… und im Begriff verfolgt uns dann die Seele der von ihm erlegten Sache.

Ich träumte, ich ging ans weit geöffnete Fenster und stieg hinaus. Nicht wie ein Vogel flog ich, wie ein Luftballon schwebte ich davon, trieb schon dahin zwischen Wolken … Doch ich drehte mich ein letztes Mal um, warf einen kurzen Blick zurück. Und sah dort den kleinen Jungen am Fenster stehen. In die aufgerissenen Augen des Kindes starrte ich! Wie sie gebannt an mir, am Losgelassenen hingen. Und lange noch am leeren Horizont.

Ich erwachte.

Ihm, einzig ihm, werde ich schreiben.

Die einheitliche Ödnis des Dualismus’.

Viel zu selten kitzelte seine Zunge sein Bewußtsein.

Ein Merkwürdiges dieser Zeit: das Seriöse begann zu blödeln.

Wir belauschen, wir beschleichen, wir umzingeln, unser Denken jagt die Dinge. Es zielt … – und im Begriff verfolgt uns dann die Seele der von ihm erlegten Sache.

p8

“Eine genuin surreale Fabulierlust” (NZZ, 6.5.11 / Perkampus: Guckkasten)

(…) “Eine genuin surreale Fabulierlust prägt Perkampus’ «short cuts». Schon der dem Visuellen entlehnte Titel «Guckkasten» suggeriert ein akustisches Panorama des sogenannt «Anormalen», wie man es früher bei Schaustellern auf Jahrmärkten zu sehen bekam. Wo die Einzelideen ihre Fluchtpunkte in alle Richtungen streuen, sorgt ein bestechendes Sounddesign für ihren Zusammenhalt. (…)” (NZZ, 6.5.11)

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Dem Absoluten begegne provisorisch.

Wie ist sie jung! – So grün! Von Trieben, Knospen übersät, Ahnungen von Blättern, Blüten … – ah, so grün, so zart! Doch hatte auch sie den Holzkopf bereits aufgeschraubt bekommen.

Ach, die Erwachsenen dieser Welt. – Hört, wenn sie sagen, sie stünden mit beiden Beinen im Leben. Und seht, wie sie durch ihren Alltag krabbeln.

Alles, was den Anschein erwecken möchte, letztendlich begründet zu sein, nicht kategorisch verwerfen. Vor das Absolute gestellt, zücke entschieden einen Bleistift. Dem Absoluten begegne provisorisch.

Auch das letzte Individuum, das ich in mich legte, begann bereits am nächsten Tag mit seinem Leben: Es wuchs, es wucherte, es teilte sich unaufhörlich. Und kümmerte sich nicht weiter um seinen Begriff.

p7

Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 04/2011)

Mein Interesse für das ›Wilde Denken‹ gerät zunehmend in Widerspruch zu einem Plädoyer für soziale und wissenschaftliche Progression. Aber mit der Zeit zu gehen, das bedeutet zurzeit, den Fokus auf die Erscheinungsformen und Hochburgen von Wirtschaft und Technik auszurichten. Bei dieser so genannten Avantgarde der Wissenschaft gehe ich oft lieber wieder zurück zu einer Art Primitivismus des Denkens, die zum eigentlich auch Angestrebten eine disparate, ja selbst aus konträren Vektoren kombinierte Verbindung eingeht. (Es entsteht die paradoxe Kulturoption einer ›Regression nach vorn‹, der nurmehr eine Art von sehr bewusst zu einem gewissen Teil naiv geschriebener Literatur gerecht wird oder gar erst gerecht werden könnte.)

Die Schönheit des geformten Schmerzes.

Alles ›gemacht‹, nichts ›echt‹, nichts ›von innen her notwendig‹, also de ganz Chäs Kitsch, trotz aller Linkitüde? (Aber wenn es nur das wäre, dass man die eigene Verlogenheit schmerzvoll erkennt und daher als tragischen Zug in seine Lyr einarbeitet?)

Gerade unaktuell: Fasnacht. Fasnacht? – : Alle verordnet, nein: erlaubt lustig. Und sowieso: Fasnacht: Alle dürfen gratis im Bus sitzen; Kinder: Alle bekommen Bock-Prämien bezahlt; Versicherungen bezahlen Taxi-Gutscheine, wenn man über die Festtage nicht trinkt. Aber wir: haben kein Auto, erhalten nichts; haben keine Kinder: erhalten nichts; haben kein Interesse an der Fasnacht: nix! (Und kommt mir nicht mit ›Förderungen‹. Die erhalten Bauern auch. UND den ganzen Rest). Es ist eben, all das, was die Mehrheit will. – Längst leben wir in einer Mehrheitsdiktatur (siehe 16.02.2011); Minderheiten werden nicht (mehr) voll akzeptiert, sondern immer öfter diffamiert oder zumindest vor den Kopf gestoßen. (Don’t tell me nothing ‘bout being a writer! Immerhin bekommt nun ›writer’s block‹ einen zusätzlichen Sinn: Dress black, smash’em! Ein bewusst entleerter Grind am nächsten Grind aufgeschlagen: Hey, da spritzt das Nichts!)

Die zart dreinschlagenden Blüten meiner Gedankenwurzel.

Sie waren, ja, sie waren in New York, sie waren in der Großen Galerie der Cheops-Pyramide, sie haben Petra von Nahem gesehen: was alles ein »ganz anderes Lebensgefühl« vermittle – aber anscheinend nicht für lange – zuhause leben sie weiter wie stets … … … !

Der Wortschatz der XXX: Essen = Mampf / Mampf-Mampf = Festessen / Gluck = Trinken / Gluck-Gluck = Alkohol trinken / Schnarch-Schnarch = schlafen / Bumm-Bumm = arbeiten / Ummagumma = Sex / Die Zahlen 1 bis 30 für die Nummern der Schraubenschlüssel. – – – Happy New World.

Es mag der Spitz aus fremdem Stall uns immerfort bekläffen; doch seines Bellens lauter Schall beweist nur, dass wir reiten!

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