taberna kritika

Quelltext Rituale (notula nova 27)

Eine Sprache auf den Papuas wird unaufhörlich ärmer, da bei jedem Todesfall als Zeichen von Trauer ein paar Wörter abgeschafft wurden. (vgl. Barthes, Nullpunkt, 196)

(Er verbittet sich das Wort “sparen”, er sagt: “vorsorgen“)

Quelltext zur Praktischen Vernunft: < code > < a href =" http://www.nicht-ich.info “ >www.ICH.com< / a > < / code > (Als ich zu Bett ging und als ich wieder aufwachte, brannte Licht im Wohnzimmer der Bambushexe. Weihnachten: Fest der Lichter und der Abwesenden im Schein).

Und: vom lyrischen Ich auch lange nichts mehr gehört haben. Wie es ihm wohl geht? Vielleicht schon lange verblichen? Überhaupt: Muss das Geschriebene immer auch schon eigene Negation in sich tragen. Nur so kann sinnvolle Auseinandersetzung mit Nicht-Text stattfinden. („Die Mitternachtsmesse nur für Steuerzahler” (20 Minuten, 23.12.) Und: ein Schnupperabo für Unentschlossene?)

Überhaupt: Weltwissen Holz. Das frisch geschlagene sollte mindestens 2 Jahre im Freien lagern, damit spezifische Säure ausgewaschen werden kann. (Ein Hörspielseller?: Weihnachten mit den Buddenbrooks.)

Am Nordmanntännchen

Im Krisenjahr Kugeln aus

Recyclingpapier

(Dazu den NZZ-Wirtschaftsteil kleinreissen und knüllen. Kleine Textfetzen und Knüllball einkleistern. 1 Lage roter Fetzen – wahlweise: Hochglanzwerbebeilagen auf die Kugel auftragen. Trocknen. Goldene Geschenkpapierschnur als Aufhänger annähen, ankleben, anheften)

Und: Die Beziehungsdifferenzen. Olfaktorische gegen semiotische Empfindlichkeiten, beispielsweise …

Lass Löwen Löwen sein …

Lass Löwen Löwen sein

Er trug noch dieses Puppengewirr auf dem Arm und blickte erstaunt an sich herunter. Gibt es einen Treff gibt es einen (Kroaten) Treff ein Aufbrechen der Tonfall. Der informierte. Er einer der. Und informierte. So und so. Und ruft er Fall eines Geräuschs. Leise Durchsage dies ist eine sehr sehr leise Durchsage und in Tonfällen durch und durch gesagt. Genaugenommen war er dann doch ziemlich eintönig. Eine weite Ebene, in der eine mit ihm ging. Dann sahen sie vor sich Säle, Haltestellen, Korridore, Tische in Sälen, Trinkgläser, Wartelisten, die Serie der Liebsten. Ausmalen des Genres und dessen Aushebeln. Eine baumlose Ebene, wenn nach einem heissen Tag das Licht anders wird, jeder Halm, jeder Kiesel, die sonst unbeachteten Bodenwellen ziehen ihre Schatten über, die Gräser, Erdbrocken, jede Maisstoppel wirft den eigenen Schatten weiter und weiter, während ich eben noch kaum daran dachte, dass es Abend werden sollte, so weit noch unterwegs und mich mitten im Reisetag wähnend, auf einmal ich selbst ein Schattenwahn, mir nachschleppend die dunkleren Farbklänge, eine Schildernsnot, Reisemüdigkeit, plötzlich den Wasservorrat anzweifelnd, die Wasserlinie im Kanister bezweifelnd, die Kühle verzweifelt vermissen, jeder Halm ein Dorn geworden, das war es, das sie die längste Zeit bloss geahnt hatten, sich nicht vorgesehen, sie hatten kein Vorgehen geplant, sie waren ausgeliehen, an ein Land. (9/18. Aus DlniS, Kap.3)

Beim Münchner Micha (notula nova 26)

Draussen tobt die Normalität. Mit dem Münchner Micha feste in der Innenstadt getrunken. Dann ins Fraunhofer, x-cess, Trachtenvogel. Wir stellen fest, dass wir Publikum und Interieur nicht mehr sortieren können, weil … sich alles verändert hat? Oder weil: wir dafür keine Begriffe mehr haben? Oder weil: s. Satz 2? Jedenfalls hat der Micha vor kurzem seine Armbanduhr verloren. Und ich rate ihm vom Kauf einer Neuen ab. Wir diskutieren eine kleine Philosophie der Uhrenlosigkeit.

Und verkrachen uns beinahe daran. Renitenzerhaltungsenergiekopplungen. Subjektivzeitakkumulationsfragen, Signifikation und Symbolisierung durch Leerstelle. Dies zählt alles nichts. Ich versuche die Punkte noch einmal am nächsten Tag zusammenzutragen. Es sind nur noch wenige da.

P.S.: Der Münchner Micha ist jetzt auf löslichen Kaffee umgestiegen. Aber Fair Trade. Und Bio, wie er sagt. Das dürfen auch alle wissen.

2 Jahre habe ich den Micha nicht besucht. Seitdem hat sich viel getan. Er ist mit Partnerin umgezogen. Auf der Toilette gibt es nichts mehr zu lesen. Ich frage ihn, was los sei. Bologna? Er antwortet nicht und legt das Programmmagazin „in“ neben eine Rollenburg. Nach meiner Abreise wird dort sicher wieder nichts liegen.

(Wir beschliessen aber: Ein Museum der Handgriffe muss gegründet werden. Und: vielleicht ist das Schreiben aber auch nur … professionalisierte Innerlichkeit.)

Notstromprobe am Karl-Preis-Platz. Rolltreppenprobleme. Schnellstmögliche Behebungen. (Micha hat sich eine neue Uhr gekauft. Casio. Digital. Das Zwicken an Haut und Haar hat nicht unmittelbar mit dem Neuerwerb zu tun. Seien ganz normale Zeitschmerzen, erfährt man.)

Im Tollwood: “Man kann ja nie wissen, was alles so passiert”. – “Ja, passieren kann schnell was.”

Im Wassermann: Schwaben ohne Schwaben gegen Bayern ohne Bayern. Sprechen der Sprache ohne Sprache. Leichtes Weissbier (2.4 %). Lucio. Cacao. Und andere Bekannte. Alte Streitigkeiten werden überspielt. Stuttgart führt nach 45 Minuten 1:0. Nervöse bayrische Raucher vor der Tür. Alles friert.

Dann: 1:2 gegen die Gastgeber. Apathie. Lethargie. My mourning table, subsound Ländler. No a Weissbier, bittschön.

Dankschön, Micha.

(Auf der Heimfahrt im 4er, 3 St. Gallener Visagistinnen. Wie Oberflächenoptimierung? Wie Sonnenschutz? Wie Sonnung mit dunklem Teint? Welche Zeitschrift und wie lesen? Wie richtig Skifahren? Wie Taschenkaufen? Etwas ist zu teuer: Mama, Papa und Geburtstag fallen mit Weihnachten zusammen. Undsoweiter.)

(Überhaupt: Wohin man überall Dinge schrauben und stecken kann. Ohren, Nasen, Brauen, Lippen, Zungen, Zähne. Selbst im Häutchen (Name?) zwischen Oberkiefer/Schneidezähne und Oberlippe ist noch Platz für einzwei Ringe.)