taberna kritika

Buchvernissage “Da liegt noch ihr Schal”

Buchvernissage und Konzert

“Der Ort, die Strecke, der Kreisel, der erste Kreisel, der zweite Kreisel, die Brücke, die Station, der Fluss, die Anlage, die Strasse, der Hang, das Tal, der Berg, die Anhöhe, die Talstrasse, die Ortsstrasse, die Fernstrasse, die Lehnenstrasse, die Hangstrasse, der Strip, die Schwelle, der Sims, the sill.”

Elisabeth Wandeler-Deck

Da liegt noch ihr Schal

Margrit Schenker, Akkordeon

Valentin Vecellio, Klarinetten

KRAK

Freitag, 19. Juni, 20:00, Bar ab 19:30

Museum Baviera, Zwinglistrasse 10, 8004 Zürich

http://www.wandelerdeck.ch/

http://fotosynthesen.etkbooks.com/

MyGame© (notula nova 39)

Egal

Mundabputzen

Weitermachen

(O. Kahn)

Und das Kind will nicht ins Bett: “Da kommen immer die kleinen Filme”. (Unonrdung. Am Morgen, das Zahnfleisch, das Umschlagen der Berührungsfurcht. Remember: Objects in mirror are closer than they appear.)

Überhaupt: Glücklich sein heisst, ohne Schrecken seiner selbst innewerden können. (W.B.)

Nicht: Der rechte Kryptofeminismus, die Angelkraft und der Fischstreit. Tötungen. (Und auch nicht: der medienpolitische Durst nach Deutlichkeit.)

Die Bambushexe wirft wieder kritische Blicke auf die spielenden Kinder. Wer wird ihr erklären, dass die Welt im Seniorenmodus nicht die beste aller möglichen sein kann? (Ontologisches: Der Text im literarischen Weblog verbleibt in der Ästhetik des Werdens. Derjenige im Buch in einer Ästhetik des Seins. Das Blog an sich und in Summe versteht sich als Buch eines Werdens im Sein.)

“Lass doch mal die Sachen liegen und die Kinder damit spielen”. (Ich spiele doch auch damit. Mein Spiel heisst: Versuch einer Ordnung).

Oder: Der Zustand des Gesamten, vielleicht weniger der mit einer Neigung ins Entropische (einzelner Elemente), vielmehr derjenige, um eine andere Metapher zu benutzen, alles von allmählich bis zeitgleich in einen gewissen Schwebezustand zu bringen, bildlich: eine grosse Menge Luftballons systematisch mit Helium zu befüllen, die sich dann – auf nächsthöherem Niveau – unter einer Decke versammeln. (Der ab- und umschliessende Raum ist und bleibt aber der Mensch.)

Und: Bertrand Calinge sei der Papst der bibliothekarischen Erwerbungspolitik in Frankreich. (Schon gehört? Soso. Und zu beachten: Erwerbungspolitiken sind nicht von Grund auf und ohne Vorlagen zu erstellen. Man nennt das: intelligent plagiarism. Aber nicht: Die Ein-Buch-Politik. (Die hört sich auch irgendwie chinesisch an)).

Schnelle, Neigungen (ist003)

I Zit. aus Götselius, “speed writing”: Über die Geschichte der schreibenden Hand als Geschichte der nicht-schreibenden Hand. Über das Schreiben schreiben. // Der eigentliche Zusammenhang zwischen der Schnelligkeit des Schreibens und des Schreibens und Denkens [—] dieses Schreibens wird in der kurze[n] Passage aber nicht sichtbar. Aber jedem wird das Ergebnis der unter schiedlichen Schriftlichkeit ein leuchten. Nicht [Nacht] stimmt es, dass die Skriptur [Skripter] sich zu einer Art Stenographie [Stereogruphie] wandelte, auch, wenn ich mich bis heute nicht mit dem Wesen der Stenographie beschäftigt habe. II Es gibt den einen Systembruch. Nehme [Nie kenne] ich mir bspw. ein paar Arbeits[Abseits]bögen des [der] Stenographievereins Basel her und kombiniere [kontiniere] ein paar Begriffe, die zusammen ein seltsames Gedicht ergäben, wie [one]:

Grundversorgung     kognitiv

Festnetz                   Lach[nummer]

Sehnerv [Schnerv]   unausgereift [unausgereist]

kopflos                    aus [chiger] Pleite

und bemühe ich mich um [-] eine Übersetzung ins „Stenographische“, die es mir [möglich?] macht, diese Linien nachzuformen – fühle mich hier wie Goethe bei der Nachbildung orientalischer Schriften)) kaum [kann] eine Entsprechung zu einer Handschrift mit Bedeutung:

[—] [—]

[—] [—]

[—] [—]

