taberna kritika

Lieferbar: UEBERICH I

Datenbank der Realfiktionen / Database of real fiction 1(2)/2009

(DVD zu http://www.abendschein.ch/site/weblog/C53/)

Producers: edition taberna kritika

Format: NTSC

Studio: edition taberna kritika

DVD Release Date: May 20, 2011

Run Time: 60 minutes

ASIN: B0051WTML0

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Kamerad











































Quote „Hellmann im Auto Los – ! Die Zweige, mit denen der Wagen getarnt war, fallen ab, und das Auto setzt sich langsam in Bewegung, Richtung Kreuzung. Am Motorrad wird der Kickstarter angetreten, und der zweite Mann setzt sich auf den Sozius, …“ (o.S.)
Source Hans Beimler, Kamerad. Autor Rudi Kurz, Verlag Henschelverl., 1970, 247 Seiten
Keywords Strasse, Zuschauer, Radrennen, Motorräder, Fahrräder, Kreuzung, Autos
Retrieved letzte 4 von 7 Keywords in http://books.google.com/
Produced 21.06.2009, 01:59 PM
Added 26.11.2009, 05:47 PM
Time 1:34
Raw File VID00163.AVI
Entry No 0060
Size 23‘367 KB / MP4
Broadcast Public
URL (Video) http://www.youtube.com/watch?v=T_vVV5stLxc
Status Live!
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nbp: DLT: 1 Grundsätzliches bit.ly/omLWzW /nbp: Vorliebe für frühes, frierendes Schreiben. bit.ly/nAkq9S / nbp: Infantenfuturismus (notula nova 128) bit.ly/q5l2mD / @mykke_ dazu 1 süppchen? http://t.co/7Zni0eA / neueprosa.wordpress.com #lbn / nbp: Gretas Geheimnis bit.ly/r2tvaZ / PLUS: http://www.avenidaperdida.com/25-august-2011-philosophen-und-whisky/ / http://www.avenidaperdida.com/the-chomskytree-haiku-rhizom/ / Chair(e)Fiction. Veranstaltungshinweis: hab @ La Nef http://bit.ly/qu9MtY / http://www.begleitschreiben.net/das-grosse-versagen/



(self-portrayed by someone else 2: worst club)

DLT: 1 Grundsätzliches

Der literarische Troll

Spekulationen zum Verständnis einer Funktion als Figur

(Essay, Beta)

1 Grundsätzliches

DER DOVRE-ALTE.

Wodurch unterscheiden sich Mensch und Troll?

PEER GYNT.

Die unterscheiden sich wohl nicht sehr.

Großtroll will zwicken und Kleintroll will zwacken; –

Ganz wie bei uns, wenn’s erlaubt nur wär’.


Henrik Ibsen, Peer Gynt

Die überlieferten Erzählungen einer kulturellen Gemeinschaft werden bisweilen von seltsamen Wesen bevölkert. Diese Wesen können Figuren sein, denen besondere Merkmale zugewiesen werden, umgekehrt kann es aber auch eine gewisse Form des Erzählens selbst sein, das sich zu so einem Wesen figuriert.

Die in Skandinavien besonders reiche Tradition von Texten, die sich um Trolle, Berg- und andere Geister ranken, werden auch im Rahmen von Kulturtheorien verhandelt, denen zufolge „alle zivilisatorische Aktivität als Zähmung innerer elementarer Energien, die der Mensch als ‚Naturwille‘ oder ‚Explosionskraft‘ erlebt, verstanden werden muss. Diese der Psyche innewohnenden Triebkräfte spaltet der Mensch von seinem Selbstbild ab.“ (1)

Die Auseinandersetzung von Protagonisten mit solchen Kobolden, Dämonen oder ungeschlachten Kerlen unterschiedlichster Grösse, die sich seit dem 17. Jahrhundert auch in deutschsprachigen Literaturen tummeln, können auf dieser Folie immer auch im Kontext des Gegensatzes von Individualität und verinnerlichten kulturellen Zwangs, bis hin zu Symbolisierungen von schizophrener Persönlichkeit gelesen werden; wie Mythenwesen sich generell für Analysen dieser Sorte anbieten. Dabei sind Trolle auf den zweiten Blick keineswegs nur schlechtgelaunte oder übelwollende Kreaturen. Man hat von ihnen auch als Menschenverbündete gelesen, die in ihrer anthropomorphen Gestalt durchaus auch anthropophile Züge zeitigen, etwa als Verbündete des Menschen im Zeichen des Fortschritts, wie beispielsweise in Einar Benediktssons Dichtung (2).

