auf dem weg nach hause // sage ich / es war einmal war es / was zu folgender überlegung führte / was war / im angesicht einiger blätter an den schuhen / das blatthafte / beschriebene / die trockenen adern überbleibsel / röhren einer textur von nähr und botenstoffen / die vermuten liessen / da war einmal etwas / das sich mitzuteilen suchte und / ankam an den rändern und / wieder ausgeatmet wurde und / grünte und blühte und / wieder in sich zusammengesackt immer / noch an das schöne erinnerte die / endliche oberfläche die zum / leuchten gebrachte / das waren wörter / im anfang / die gelesen wurden und / hals und nase passierten / ins freie entlassen / spuren hinterliessen / in blättern als zellen und zeilen und / in körpern in teilen aus körpern etwas / wovon man sagte das / sei der bestand //
taberna kritika
Ein Abend mit Gerhard Jaschke
HEUTE:
Ob Collage, Anagramm, Lipogramm, konkrete Poesie oder Scherenschnitt: Die Arbeiten des Gerhard Jaschke sind vielseitig und wirken bis heute. Der Wiener Schriftsteller, der sich selbst im Post-Post-Fluxus verortet, ist zudem Verleger und Mitbegründer bzw. Herausgeber der Zeitschrift für Literatur und Kunst “Freibord” und Lehr- beauftragter an der Akademie der bildenden Künste in Wien.
Einführung: Hartmut Abendschein
Lesung: Gerhard Jaschke
Werkstattgespräch Gerhard Jaschke mit Franz Dodel
Ort: Stadt- und Universitätsbibliothek Bern
Zeit: Donnerstag, 18. Mai, 20 Uhr
Dranmor Korrespondenz 2
Lieber Herr D.
haben Sie recht herzlichen Dank für Ihren Hinweis. Gerade liegt mir Ihr Aufsatz vor und ich werde ihn recht bald lesen. (Wir haben “Orte” natürlich in der Bibliothek). Was mein Dranmor-Projekt angeht: es wuchert und wuchert und wuchert. Und ob da überhaupt noch “Dranmor” drüberstehen darf, ist eine andere Frage, da der Text immer selbstreflexiver wird. Wenn es Sie interessiert: hier ist ein kleiner Zwischenstand protokolliert:
http://www.abendschein.ch/more.php?id=211_0_1_0_C bzw. hier:
http://www.abendschein.ch/more.php?id=P683_0_1_0_C
Ansonsten halte ich Sie auf dem Laufenden, wenn etwas Neues passiert. Vielleicht könnten Sie mich auch informieren, wenn wieder etwas von Ihnen erscheint?
Herzlichen Dank
Hartmut Abendschein
Am 15.05.06 schrieb J. D. <...@netc.pt>:
– Zitierten Text ausblenden –
Lieber Herr Abendschein,Wie steht es um Ihre Dranmor-Forschungen? Ich wollte Ihnen nur sagen, dass eine Kurzfassung meines Vortrags an der Universität Trier neulich in der Zeitschrift “Orte” erschienen ist, vielleicht interessieren Sie sich dafür.
Mit freundlichen Grüssen aus Portugal,
J. D.
Gattungsfragen (slm)
vollmundig wurde einmal verkündet, dass der bald sporadisch zu schreibende und einzustellende Text sie liest mich (als Kopfzeilentext zum Roman Dranmor) eine kleine Erzählung werde, die natürlich wichtige Motive des Romans aufgreife und sie aus einer anderen Perspektive durchspiele. Nachdem die ersten (inhaltlichen) Überlegungen zu den ersten slm-Teilen gemacht wurden, verwerfe ich wahrscheinlich diesen Ansatz. Da der Haupttext („Dranmor“) schon ein reiner Prosatext und der Fussnotentext („Überschreibungen“) in reflexiver, experimentellerer Prosa gehalten wurde, fand ich eine weitere Prosaform des Guten zu viel. Dort oben muss eine verdichtete Form stehen, einerseits, um eine gewisse Gattungsvielfalt zu gewährleisten (dies war auch immer Thema des Haupt- und des Fussnotentextes bzw. auch: das Überschreiten der Gattungsgrenzen), andererseits natürlich auch, um der Enge des Raumes gerecht zu werden. Die Idee war es dann, einen rein lyrischen Lauftext zu fabrizieren. Bei einem zur Verfügung stehenden Platz von ungefähr 3200-3500 Wörtern bin ich mir allerdings nicht sicher, ob das tragfähig wird. Ein erster Versuch mit einem Kompromiss wird gerade unternommen. Vielleicht ist es am Ende als epic poem in prose (dt.:?) zu bezeichnen …
Lesbarkeiten II (Entdinglichungen)
Den konkreten Dingen die Abstraktion abringen: Um sie gültig zu machen. Endgültig. Das gelingt bei Bildern (Abbildungen) durch die Verschiebung des Winkels (Perspektivierung) und der ungebührlichen Annäherung an das Objekt (LSKB, RDSR), bis der vermeintliche Nutzen (oder: Nutzwert) des Objekts abfällt und nur noch Form übrigbleibt. Wir nennen diesen Rest: die Sprache der Dinge. Vielleicht verhält es sich ähnlich mit dem Schreiben über das Schreiben (DTmF, Dm). Hierzu.