Staatsbibliothek

(M04)

Staatsbibliothek

Kemma

Rumrenna

Si ned auskenna

Wo stähd des nua

Koa Signatua

Gleih hob i

Gnua

Lesesall drom

Biacha vazong

Aufsicht frong

Guad hihean

Bläd o’gredt wean

Nix vasteh

Geh

Fenzl, Fritz (1977): Da Zoaga ruckt auf Zwäife. Bairische Gedichte. München.

22. Schachtel (Abweichungen)

Wenn es doch möglich ist darüber zu schreiben, warum man schreibt, muss es doch möglich sein zu schreiben, warum man über Schachteln schreibt. Wo viele behaupten erst zu schreiben, warum man schreibt, sei schreiben. Eigentliches Schreiben. Erst wenn das plausibel erklärt werden konnte, und was am eigenen Schreiben das Spezifische sei. Glaube ich, schreibe ich über diese Gefässe. Warum? Vielleicht um sie zu füllen?

ich. opfer einer phobie. der angst vor leeren gefässen. nun müsste man ernst-wilhelm händlers die frau des schriftstellers zur hand haben. darin: eine seitenlange liste mit angstterminologien und ihrer beschreibungen. ich könnte mich darin wiederfinden. ich habe das buch verliehen. ich habe vergessen an wen. ich schreibe weiter.

Julien Sariette

(M03)

Monsieur Sariette liebte seine Bibliothek. Er liebte sie mit eifersüchtiger Leidenschaft.  (…) Wer auch nur den belanglosesten Schmöker entlieh, der riss ihm das Herz aus dem Leibe. Um sogar denen, die das meiste Anrecht darauf hatten, Bücher zu entleihen, dies zu erschweren, erfand Monsieur Sariette tausend einfallsreiche oder plumpe Lügen und scheute sich nicht, seine eigene Verwaltung oder Wachsamkeit in Frage zu stellen, indem er behauptete, einen Band verlegt oder verbummelt zu haben, den er noch einen Augenblick zuvor mit den Augen verschlungen oder ans Herz gedrückt hatte. (…) Manchmal fuhr er in der Nacht schweißgebadet und mit einem Angstschrei aus dem Schlafe auf, weil er im Traum eine Lücke in einer der Reihen in seinen Schränken hatte klaffen sehen (…) Dank seinem ausdauerndem Fleiß, seiner Wachsamkeit, seinem Diensteifer, mit einem Wort, seiner Liebe war der Bibliothek d’Esparvieu während der sechzehn Jahre seiner Verwaltung, die am neunten September 1912 abgelaufen war, kein einziges Blatt abhanden gekommen.

In: „Aufruhr der Engel“ von Anatol France.

Dazu auch: Bibliographie mit librarians in fiction (engl.)

The Song of the Library Staff

(M02)

Oh, joy! to see the Library staff perpetually jogging

And to see the Cataloger in the act of cataloging

(…)

All the ologies of the colleges, all the isms of the schools,

All the unassorted knowledges she assorts by Cutter’s rules;

Or tags upon each author in large labels that are gluey

Their place in Thought’s great Pantheon in decimals of Dewey;

Oh, joy! to see the Library staff perpetually jogging,

And to see the Cataloger in the act of cataloging.

By Sam Walter Foss, Librarian of Somerville (Mass.) Public Library

Read at the 1906 ALA Annual Conference (Auszug, mehr …)