taberna kritika

Dem Absoluten begegne provisorisch.

Wie ist sie jung! – So grün! Von Trieben, Knospen übersät, Ahnungen von Blättern, Blüten … – ah, so grün, so zart! Doch hatte auch sie den Holzkopf bereits aufgeschraubt bekommen.

Ach, die Erwachsenen dieser Welt. – Hört, wenn sie sagen, sie stünden mit beiden Beinen im Leben. Und seht, wie sie durch ihren Alltag krabbeln.

Alles, was den Anschein erwecken möchte, letztendlich begründet zu sein, nicht kategorisch verwerfen. Vor das Absolute gestellt, zücke entschieden einen Bleistift. Dem Absoluten begegne provisorisch.

Auch das letzte Individuum, das ich in mich legte, begann bereits am nächsten Tag mit seinem Leben: Es wuchs, es wucherte, es teilte sich unaufhörlich. Und kümmerte sich nicht weiter um seinen Begriff.

p7

Zur theoretischen Praxis des Tagebuchs als Literatur (notula nova supplement XV)

(Korrespondenz mit Martin Lindner, Auszüge)

lieber martin

ich habe ja noch versprochen, dass ich auf dem laufenden halten wollte. herzlichen dank noch mal für den tb-text, den ich mal diagonal, mal intensiver gelesen habe und von dem ich (v.a. in der form der definition) profitiere …

in meinem text (Notula Nova – Notatpoetik und (Ko(n))Textproduktion im literarischen Weblog /AT*), der noch sehr alpha ist, in dem noch einige redundanzen, formale (aber auch sprachliche und inhaltliche) ungereimtheiten vorhanden sind, kommt diese auch in einer fn zu wort. vielleicht magst dus ja gelegentlich mal überfliegen … (freu mich über offenes feedback) … wie gesagt: sehr alpha. aber es wird weiter dran gefeilt …

(…)

hallo hartmut,

danke, superinteressant. im detail muss ich erst noch nachdenken, wo da mein eigener zugang liegt.

spontan: was ich in der habil zum mystifizierenden neomodernistischen schlüsselkonzept der écriture/Schreiben schreibe (Blanchot war mein frühester gewährsmann), ist doch ziemlich deckungsgleich mit “Aufzeichnungen”? bzw. wo beginnen die Aufzeichnungen etwas spezielles, eigenes zu werden?

neugierig, weil es hier nicht daraus hervorgeht: hast du mit meinem (ja recht sparsamen) konzept der “diaristischen aufzeichnung” etwas anfangen können, oder genau nicht? und vermutlich hast du dir eh gerade die abschnitte zu handke, brinkmann und becker schon angeschaut, in denen vermutlich am meisten konkretes zu finden ist. die früheren (gerade auch canetti, oder hohl, jünger natürlich) kokettieren ja eher mit dem fragment-charakter.

bin gespannt auf weiteres!

herzlichen gruß

martin

lieber martin

ganz herzlichen dank für die anregungen!

mit blanchot habe ich mich derzeit – muss ich gestehen – noch nicht beschäftigt. écriture-konzepte kenne ich vor allem von barthes. Aber ich vermute auch, dass écriture (auch: als “haltung“) und aufzeichnung (als dessen ergebnis) sehr viel miteinander zu tun haben. wo das eigene, oder auch: so etwas wie eine spezifische poetik anfängt, denke ich, kann sich aus unterschiedlichsten variablen bedingen. so etwas wie ein “homogener stil”, der fokus auf einen bestimmten beobachtungsausschnitt, das, was zur kenntnis genommen wird UND eben genau auch das, was nicht, bestimmte collagetechniken … usw.

handke und brinkmann sind in deinem text sehr vertreten. über die bin ich natürlich auch gestolpert in den sekundärliteraturen (fn1) … deine tb-definition war mir sehr hilfreich, vor allem auch als differenz-konzept zu einem aufzeichnungs-ansatz, den ich irgendwie auszufüllen und zu beschreiben versuche.

die notula stellen ja den “diaristischen pakt” (sehr guter begriff, finde ich) nicht so sehr in den vordergrund. auch nicht die datierung (obwohl zwangsläufig für die technische infrastruktur unabdingbar … aber sicher ist die konkrete datierung nicht so wichtig, schon aber der zeitpfeil (wg. entwicklung wiederaufgegriffener gedanken) … im diaristischen pakt, so wie ichs verstanden habe, gibt es eine unausgesprochene vereinbarung zwischen autor(schaft) und leser, was aber gewissermassen (respektierte) autorschaft schon voraussetzt (?). bei den notula (dadurch, dass darin auch stark mit zitaten und (ausgewiesenem) fremdtext gearbeitet wird, dass sie im blog-kontext zu “schwimmen” beginnen, durch die starke heterogenität des materials (von hartem zeugs bis zu totalem nonsens), der sich dann auch noch in den kommentaren fortsetzen kann), versuche ich ja ein bisschen so etwas wie eine aufspaltung starker autorschaft.

