taberna kritika

@etkbooks twitterweek (20100828)

unsere print-novitäten herbst/winter 2010: franz dodel: “von tieren” & dominik riedo: “obig mét goldrand” http://trunc.it/aogwp #lbn / im Onetti-Rausch #wörter / RT @zeichenriss: Grundstürzend¡ Das Open Sarcasm-Manifest für ein copyrightfreies Sarkasmus-Satzzeichen. http://bit.ly/9LOkm3 / nbp: 2007-12-29 GEBEN was auf der http://bit.ly/98y3Qk / Lyrotronisches Manifest, lyrotroniks, soundBlocks, Reactable, SuperCollider http://bit.ly/9J3Esw #lbn / toymainstreaming. / dachte, dass bestimmte städtische literaturpreistexte nach rolf dieter brinkmann eigentlich gar nicht mehr möglich seien. / zeichenriss: Ein wunderbarer Text! RT @“Ein Grund gegen meinen Roman” http://bit.ly/dwEqH7 / “Ein Grund gegen meinen Roman” http://die.hor.de/index.php?id=370 / begründet seinen niedrigen followerstand auch immer mit seinem fokus auf skeptische zielgruppen. / irgendetwas stimmt an diesem sommerwetter nicht. / ich sags hier nochmal: das gegenteil von literatur ist berner literatur. / kindle_blog: taberna kritika – kleine formen – by Hartmut Abendschein / etkbooks – Kindle Edition. http://amzn.to/cuzAhO / C-Mitarbeiter #wörter / hm. weiss nicht, ob ich einen roman lesen werde, dem man eine kehlmannsche traktierung einer schopenhauerbyronstofflichkeit nachsagt. / http://www.2-3strassen.eu/ / findet, was schlingensief in der spex über literatur als material sagt, sehr sympathisch … / nbp: TCT-H (R): H03 http://bit.ly/9WoDsZ / … sondern nimmt in ihre überlegungen auch den gestus und die bewegung von schrift hinzu. http://trunc.it/ajrd2 / eine radikalphilologie, die es ernst meint, darf sich nicht nur mit speicherung und bearbeitung der materialität von urschrift beschäftigen / Radikalphilologie #wörter / nbp: Tiger gehen nebenher http://bit.ly/cKuTNx / die kinder pogen zu “Action, time and vision” (alternative tv) / “Dass Facebook nicht besonders cool ist, sieht man ja schon von weitem.” http://berlinergazette.de/interview-geert-lovink/ #lbn /



(getting sorted)

2007-12-29 GEBEN was auf der

er misse drei mach vier zer

risse webe sicht er wisse wer

lausch. er schliff GRÜN. er zählt

1 LICHT : sicht? der erwägt rat wie –

oh leer. sinn WEIN – weine? mut? mist das.

weiss? weiss?

GEBEN was auf der Hand liegt also es gibt Nachschlagen im Wörterhirn und wer wem nachschlage die Menge der Wortbedeutungen NEUES WIEDERSEHEN Liste um Liste ich gebe nach, versuchsweise, du gabst mir ZUNEIGEN, eben, bevor du außer Haus gingst. Be careful dear. Ich denke gern an meinen ägyptischen Schutzengel. Hörend wiederhören, im Nachhinein dem Satz nachhorchen, ihn wiedergeholt erkunden, im Tonlosen ihn erkennen, wortloses Reden. Ja, meine Zeit hier geht ihrem Ende zu. Und wie beende ich eine solche Zeit hier, wie verabschiede ich mich? In der Nähe meiner Wohnung gibt es ein Strassenkaffee, wo man sich

index

Üxhöl-Dügüx-Kedröm-Diggs

Sie lagen dann wieder eine Weile still in ihren Liegestühlen und lauschten dem Plätschern des Uferwassers, das von dem ferneren Rauschen der Strömung weiter draussen im Fluss untermalt war.

Ist schon verdammt gut eingerichtet hier draussen, um einem als Cro-Magnon-Mensch ein wenig Erholung zu bieten, dachte Aaron. Diese Ruhe, dieses Plätschern, dieses Sonnenlicht. Ja, alles einfach dafür eingerichtet, um sich ein wenig gehen zu lassen.

Als wäre das alles dafür gemacht, dass sich der Cro-Magnon-Mensch darin ausruhen kann.

