “Die Verfolgung und Ermordung Julian Paul Assanges, dargestellt durch die Puppentruppe des Hospizes zu Gutenberg” (Performancelecture)

Wo: Dramolett 4 in der werkstatt14a, Mühlemattstr. 14a, Bern

Wann: Donnerstag & Freitag, 23. & 24.6., ab 20h30

Links / Mehr:

http://www.abendschein.ch/site/weblog/die_verfolgung_und_ermordung_julian_paul_assanges/

http://www.werkstatt14a.com/

http://rheinsein.de/2011/05/01/rheinsein-im-grunen-salon/

Herzliche Grüsse

etkbooks

Wenn wir über Sprache sprechen, beginnen wir zu lallen …

Übermacht. – Es gibt bereits zu viele, denen es gelingt, den Kosmos unter ihre Lupe zu legen.

Immer wieder vergessene Maxime: Die Gesellschaft ist träger und unerbittlicher als wir sie je vorzustellen vermögen. – Nicht aber das Vergessen, die Maxime selbst wird uns eines Tages den Kopf kosten.

Die Urintränken der Schmetterlinge – ihr strenges Gold der Leichtigkeit!

Sie versprach ein letztes Stückchen wilde Wiese am Rande dieses universalen Schrebergartens.

Gerne klaute ich Barbara die A’s, ohne sie zu zügeln.

Wenn wir über Sprache sprechen, beginnen wir zu lallen, klitzekleine Laute voll des ernsten Nichts. Trotzige Kinder hören wir. Und die Mutter lacht, und antwortet: „Papperlapapp! Papperlapapp!“

p13

Lieferbar / Download: Und die Sonne brennt auf das Fell (Dominik Riedo)

“Und die Sonne brennt auf das Fell”

Werktagebuch des 2. Kulturministers der Schweiz (2007–2009)

Von Dominik Riedo

“Danach höre ich im Radio eine Sendung zu Künstlerinnen und Künstlern. Die meisten Ausstellungen werden dabei wieder einmal mehr als «Events» angepriesen. Da krieg ich gleich ’nen Hautausschlag. Was wollen die immer mit ihren Events? Wenn Kunst nur noch wahrgenommen wird, wenn sie Event ist, dann sollen sich die Leute doch einen Staubsauger kaufen und den an die Ohren halten, bis sie ertauben. Dann haben sie ihren Event. Bei dieser ganzen Eventkultur bleibt nämlich die Wahrnehmung der Kunst als solche völlig auf der Strecke. Gefragt sind nicht mehr Werke, die einen langfristig nicht mehr loslassen wie ein Nagel im Hirn, sondern bloss noch solche, bei denen man zehn Sekunden ein bisschen verlegen ist, dann geht’s weiter zum Buffet.”

MEHR …

E-Book only. (EPUB, Amazon Kindle)

554 KB (135000 Wörter)

etkscript 001

ISBN: 978-3-905846-17-1