
taberna kritika
etkbooks @ Literaturfestival BuchBasel 2012
Die SWIPS-Lese-Lounge in der ehemaligen Galerie Beyeler (Bäumleingasse 9, Basel) ist eingerichtet und empfängt am Freitag und Samstag von 11.00 Uhr bis 21.00 Uhr interessierte Besucherinnen und Besucher des Literaturfestivals BuchBasel 2012. Der Eintritt zur Lounge ist FREI, im Erdgeschoss kann man sich in der Weinbar mit kleinen Köstlichkeiten verpflegen.

Noch einmal hinweisen wollen wir auch auf die dortige Veranstaltung am Samstag, 10.11. um 15h30:
Innerhalb des Literaturfestivals in Basel sprechen Stan Lafleur und Hartmut Abendschein über literarische Weblogs, ihre Poetologien, das Schreiben im Netz und lesen aus aktuellen Texten.
029
schau mal ein computerfreak aus
dem stadtteil der hundertjährigen
schläft heute nacht allein
die elektronische stimme ist
alles was du hattest
und dich zu kleiden
wie ein albino
mein geliebter politiker und pädophile
bewegen sich
wenn du nicht gut bist
im menlo park tun die bastarde
die dich jetzt nach hause bringen
schreckliche dinge
du bist kein kulturelles bild
Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 10/2012)
Geburd in Wean, Collège de Genève, dada in Zürich, Fremdenlegion in Afrika, Errehüüser e de Schwiiz, Tod in Italien: Wer wollte Friedich Glauser vereinnahmen?
Die Insel von Schnabel.
Der Turm von Fabel.
Alle Sprache ist doch längst verbraucht. Die edle sowieso, das hat schon Pound gesehen. Und der Slang ist heute auch nichts Besonderes mehr. Eigentlich gehen deswegen nur noch Texte, die in Zitaten reden, also eine riesige Zitaten-Collage die aber etwas sagt, was mehr sagt, als die Summe dieser Zitate. Karl Kraus hats vorgemacht im Theater-Bereich. Fehlt die gleichwertige Leistung in der Lyrik und der Prosa.
Es kann das ja geben: Ein Stück wirklich schlechter Literatur in einem exzeptionell guten Buch; wenn es einen Zweck erfüllt, nämlich (siehe Joyce). Würde man es aber auch merken, was es auf sich hat, wenn ein Autor ein ganzes Buch schlecht schreibt, absichtlich, aus einem bestimmten Zweck (siehe Riedo)? Und würde es sogar kunstvoll sein, ein ganzes Leben nur schlechte Bücher zu schreiben, aus einer bestimmten Absicht heraus (aber dann eine Seite so perfekter Literatur zu hinterlassen, dass man doch weiß: Die/Der hätte auch anders gekonnt)?
An dem Quell der Langenweile
Lag die Dichtkunst hingegossen.
Ihre Kinder, die Vokale,
Brachten großes Wasserblubbern;
Aus dem Blubbern Tropfen wurden,
Kleine Spritzer funkelnd flogen,
Und zum Bächlein sich formierten,
Da wie Schiffchen talwärts eilten,
Hey, die flossen, hey, die sprangen,
Auf des Gründelns seichten Spuren.
Wem die Kunst einer Nation Ausdruck ist ihres ethischen Zustandes, der erlebt die extreme Entstellungsarbeit der gängigen Szene nicht mehr als Narrenposse, sondern als etwas viel Schlimmeres, das auszusprechen sogar ich zurückschrecke.
Ach, hört mir doch auf mit der Literatur des Augengalopps!
Früher wurden die Kunst-Texte als Hilfe zum Memorieren unterstützt durch Reime. Heute ist das Hirn entwickelter, komplexer. Die logische Folge: Das Epos wurde zum Roman. Es ist die heute adäquateste Form der Literatur.
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