taberna kritika

Begegnung im Park

(10.4.2005)

Heute im Park

auf dem Spielplatz das Kind

nicht älter als zehn

unterm Arm ein Bündel Krüppelholz

mit der anderen Hand

zerrt und schiebt es zur Erde gebeugt

den grobschlächtigen Baumstumpf

abgesägter Klotz Überbleibsel

vom Wintereinschlag

So früh schon – denke ich –

übt und krümmt sich der Mensch

rollt das Holz und wälzt den Stein

seinem unbekannten Ziele zu

bemerkungen (V) zu “die stadt – kein zyklus”


bild aus: fritz lang, metropolis (1927)

(…)

dabei sind die gestalten die stadtteile der stadt. also bewegt sich die geographie um sie, und jene verlassen nicht ihren ort. also bewegt sich der raum und nicht seine körper.

(…)

die ordnung der stadt ist nicht diejenige der nichtstadt, auch land genannt. dort lagern die unverbrauchten zeiten und ungesprochenen sprachen der stadt.

(…)

die vollständige thesenschrift zur serie jetzt im -bereich (miszellen)

Wir

Wir: leicht entzündbar & sterblich

körperlos wie der Wind

tragen die Knochen der Sterne

auf unseren zerbrechlichen Schultern

Der Schatten einer Amsel genügt

uns zu zerstören am Mittag

Auf der verblichenen Mauer, trügerisch,

als Gast ferner Länder – die Sonne

Also sind wir: körperlos & sterblich

Gefesselt an ein Hirn, uns unbekannt,

an den Rest Mythos – Geheimnis der Äonen,

leiden wir an einer Krankheit

die uns nicht tötet. Wenn wir sterben,

geschieht es im Vorgefühl der Vollkommenheit

Auch der Tod ist uns gleichgültig

Auch er: sterblich & körperlos wie der Wind