RT @FlorianHartling: “Recherche spezial” – Bibliographie zum Web 2.0 (93 Seiten voller Literatur): http://bit.ly/9kF9Xq #pipeline / jusupi: @etkbooks Bienenfleiß #wörter / Be the first of your friends to like this. #wörter / Leser, wie gefall ich dir? Leser, wie gefällst du mir? / wiederholt gesehen: flattr-buttons machen löcher in text. / RT @SuKuLTuR: Schöne Internetseite über die Merve-Verlegerin Heidi Paris (1950-2002) http://bit.ly/dkF8xw #lbn / nbp: etkbooks @ bahnstrasse 21/22 http://bit.ly/97VLZY / textvorsorge #wörter / nbp: Neid (notula nova 83) http://bit.ly/a88Mu4 / allerdings gehts da ja wohl vor allem um autorschaftliche adressierung & aura. also müsste man vor allem gespiegelt an diese andocken. / aha. nichtgemeinfreie texte rückwärts rezitieren, um den vgwort-mechanismus auszuhebeln … muss man erst mal drauf kommen … / die allegorisierung des verkannten als antennenbesetzende krähe im http://www.verkanntenverlag.de / nbp: Riedo, Dominik: Sprünglis Genoxidis für Feinschmecker http://bit.ly/aOGHBS / sabine jansen: werkschau :: 05/10 http://www.oh-welt.de/index-Dateien/Page355.htm / stellt sich gerade bildlich vor, wie zwei bücher im schweizer mittelland spielen … / microc vs. pancroc. #wörter / nbp: XII Eine Art Fazit http://bit.ly/ddLGcC / darum steh ich ja eigentlich mehr auf hörkrimis. kognitiv dissonierendes kann da mit etwas phantasie einfacher ausgeglichen werden. / das war schon ein brechtscher v-effekt der sonderklasse. / aber die plötzlich auftauchenden und dann ebenso schnell wieder verschwindenden 10 cm dicken schneeschichten, lieber polizeiruf, … / dazu auch der titel vom kollegen renner: Chapman / Ingold: Elf Tausend Verben / Ein Hundert Virgeln http://www.rennerverlag.com/ #lbn / Nach Eden. Die Oulipo-Bibel http://www.skypaperpress.com/eden/ #lbn / nbp: (5) Wer das Konkrete hat, muss sich um dessen Relativierung nicht /
taberna kritika
2007-12-15 Bericht 1: Graduell abnehmend
bericht: denn sie sitze auf
DECK rundum liege an stehe
gebreitet an der NIL stünde
beinah ÄGYPTEN ganz es sei
hell sehr still
still still
denn auch das auf und ab der
flügel schlüge viel leicht die helle
luft tauben leicht auch kleinste
stehen reiher im schalen MANGO
gross um gross
schwingt sich laut los ins gelaub
der grosse still und was gegen
liege alles so berichte sie das
flach und das nur wenig steilere
so und so
Bericht 1: Graduell abnehmend Nacht aus sachter Morgenröte Abflug der MORGEN KAFFEE den ich verschütte o je über der WÜSTE und sitze im GEWOLLTEN im Flug obwohl. In der ENGE nämlich der Sitze verhalte ich mich blöd. Dann in LUXOR das grosse Haus. Bericht 2: ich sitze an Deck am Teetisch auf dem Rohrsessel rundum liegt ÄGYPTEN angebreitet längs des NIL der NIL steht bei nahe es IST das Helle es ist sehr hell wie das LICHT sagen und still leichter das Auf und das Ab der Flügelschläge Tauben auch kleinste Reiher einer schwingt sacht weich in die Krone MANGO BAUM alles was gegenliegt und liegt und ausgebreitet da liegt still in der WEITE einerseits BERG KETTEN.
etkbooks @ bahnstrasse 21/22
vom 7.-9. mai finden in diversen ausstellungsräumen, ateliers und galerien in der berner bahnstrasse kleine feste, ausstellungen, tage der offenen türen statt. etkbooks befindet sich während dieser zeit in der nr. 22 (3. og). wir freuen uns auf ihren besuch. (persönlich treffen sie uns freitag zwischen 18 und 21h. im dienst an der bar.)
näheres in diesem (allerdings schlecht reproduzierten) flyer …
Neid (notula nova 83)
Und: die Schachspieler in der Familienzone. (Und die wiederholte Erkenntnis: das Lächeln in seinem Gesicht war nicht das des Gönners, sondern das des Profiteurs).
Ich hätte schon gerne dieses dunkle, knurrige Stangenbrot. (Und, weil Sie das sicherlich auch interessiert: Ich fand diese Genieposer auch schon immer lächerlich. Und die nicht-stufenlose Verstellbarkeit literarischer Güte. Und Dranmor. Mit den krummen Beinen und Sätzen. Mit den falschen Bildern und Konjunktiven. Mit all seiner kognitiven Dissonanz. Und das Anthologiewesen. Die Textur literarischer Tombolas.)
Überhaupt muss man betonen: Die alleinige Existenz von Kommentaroption als Schaltstelle der Dimension von Autorschaft. (Ah, und endlich ein guter Titel für meine geplante Busnovelle: “Sie wollte lieber stehen.“)
Überhaupt: müsste der Begriff der Literatur von Projekt zu Projekt neu gefasst werden. (Erfordert eine Situation ein Pardon und es wird vom Anderen nicht gegeben, so erwähne ich es, meine aber “Prost”. A.H. von der F.D.P. lächelt mit einem satten Lobbyistenlächeln. Machen statt meckern, heisst es. Klotzen statt kleckern, usw. Meint aber das Gegenteil.)
