10. Schachtel (Mutmassungen)

Was ist noch darin in den Kartons, Kisten und Koffern? Wäsche vielleicht? Eine rote Strickjacke. Ein altes Jackett. Strümpfe. Ein Handschuh. Der andere ging verloren. Vakanz. Jeder weiss, es geht nicht um die Kleidungsstücke, die sich noch darin befinden, sondern um die, die sie getragen haben oder sie vielleicht noch tragen. Die andere Hälfte eines Paares. Oder: wo und wann man sie getragen hatte. Also geht es auch nicht um einen Karton oder eine Schachtel, sondern um ein Zeugnis, das sie wiederum mantelt. 

es geht um die angst. um einen schuh, genauer: um den anderen, treten sie nicht als paar auf – an einer strassenecke, an einem kleinen bach im wald oder an den fernbahngleisen. es geht um den gemutmassten verlust. es geht vor allem um die angst vor der eigenen phantasie.

Gruppenrahmen

also räumtest du die neuesten Codes ab, inmitten

          von laszivem Geschnuppere, Stimmen-

Gestöber, in die Küche schlitterst du mit lässig

          geöffnetem Kragen, herrje, heilige

Sebastian-Brust. diese Gruppenrahmen, Foto-

          Platten im Gepäck – o Auslöserlicht –

lümmelten wir bei inständiger Ripphemd-Freude

          das macht Kraft das ist unser Eldorado

– du Wächter, deine Sorge ist Kleinmut

(Hendrik Jackson, Dunkelströme, S.36, 2006)

|::| das sieb |::| kürzeste lyrik novitäten

8.3

in einem café / nicht kaffee oder kuchen sind / dort attraktion für besucher sind / bildschirm an bildschirm an / bildschirm der zugang vernetzung / der menschen der sprache des / austauschs der user am bildschirm die / briefe bedeutung wird dort digital / analog nur der mensch der die / botschaft vernimmt wie die nachricht von ihr die / ich öffne zu spät bald / zu spät seis wenn morgen am / mittag der ihr noch geschuldete / teil nicht vermittelt ein anderer würde sich / kümmern zum nun auch noch / höheren preis sei der zins und der / zinsbruder dessen und nicht zu / verhandeln und keine nicht / einmal abschlägige mitteilung dieses verlags zur / verlegung vorlegung dieses betrags keine / stundung von ihr keine aussicht auf / vorschuss gewährung wird bitter die / antwort begonnen mit nur einem tastendruck gibt / man scheinheilig zurück man besässe / das geld sässe darauf in bar und / sei äusserst gewillt ihr zu / geben in einem in dem von ihr / bestens gekannten hotel //

Lesung aus “urban studies” in Köln

Ankündigung für Kurzentschlossene

Swantje Lichtenstein und Heike Smets lesen Texte aus dem Manuskript urban studies (Hediger/Abendschein) innerhalb der Veranstaltung des Lesekinos (s.u.). In Abwesenheit von Hediger/Abendschein, allerdings …

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pressetext / quelle


Mittwoch 08.11. · 20:00 Uhr · 6,00 EUR · Kinoraum

Getränk und Snack inclusive

Lesekino Stadt/Archiv

Eine filmische Lesung, ein gedichteter Film?

Brigitte Oleschinski – Lyrikerin

Adrian Kasnitz/Rolf-Dieter-Brinkmann Stipendiat für Literatur

Marc Belledin – Filmemacher

Heike Smets/Swantje Lichtenstein – Moderation

Das Lesekino findet unter dem Stichwort Stadt/Archiv statt. Städte sind selbst Archive: Ein Sammelbecken aus Geschichten und Bildern. Das Lesekino ist eine mixed media – Präsentation, es stellt kaleidoskopartig Literatur und Filme vor.

Neben der vielfach ausgezeichneten Lyrikerin, Brigitte Oleschinski, gebürtigen Kölnerin, werden der Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendiat für Literatur Adrian Kasnitz, der Filmemacher Marc Belledin und weitere Gäste Texte und Filme vorstellen.

Die Lyrikerinnen und Literturwissenschaftlerinnen Heike Smets und Swantje Lichtenstein führen durch den Abend.

Information unter www.commonground.de/lesekino

Mit Unterstützung durch das Kulturamt der Stadt Köln