Die Ruchbarkeit des Fiktionalen hängt auch jüngsten Textsorten an, die oder deren „Urheber“ mit dem Trollbegriff in Verbindung gebracht werden.

Schon seit den frühen 1990ern finden sich in Newsgroups, später dann in anderen Kommunikationsgefässen des Internets wie Plattformen und Weblogs derlei Bezeichnungen und Statuszuweisungen von Beiträgern und Autorschaften als „Troll“ statt und läuten damit eine alternative Begriffskarriere ein, die sich letztlich in Enzyklopädien (3) nicht nur der Netzkultur spiegelt.

Dabei befinden sich die als Einzel- wie auch Hordenwesen auftretenden Phänomene in Netz- wie Mythenraum in breiten verwandtschaftlichen Beziehungen aufgestellt. Werden Trolle als Unholde, Riesen oder Zauberwesen im Verein mit Feen, Elfen oder Hexen fiktiv vergesellschaftet, sind diesen in jenem den Flamern, Kooks (4), Shills oder anderen Sockpuppets (5) in fast familiäre Bande zugeordnet. Die Trollwiesen (6), die das Netz dieser tollen Sippe bereithält, sind dagegen der Mythenforschung im Moment noch weniger bekannt.

Wo immer sich – rabulistisch, eristisch – hier wie dort ein Raum erhitzt oder sich dazu anbietet, kann man sicher davon ausgehen, auf den einen oder anderen Dampfplauderer zu treffen, der versucht, die Suppe am Kochen zu halten. Das natürlich nur, wenn man ihn lässt, hüben wie drüben, wenn also die einschränkenden Massnahmen der Verhinderung seiner Existenz, der Grad von Dichtung und Imagination und dessen Tradition bzw. den Massnahmen der In- und Exklusivität von Forenbetreibern, Herausgebern, Autorschaften und anderen Türstehern der Form vor Text, erlauben.

Letztere Massnahmen wiederum können selbst Ansporn (7) für Trolle sein, die Hürden einer Zensur ihres Textes und Auftritts zu überspringen und sich doch unerkannt in einen anschwellenden Diskurs einzupflanzen und diesen, je nach dem, kollabieren zu lassen. Die Grenze zur Grauzone der Kollaborateure kollaborativen Textens ist bisweilen schwer auszumachen.

Next: 2 Der Troll als Funktion – 2.1 Geschichten und Orte

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1 Joachim Schiedermair: Jonas Lie, Trold. Vgl. Artikel / Hinweise in KLL

2 Gert Kreutzer: Einar Benediktsson, Das lyrische Werk. Vgl. Artikel / Hinweise in KLL

3 „troll, n.1. Oxford University Press. 2006.“ . (Q) Retrieved 1 March 2010. OED gives an example from alt.folklore.urban (Usenet newsgroup), 14 Dec 1992

4 vgl. http://www.searchlores.org/way_kook.htm

5 vgl. http://en.wikipedia.org/wiki/Sockpuppet_(Internet)

6 vgl. die „Trollwiese“ bei Heise-Online. „Hier ist Füttern erlaubt!“

7 vgl. den Aufsatz über das Trollen als Kunstform (englisch): http://www.urban75.com/Mag/troll.html

Vorliebe für frühes, frierendes Schreiben.

Das Denken strebe nach Wahrheit. Doch das Ziel seiner Bewegungen solle auch sein Anker sein.

Glück: kein Wille mehr, der sich regt.

Autobiographen? – Ach Kalligraphen meist, mit bunten, stumpfen Wachsmalstiften.

Vorliebe für frühes, frierendes Schreiben. Für das Zittern der Träume im Erwachen.

Schaukel. Ort der Bewegung.

Seltene Menschen. Sie trösten sich mit Unvertrautem.

“Im Grunde”. – Die Phrase der Angst vor dem freien Fall.

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