dein aufschub (ad acta*)

in kurzen hosen sitzt

in tiefer abstraktion

in langmut später

aufschub ist dein name nicht

lässt dich nicht fahren in

geschlossnen räumen und nicht

im ichverbot vielleicht

einmal in einem lift

mit dir allein

freut sich dagegen an der

feuchten haut sehr

eigenen kleinen seins

in grossen gruppen

trinkend – literweise buch und

beispielsweise bühnenwörter

saufend fressen

dick ist der der dick sich denkt

verkündend grappa schlürfend oder

schmeiss die alte katze raus

die hat hier keinen platz

im chor

am lederjackenabend im

programmkino den kinoschirm

sich fest ans bein gedrückt

wenns regnet

trocken ragt

das ewige hingegen

deiner wörter stumm

bleibt deine sprachbox sauber

verkrusten tage

rasten an der oberfläche

bleibt wenig übrig nach

der reinigung des teppichs

deiner schaufabrik von

wunden sätzen hinten

zwischen faulem zahn und mund

und später stund

——

* (zu ddI, ddII, ddIII). zu den akten, zunächst. mehr ist im moment nicht zu holen, aus dem bild. an dieser stelle und, um im bild zu bleiben, aufgeschoben bleibt hier alles bis montag. keinen aufschub duldet dagegen das treffen mit meiner lektorin in köln. etwaige kommentare bleiben ab morgen zwischenzeitlich in der moderationsschleife.

19. Schachtel (Draussen ist nichts)

Ein Rollkoffer oder nicht. Nichtrollender Koffer. Wird da Raum durch Gegend getragen? Oder gerollt? Entgegen der Bezeichnung: geschoben? Ein Rollraum? Oder rollender Raum? Raum auf Rollen? Überhaupt: kann etwas noch als Raum bezeichnet werden, wenn es abgeschlossen oder wenigstens angedeutet wurde. Und sich in Bewegung befindet. Ist bewegter Raum noch Raum? Sind dessen Gefässe nicht schlechthin als nur angedeutete Räume zu bezeichnen?

auf zwei rollen werden sie hinter sich hergezogen. auf vieren führt man sie seitlich mit sich, was auf einer ebene eleganter aussehen kann. auch auf dreien habe ich sie schon gesehen. auf einem bahnhof. ein halter rauchte gerade eine zigarette. über mögliche fortbewegungsarten kann ich nur spekulieren.

dichten wollen

dichten wollen

aber die verhältnisse

sind in prosa

nichts schwebendes

(Elfriede Gerstl, mein papierener garten. S.18, 2006)

|::| das sieb |::| kürzeste lyrik novitäten

18. Schachtel (Im Keller Gottes)

Der Keller, die Abstellkammer, das Dachzimmer. Schachteln in der ureigentlichsten Bedeutung. Dort liegen die Dinge, aber nicht aufeinander, sondern hängen an den Wänden. An den Zimmerwänden, Schrankwänden, Schrägen. An den Rändern des Raums.

da liegt etwas in einer dose in einer schachtel in einem karton in einem koffer in einer truhe im keller eines puppenhauses. babuschka heisst es. und es ruft dich beim namen. eine vielschichtige, eine verzwiebelte situation. dir kommen die tränen.

taberna kritika im E-Mail-Abo

Ihr Postfach ist nicht ausgelastet, dafür haben Sie schon lange keinen Überblick mehr in Ihrem Feedreader? Am Ende haben Sie gar keinen Feedreader und auch nicht das geringste Interesse daran? Für diese Fälle gibt es nun das taberna-kritika-e-mail-abo. Nach kostenloser Subskription erhalten sie alle aktuellen Texte, Informationen und Termine, die hier gepostet werden, direkt in ihr Postfach. In der Regel nicht mehr als drei bis vier Mal die Woche. Versprochen!

dieses kleine feature habe ich nun auch für litblogs.net eingerichtet …