Windbruch (notula nova 8)

Am Sonntagmittag verlassen die Gäste das Haus. Ich lasse das Wasser aus dem Bassin und spritze es ab. Aller Voraussicht nach werden die Zigaretten reichen, bis die Geschäfte wieder öffnen.

Rosenbuschdornen

Obszönität der Natur

Bildreligion

Geträumt, ein Adlerpärchen hätte sich in meinem Zimmer eingenistet. Ich konnte die Vögel vertreiben. Die Reinigung des Raumes nahm Ewigkeiten in Anspruch. Dann: In einem Zug von Hall zu einem Freund nach Berlin. Nie dort angekommen.

Sommerbericht // Der nicht mehr beschrittene, der / umgangene Thymianteppich. / Eine Leerzeile, quer / durch die Glockenheide gelegt. / Nichts in den Windbruch getragen. // Wieder Begegnungen mit / vereinzelten Worten wie: / Steinschlag, Hartgräser, Zeit. (P. Celan)

(Die Pferdebremsen haben sich spezialisiert. Das Antibrumm wirkungslos. Der Umbruch: geräuschlos. Die Wörter auch: Fassade, Betonriss, Leben).

Die Badenden (notula nova 7)

Das Gras ist nieder. Der Feigenbaum trägt dieses Jahr zwei Früchte mehr. Die Frösche sind schon am morgen heiser. Das Schwimmbad auf der gegenüberliegenden Seeseite öffnet früh. Man kann sie nicht sehen, die Badenden, aber der Wind trägt Stimmen der Heiteren über die Wasseroberfläche. Eine Schwanenfamilie rüstet sich am Ufer. Bald werden die Birnen reif sein. Und mit ihnen das gesamte menschliche Geschlecht.

In der NZZ: Wenn Volksmusik im Radio ertönte, hiess es bei uns in Zürich einst: “Stell ab. sonst regnet’s morgen.”

Noch zu schreibende Ratgeberliteratur: “Belohnungsaufschübe wirksamer gestalten”.

Und: „Das gelungene Kind“.