Spannend ist es auch zu beobachten, wie ein Blog immer mehr Oberfläche seiner selbst wird. (Und: Hilfe! mein Chef ist von der Marburger Schule. Und: das Recht auf Jetzt. Und so weiter.)
Heute morgen kotzt mich mein Neid an. Ich bastle:
Frühlingsfrische
Bambushexe
Arsch frisst Hose
Riedo, Dominik: Sprünglis Genoxidis für Feinschmecker
(Ein Beitrag zur Urheberrechtsfrage)
Im Anfang schuf Sprüngli den Schokohimmel und die Nusserde; die Nusserde war sofort schön lecker und süß, und beste Qualität lag in den Schaufenstern des Stammladens, und der Geist Sprünglis schwebte (schleckmaulig) über der Zuckerfläche.
Da sprach der Sprüngli-Confiseur: «Es werde ein Éclair!», und es ward ein Éclair. Und der Sprüngli-Confiseur sah, dass das Éclair gut war; da schied der Sprüngli-Confiseur das Éclair von den Pralinen und nannte das Éclair auch «Liebesknochen», den Pralinen aber gab er den Namen «Heimatliebe». Und es wurde geschätzt und gekauft: erster zuckriger Erfolg.
Dann sprach der Sprüngli-Confiseur: «Es entstehe ein festes Nougatherz inmitten der Caramelsauce und bilde eine Scheidewand zwischen den beiderseitigen Zuckerbomben!» Und es geschah so. So machte der Sprüngli-Confiseur das feste Nougatherz und schied dadurch die Caramelsauce unterhalb des Nougatherzens von den Zuckerbomben oberhalb des Nougatherzens. Und der Sprüngli-Confiseur nannte das feste Gewölbe «Mampfi-mampf». Und es wurde Morgen und dann Weihnachtsmorgen: zweiter zuckriger Erfolg.
So waren an nur zwei Tagen drei neue Confiserie-Leckereien vollendet. Da machte der Sprüngli-Confiseur sein Werk, das er geschaffen hatte, zum vollendeten Verkaufserfolg und ruhte mit einem dicken Ranzen auf ewige Lebenszeiten in seinem Lehnstuhl, wo er Praktikantinnen begrabschte und sich mit Süßigkeiten aus dem eigenen Laden füttern ließ. Nach einigen Jahren aber segnete ihn das Zeitliche, worauf das dicke Geschäft mit seinem Namen erst recht begann.
Sein «Verbindliches Testament an meine Kundschaft» aber wird überleben und uns vorausleuchten in eine hoffentlich niemals dürre Zukunft:
Verbindliches Testament an meine Kundschaft
1) Du sollst keine anderen Confiseurs haben neben mir!
2) Du sollst den Namen Deines Confiseurs nicht missbrauchen! Kauf bei ihm und lob ihn auf allen Deinen Wegen. Und vergiss nicht: Am besten lobt es sich mit vollem Mund!
3) Gedenke des Sonntags, dass Du dort nichts als Süßigkeiten issest! Sechs Tage sollst Du nur einige Kilo Schokolade pro Tage essen, aber am Sonntag schlag Dir den Ranzen voll! Zur schwereren Ehre Deines Confiseurs.
4) Ehre den Zucker und die Eier, sie machen die Leckereien süß und binden wichtige andere Zutaten.
5) Du sollst nur mit Pralinen töten! Die Anleitung dazu findet man in Friedrich Dürrenmatts «Durcheinandertal».
6) Du sollst nicht ehebrechen! Das Bett ist dazu da, Pralinen in sich reinzustopfen.
7) Du sollst bei mir nichts stehlen. Alles andere ist mir egal.
8) Du sollst meinen Laden stets loben, auf allen Deinen Wegen. Wehe Du verleugnest mich!
9) Du sollst begehren Deines nächsten Zuckerbomben. Sei neidisch und kauf solche bei mir. Immer und immer wieder.
10) Du sollst nie Deines nächsten Weib oder Dein eigenes begehren. Sex macht schlank. Das ist ungesund. Iss lieber nochmals mehr Schokolade.
Als aber das ganze Volk die Werbung vernahm und die flammenden Vorschriften für die Zuckerbomben, so frassen sie alle, bis ihnen die Bäuche platzten und sie den Confiseur vor sich sahen, den kugelrunden Bauch vor Lachen haltend
(c) Dominik Riedo (* 1974 in Luzern) lebt und arbeitet als Schriftsteller in Romoos/Schweiz. Bisher acht Buchveröffentlichungen, zuletzt: «Baustelle Kultur» (2010); als Herausgeber: «Heidis + Peters. Vorsicht: Kulturraum Schweiz! Eine Anthologie» (2009); beide im Verlag Pro Libro, Luzern. Riedo wurde von den Kulturschaffenden der Schweiz und der interessierten Schweizer Bevölkerung direktdemokratisch zum Kulturminister der Schweiz ernannt (20072009). In diesem Umfeld ist der Text «Sprünglis Genoxidis» entstanden. Er wird hier zum ersten Mal veröffentlicht.
Mehr Informationen zum Autor unter http://www.dominikriedo.ch.