[—] [—] // Speedwriting. Zerfliessende Schrift. Eine Autobahn. Wahrscheinlich im März 1996. Schottland. Das Glasgow-Jahr. 2. Trimester. Nein, Semesterferien. Das Ich am Steuer eines gelenkten [gelenkem, geliehenem] Autos III Mag das Bild heissen. Das freihändige Ich, mit dem Bleifuss auf d[-] G[-]s (Der Fahrersitz: rechter Hand. Linksverkehr). Wohin geht es? Vielleicht nach [noch] St. Andrews? Oder Dundee [Duden]? Die Komilitonen muss man sich jenseits der Ränder, auf den Rück- oder Beifahrersitzen dazudenken [-deuten], Graugrüne Aussenwelt. Frühlingserwachen. Die Landschaft im Rückspiegel entschleunigt. Doch im Hintergrund, aus dem [den] Seitenfenster: Blätter zu Pfeilen [Pfeifen]. Unschärfe. Der [—] Lenker des Wagens, deutet man aus einer Lippengebärde, erfreut sich gerade an einer (wahrscheinlich dröhnenden) Musik im Wageninnern [-zimmer]. Was haben wir gehört zu dieser Zeit? Underworld? Teenage [Teewagen] Fanclub? Haben wir nicht auch mit Herzfrequenz beschleunigende[n] Mitteln experimentiert? Chemisches [chomisches] Pendent zu dieser Musik // Die Handschrift ist eine Herzschrift. Und da [du] das Herz nicht denkt, sondern pumpend seinen Puls [zerrät]. irritierendes. zitterndes aus der Vergangenheit in Zukunft oder Jetzt übersetzt, ist sie nicht als Gewährsträgerin ihres Besitzers zu begreifen. Und so ist es mit der Schrift. Eine Schrift ist nicht wahr oder nicht. Sie ist oder nicht, wie ihr Erzeuger. IV Die Sigifilm jeden Streits, was gescheiten vereitere, abhängt durch die Umschrift der schreitenden Hände. Römische Autoren, mit eigenen Händen in schrei. Tschüs. Zur Geburt des Vokals. Nehme ich mir Espen des Demographie Vereins, kopflos aus dieser Pleite, orientalischer schiffe, zu einer Hadschi mit Bedenk, sperre, Jerzy, viel von sr, eine Spee. Auto bah. Mag das Bild heim. Wohn-fettes. Zoran. Jenseits der Rinder grüne Russen, Blauer zu Pfeiler, Grabschen, Herz fegen, teerendes, tauest eine Seift.

Alienation (notula nova 38)

Ein peinlichst genau einzuhaltendes Freitag-Cityprogramm.

Einkauf:

1 Hose

2 T-Shirts, lang

U-Hosen

Strümpfe

Pulli

Buchhandlungen Bunt, 2001

Mayersche: Begutachtung eines Sony-Readers

Frisör

Bricca

Geld abheben, Callya Karte

Und beim Frisör: Ob ich Franzose sei. (Vielleicht, denke ich mir … Und auch die Gutenbergstrassen dieser Welt. Dort gibt es die Tischtennisexperten dieser Welt. Dabei: Die Gemeinsamkeiten KVB / Berntram bemerken: Das Berlitzplakat. I shame me so for my English. Ein Gefühl der Aufgehobenheit. Der Frisör hat mich ungefragt parfümiert. Ich frage mich, ob ich nicht etwas aufdringlich rieche. Komme mir selbst etwas fremd vor.)

Oder: I am a mobile device. (Am Rande, in der Pokerrunde: Die Ausscheider-Tussi unterhält sich mit dem Verlierer. Man empfiehlt mir Wittgensteins Philosophische Betrachtungen. Ich beobachte ein allerseits innerliches Warten auf Ulli. Wir erfinden die Zigarettenmarke Pro Hibito. Dazu passen: Berglinsen, grün. Belugalinsen und Jakobsmuscheln.)

Und: sich dabei ertappen, wie man Texte auf einem Tabakbeutel liest und nichts, nichts, nichts verstanden hat. (Wir fragen Fischli/Weiss: ist dauernd besoffen nicht schon wieder nüchtern? Wir versuchen uns an einer Pictogrammatologie …)

Lieferbar: etk:litcards – literarische Postkarten als personalisierte Unikate

»Denn schließlich, man müßte recht zutraulich sein zu diesem Wert der ›Metapher‹ und zu ihrem ganzen Bereich […], um auf diese Weise die Figur der Post zu behandeln.«
(Jacques Derrida, Die Postkarte)

Was?

In Ihrem Briefkasten finden sich nur noch Rechnungen und Werbung? Huldigen Sie einem anachronistischen Vergnügen! etk:litcards sind literarische Postkarten, die Textexzerpte aus Texten des literarischen Weblogs taberna kritika als einmalige Versendungen und sammelnswerte Unikate in Umlauf bringen.

Wie?

etk:litcards werden im Unique-Print-on-Demand-Verfahren (UPOD) hergestellt. Text und Referenz befinden sich auf der Vorderseite. Die Rückseite zieren Stempel, Siegel, Nummerierung sowie die Signatur des Verlegers.

Warum?

Das Zeichen verdankt sich selbst seiner Verschickung. Es bestimmt sich dadurch, dass es seinen (auch materiellen) Kontext wechseln kann – und wechseln können muss –, will es als Zeichen funktionieren. Die Postkarte gerät in der Phase jüngster Medienumbrüche theoretisch und praktisch unter zunehmenden Druck. Mit dem Erwerb einer original etk:litcard unterstützen Sie theoretisch und praktisch den Erhalt dieser Kommunikationsform. Nebenbei natürlich auch, im allerdings sehr bescheidenen Rahmen, unser kleines Gewerbe. Wichtig ist uns bei diesem Ansatz aber vor allem die Reaktivierung und Bearbeitung unseres Archivs. Die Umformung dessen in eine andere literarische Ausdrucksform.

Mehr: http://litcards.etkbooks.com/