seitens des lesenden wird so vielleicht nicht mehr mit einem “über“autor paktiert, sondern mit einer etwas anderen konstruktion. einer spielerischen und leichten abspaltung … eher: einer funktion zur selbstaktivierung … hinzu kommen noch ein paar oulipo-zwanghaftigkeiten zur textstrukturierung, die ebenfalls konträr zu klassischer autorschaft stehen … theoretisch also, nichts neues, praktisch aber (konsequent durchgezogen und in diesem medialen umfeld) im literarischen feld ja noch nicht allzu lange machbar …

(für mich persönlich ist das ja auch ein bisschen eine arbeit am literaturbegriff. was markt und rezeption angeht, werden narrativ-didaktische literaturen (habe ich das gefühl) immer stärker und präsenter. und mit ihnen das stapelbuch in buchstapeln von grossverteilern. “außertextuelle Wirklichkeiten”, literatur, die ganz konkret bewusstsein abbilden will (oder aus sicht der lesenden: “die Konfrontation mit einem fremden Bewusstsein” (ermöglichen), Kronauer) … solche dinge werden – ausser in speziellen bloggerzirkeln oder literaturzeitschriften – schon gar nicht mehr wahrgenommen. für mich sind solche sachen aber essentiell …

herzlich

hartmut

lieber hartmut,

barthes hat anscheinend massiv blanchot gelesen (mein damaliger eindruck/kenntnisstand). ich habe ein blanchot-buch gelesen (in der biblio), und es war sehr interessant.

diaristische und nicht-diaristische aufzeichnungen: damit hatte ich es mehrmals zu tun. es geht letztlich darum, ob die texte, die die schreibbewegung (auch: montage usw.) spiegeln, an einen konkreten akt gebunden sind oder nicht. also: ob sie eine aufladung erfahren durch die wie immer indirekt präsente wirklichkeit-als-kontext-des-schreibakts. beziehungsweise durch die gelebte existenz. das kann, muss aber nicht sein.

Frischs Tagebuch II wäre ein (verblüffend guter) artistischer text, der diaristik als eine sehr allgemeine folie nimmt, um darin durchaus kunstvolle prosastücke eben als “aufzeichnungen” einzubetten. und im TB I kann man studieren, wie erzählversuche sich verändern, wenn sie als “skizze” präsentiert werden (anscheinend auf R. Walser sich beziehend). von den neueren, falls du es noch nicht gelesen hast, sind die zwei abschnitte zu Jürgen Becker relevant. natürlich dann später auch Botho Strauß (der bei mir nur noch den rand bildet).

ich persönlich fand die (wie verdeckt auch immer) diaristischen texte am spannendsten, weil spannungsvollsten. denn die autoren, die sich vorschnell in die “brillante” reflexion/abstraktion bzw. eben “kunst” verabschieden, haben mich immer genervt. Hartmut Lange fällt mir da ein, als krasser fall. immer da, wo etwas “Aufzeichnungen” genannt wurde, schwingt in der regel schon immer so ein unangenehmer hautgout von “artistik” & Tiefen-Existenziellen-Einsichten-im-Hohen-Ton mit. (wobei ich das ausstellen des künstlichen im gegenteil sehr begrüße.)

für meinen geschmack gut waren immer die, die sowohl bewusstsein/schrift sehr bewusst reflektieren, als auch dabei immer die schmerzhafte spannung zum schrift-gegenteil, also dem durcheinander des trivialen-aber-konkreten dahinlebens, bewahren. Die das absurde der verschriftung eingestehen und zum thema machen.

usw.

herzlich

ein schreiben, das auch “die schmerzhafte spannung” zum schrift-gegenteil speichert, … genau das finde ich auch sehr reizvoll …(bei meiner beschäftigung mit blogs und aufzeichnungsliteratur sowie der erstellung von alben / heften (cahiers) ist mir ja auch mal francis ponge untergekommen (L’Opinion changée quant aux fleurs) … für mich ist der text ja d a s blog avant la lettre …)

lieber martin, du hast mir da ja noch einige seitenflügel aufgetan (frisch etc.), die ich unbedingt mal noch in dieser hinsicht besichtigen muss …

ich melde mich wieder

merci & herzlich

hartmut

*) weiter in Arbeit …

Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 04/2011)