Und ja, es gab diese verrückten Theorien über die Erde, das Sonnensystem, die Galaxis und das gesamte verdammte Weltall, dass alles, angefangen von den Gesetzen der Natur bis zu den Gewichtsverhältnissen zwischen den Elementarteilchen verdammt präzise daraufhin abgestimmt ist, vier Cro-Magnon-Menschen an einem Fluss ausruhen zu lassen. Naja so ungefähr jedenfalls hatte Aaron das einmal an einem dieser Anny-Elling-Vernissagen von einem dieser Oberkosmologen auseinandergesetzt bekommen. (Aaron konnte sich vage daran erinnern, dass die ganze Geschichte darauf hinausgelaufen war, das Liegen in einem von Anny Ellings Liegestühlen als das grandiose Endresultat des ganzen verdammten Universums zu erklären; und verdammt nochmal, genau das tat Aaron jetzt: Er lag in einem dieser unendlich bequemen Anny-Elling-Liegestühle und liess es sich verdammt gut gehn).

(Aus: L.E.M., Üxhöl-Dügüx-Kedröm-Diggs, S.138)

L.E.M. ist Lukas E. Meier, Sänger der Band kleinerHAi und Science-Fiction-Autor. Er hat bisher unter dem Namen Louis Hagendorn die zwei Kriminalromane Der Abgang und Black Day veröffentlicht. Er ist 1971 geboren, hat Psychologie studiert, etwas Philosophie und etwas Informatik. Seit einigen Jahren beschäftigt er sich mit dem Weltall-Projekt, einem mehrere Romane umfassenden Kosmos, dessen erster Band Üxhöl-Dügüx-Kedröm-Diggs darstellt. Der zweite Roman des Weltall-Projekts wird im Dezember 2010 erscheinen.

Theoretische Praxis des TCT-H (R) (notula nova 95)

(Das selbstkritische Moment: wir finden uns berückt, wissen aber nicht wo. So lange dieser Ort nicht glasklar benannt werden kann, weisen wir den Genuss der Gemeinschaft zurück). Wir dichten und findichten:

die feinsten Töne

nochmals verbessert die Zeit

freut sich die Chance

TCTH1

Dazu stellt sich ein kleiner Theorie- und Konzeptentwurf ein: Das The Chomskytree-Haiku (TCT-H) ist ein Bild-Text-Lektüre-Montage-Cutup-Verfahren. Oder so ähnlich.

– Pragmatischer Text (wie vorhanden im Ferienhäusschen, aus regionalen Informationsmedien, Din A 5, hauptsächlich, wird markiert und gestaltet.)

– Die Markierungen extrahieren Wortmaterialien, die gleichzeitig durch visuelle Strukturen in Anlehnung an Chomsky-Bäumchen und der poetischen Idee der generativen Transformationsgrammatik präsentiert werden.

– Es gelten (wenn möglich) haikupoetologische Prinzipien (Zeitigkeit, Zeiligkeit, Silbigkeit, Bildräumlichkeit).

– Das Ergebnis ist ein polyvisuelles, polytextuelles, polystrukturelles, polytheoretisches Dingens (Image).

– Wortwolken (tag clouds) und Kategorien werden durch Unterstreichungen (rot / blau) versinnbildlicht und runden das Image ab bzw. öffnen (und schliessen gleichzeitig) einen semantischen Bewegungsraum jedes einzelnen Haiku und seiner visuellen Struktur.

– The Chomskytree-Haiku ist in diesem Sinne eine Konzeptarbeit, angelegt auf 10 Elemente (als Blogeinzelposts / Scans).

– Die Rhizomigkeit ergibt sich aus dem anschliessenden Ausstellungskonzept. Die einzelnen Originalseiten werden (schwarz) gerahmt, präsentiert, idealerweise in der im einzelnen Blatt zugrundeliegenden Treeästhetik (Verbindungen mit schwarzen Schnüren, rote und blaue Klebestreifen ergänzen auf weissem Hintergrund das so als Metastruktur gedachte Bildinstallat.

– Diese metastrukturelle Hängung soll wieder und wieder (an verschiedenen Orten, zehnmal insgesamt) reproduziert werden und die verbundenen Rahmen / Images sind in je neuer Ordnung – als Variationen, also – zu hängen. Die The Chomskytree-Aktion und -theorie (Baum / Wurzel als Organisationsprinzip) wird mit dem Theorieantagonisten des Rhizoms (Deleuze / Guattari, Kontingenz und das Allesmitallemverbundensein) kontrastiert. Das so arrangierte The Chomskytree-Haiku (Rhizome) stellt sich durch einen Metatree im kontinuierlichen Wandel / in kontinuierlicher Transformation her. Eine sogemässe Thematisierung kontingenter, visuell-textueller Strukturen – auch auf nächsthöherer Ebene – symbolisiert die Idee einer / von Post-Theorie.

Oh, schon 15h15. Zeit für das Ritual mit dem Sonnensegel.