der blick am 22.03.06 (printausgabe, S.19) über literarische weblogs (litblogs.net):
auch als pdf (vgl. auch markus hediger)
der blick am 22.03.06 (printausgabe, S.19) über literarische weblogs (litblogs.net):
auch als pdf (vgl. auch markus hediger)
Drei Zähne gingen ihr verloren. Sie wurden von Fremden ausgeschlagen, wie man es mit einem unpassenden Angebot tut. In einem Bus ist sie gesessen: wurde spät nachts in der richtigen Linie vorne aufgebockt und hatte das Zeug anzugeben. Sie sagte links und er fuhr rechts. Mit ihrem kleinen Jungen geht man ins Theater. Er darf als gefeiertes Publikum im Zentrum des Zuschauerraums sitzen. Sie drängt man an den Rand auf einen Klappstuhl.
Was will man da machen? Sie pfeift durch ihre Zahnlücken, um die Inszenierung zu loben, ihre lärmenden Hände liegen reglos im Schoss.
Hier noch ein kleiner Hinweis auf ein schon jetzt geschätztes Bändchen mit kleinen Formen. (Neckam, Jürgen: Das merkwürdige Leben der Literaten. Residenz, 2006. – 134 S. ISBN: 3-7017-1441-X).
Beispiel (Volleintrag S.B.):
Nach einer durchzechten Nacht versuchte Samuel Beckett, durch eine Drehtüre ins Freie zu gelangen, er schaffte es jedoch nicht und musste wieder und wieder im Kreis gehen.
Aus der Nachbemerkung:
“(…) Man könnte einwerfen, dass derartige Verknappung bereits Verfälschung ist. Aber, ab welchem Grad der Beschreibung beginnt Verfälschung? Und ist nicht jede Form der Nacherzählung eines Lebens Verfälschung?
Die Form, in der hier von Biographien erzählt wird, schafft Freiräume: die Fakten werden sozusagen von ihren Umständen befreit. (…)” (Unterstreichung: hab)
Die Versammlung löst sich langsam auf. Darth Vader tötet Spiderman. Zwei tanzende Katzen halten sich an einer gefilzten Elefantenherde schadlos und an Flugenten, Pinguinen und den Elchkopflampen über den Karussellen; ein Stück Mühlstein spielt Tisch. Stan und Laurel und E.T. und alle anderen Schrottmeister des heutigen Abends krönen ein fliegendes Schwein. Die zwei Giraffen der Artistenecke tauschen Weltkriegshelme, der Astronaut mit den Hasenohren gibt den Rabbit-an-der-Wand; ein Fisch, ein Fuchs, ein Kopfnicker im Gartendschungel fliegender Puppen. Nur der rostrote Frauenkopf liegt unberührt zwischen Riesenorgel und Roll-und-Schaukel-Esel neben Pferdinger, dem einäugigen Piraten-Biber im fahlen Licht der Jugendstil- und Sündenleuchte. Die Wolpertinger über den Türen.
Die Clowns. Die lachenden Clowns tanzen mit dem Werbeteufel um die Feuerstelle um die Wette unter Palmen. Und der kleine Schrottmonsterengel bekommt etwas von Nina Hagen und Mink de Ville. Dann klirrt es an der Kettensäge. Etwas Ringsgwandl gibt es auch dazu. So chicken ass be watchful.
in der Mühle Hunziken
herzlichen glückwunsch an franz dodel zum 10000sten!