Mein Interesse für das ›Wilde Denken‹ gerät zunehmend in Widerspruch zu einem Plädoyer für soziale und wissenschaftliche Progression. Aber mit der Zeit zu gehen, das bedeutet zurzeit, den Fokus auf die Erscheinungsformen und Hochburgen von Wirtschaft und Technik auszurichten. Bei dieser so genannten Avantgarde der Wissenschaft gehe ich oft lieber wieder zurück zu einer Art Primitivismus des Denkens, die zum eigentlich auch Angestrebten eine disparate, ja selbst aus konträren Vektoren kombinierte Verbindung eingeht. (Es entsteht die paradoxe Kulturoption einer ›Regression nach vorn‹, der nurmehr eine Art von sehr bewusst zu einem gewissen Teil naiv geschriebener Literatur gerecht wird oder gar erst gerecht werden könnte.)

Die Schönheit des geformten Schmerzes.

Alles ›gemacht‹, nichts ›echt‹, nichts ›von innen her notwendig‹, also de ganz Chäs Kitsch, trotz aller Linkitüde? (Aber wenn es nur das wäre, dass man die eigene Verlogenheit schmerzvoll erkennt und daher als tragischen Zug in seine Lyr einarbeitet?)

Gerade unaktuell: Fasnacht. Fasnacht? – : Alle verordnet, nein: erlaubt lustig. Und sowieso: Fasnacht: Alle dürfen gratis im Bus sitzen; Kinder: Alle bekommen Bock-Prämien bezahlt; Versicherungen bezahlen Taxi-Gutscheine, wenn man über die Festtage nicht trinkt. Aber wir: haben kein Auto, erhalten nichts; haben keine Kinder: erhalten nichts; haben kein Interesse an der Fasnacht: nix! (Und kommt mir nicht mit ›Förderungen‹. Die erhalten Bauern auch. UND den ganzen Rest). Es ist eben, all das, was die Mehrheit will. – Längst leben wir in einer Mehrheitsdiktatur (siehe 16.02.2011); Minderheiten werden nicht (mehr) voll akzeptiert, sondern immer öfter diffamiert oder zumindest vor den Kopf gestoßen. (Don’t tell me nothing ‘bout being a writer! Immerhin bekommt nun ›writer’s block‹ einen zusätzlichen Sinn: Dress black, smash’em! Ein bewusst entleerter Grind am nächsten Grind aufgeschlagen: Hey, da spritzt das Nichts!)

Die zart dreinschlagenden Blüten meiner Gedankenwurzel.

Sie waren, ja, sie waren in New York, sie waren in der Großen Galerie der Cheops-Pyramide, sie haben Petra von Nahem gesehen: was alles ein »ganz anderes Lebensgefühl« vermittle – aber anscheinend nicht für lange – zuhause leben sie weiter wie stets … … … !

Der Wortschatz der XXX: Essen = Mampf / Mampf-Mampf = Festessen / Gluck = Trinken / Gluck-Gluck = Alkohol trinken / Schnarch-Schnarch = schlafen / Bumm-Bumm = arbeiten / Ummagumma = Sex / Die Zahlen 1 bis 30 für die Nummern der Schraubenschlüssel. – – – Happy New World.

Es mag der Spitz aus fremdem Stall uns immerfort bekläffen; doch seines Bellens lauter Schall beweist nur, dass wir reiten!

Zum Blog Salzkristalle & Trüffelpilze

Die Assassine











































Quote „Ich blickte suchend durch die Gasse; dann zog ich mich an die glitschige Lehmziegelmauer hinter mir zurück und entspannte mich. Und wartete. Ein paar Stunden später hörte ich ein Stück Ziegel übers Kopfsteinpflaster schrammen. …“ (S.107)
Source Die Assassine. Autoren Joshua Palmatier, Michael Krug. Verlag BASTEI LÜBBE, 2009. 380 Seiten
Keywords Weg, Kopfsteinpflaster, Gasse, Graffiti, Strasse
Retrieved erste 3 von 5 Keywords in http://books.google.com/
Produced 20.05.2009, 9:11 AM
Added 24.11.2009, 05:49 AM
Time 1:01
Raw File VID00132.AVI
Entry No 0046
Size 17‘349 KB / MP4
Broadcast Public
URL (Video) http://www.youtube.com/watch?v=ZEZAwsRnXbs
Status Live!
Amazon Review „Die Assassine, 2. Januar 2011. Von Svenny W.: Ich muss sagen, dass ich das Buch und die beiden folgenden Teile der Triologie regelrecht „verschlungen“ habe.Dieses Buch ist einfach fantastisch geschrieben und hat eine wunderbare Handlung! Es ist viel Action aber auch viel Gefühl enthalten und alles ist gut „lesbar“ und sehr anchvololziehbar geschildert. Diesem buch haftet eine Glaubwürdigkeit an, dass man nach dem Lesen meinen könnte, in den Flieger zu steigen und nach Amenkor fliegen zu können. Einfach GENIAL!!!! Dieses Buch kann ich einfach nur alles Buchliebhabern emfehlen, egal wie alt und egal welches Geschlecht, es ist ein wunderbarer Fantasie-Roman um sich hinzusetzten und das Lesen zu genießen!!! Liebe Grüße, Svenny“

@etkbooks twitterweek (20110430)

Eins muss man ja sagen: so ein ereignis hat ja auch volksdidaktischen charakter. Es löst jede schreibblockade. Ist ein introversionskiller. / Die experten bleiben auch in ihrem menschsein experten. Insgesamt dürfte der grösste profiteur dieses tages die lobby des expertentums sein. / Die frage, ob man denn schon beim shopping war, rundet das kleine tableau zu aller zufriedenheit ab. / Es wird an alles gedacht. Die entstehung neuer, realgeographischer wallfahrtsorte begleiten die arbeit an psychogeographischen urszenen. / ‘Das ist Kunsthandwerk aus Grossbritannien.’ / Eine art symbolischer überwindungsversuch der system-umwelt-differenz im mikrosystem imaginierter familienstruktur. / Das ists, was das unbewusste der masse glücklich macht. Die auflösung des inzesttabus. Die feier des gespiegelten selbsts. “Sie könnten fast Geschwister sein.” #rw2011 / Ob dieses kaum sichtbare und nur in bestimmten momenten auftretende zornfältchen an ihrem linken mundwinkel von bedeutung ist? / http://tweettopicexplorer.neoformix.com/#n=litblogs_net #lbn / Literarische Gesellschaft Zug: 4.5.2011, 20 Uhr. Cafe Hirschenplatz. Es lesen Elisabeth Wandeler-Deck, Thomas Heimgartner u.a. / nbp: Affen http://bit.ly/mI3kZF / “Sitescape optimiert für Netscape” / @jusupi als halber schweizer steh ich gottseidank immer mit 1 bein in der luft … / nbp: THOIP http://bit.ly/mj1PVc / “Die Kraft der schweizer Böden” #winzersprech / Franz Dodel liest aus ‘Von Tieren’. Freitag, 29/04/11 im Grand Palais http://trunc.it/gbvpo, http://www.etkbooks.com/von_tieren / die abendschein.ch-seite sieht unter IE9.0 echt mist aus. hierfür entschuldigen wir uns. fangen da aber gar nicht erst zu frickeln an … / nbp: TCT-H (R): Szene 7 http://bit.ly/gJgwf2 nbp: Lieferbar: Abduktionen, Aberrationen I (Rainer Hoffmann) http://bit.ly/eXPMsO / nbp: Die Wandlungsreise http://bit.ly/dSDyPn / nbp: @etkbooks twitterweek (20110423) http://bit.ly/eSZCTS / Eroeffnet das tcthr, szene 7, wiler str. 51, ch wilen / sarnen. Mehr … tcthr.etkbooks.com / nbp: Im Auto http://bit.ly/ik5p6u / freut sich über http://detektor.fm/ , mit http://www.chumby.com/pages/chumby_one und dem youstreams-widget. / @jusupi drum gibts die onpos ja als wunderbare und klandestine ersatzhandlungen … 😉 / nbp: SKRRSS http://bit.ly/gPSKnq / Sonderangebot! Monade mit Fenster. / nbp: Wozu noch Kunst? Gibt ja Internet (notula nova 118) http://bit.ly/gavS3c / http://berlinergazette.de/dana-buchzik-schriftstellerin-internet/ #lbn / bastelt derzeit am videofilm “UEBERICH I. atenbank der Realfiktionen / Database of real fiction 1(2)/2009. 60 Min.” / Lesetüte #wörter / nbp: Michel, Fritz: Wildi Frau http://bit.ly/gMJz1e / mykke_ “Stil … ist das Ergebnis eines Wachstumsstoßes, nicht das eines Wollens, er ist wie eine vertikale, einsame Dimension des Denkens.” #barthes / nbp: Die Frau im Fenster http://bit.ly/fuDzY8 /



(tct-h (r), plagiatsversuch)