taberna kritika

IX Die Zuneigung der Texte

Um zurück zu den Texten zu kommen und doch noch etwas beim Thema (VIII) zu bleiben: Die jeweils erste Passage eines sog. Ichschriftelements ist also immer ein fremder Text, der von Dir verhandschriftlicht wurde. Nach all den Hegemann-Debatten: Ist so eine Form der Aneignung nicht etwas problematisch? (bhfr)

Mittelbar mit der Konstruktion von Identität (und damit auch Identität des Textes) hat das so textgenerische Verfahren einen (sicher nicht neuen) Effekt auf die Beziehung homogenisierender Schriftästhetik (Praxis) und damit Homogenisierung (Integration, Anpassung, Aneignung) von Fremdtext in / von eigenem Text. Die Homogenisierung des ursprünglich Heterogenen, wie in so einem Schreib- bzw. Schriftakt stattfindend, also des Abschriebs von (tendenziell eher theorielastigem) Fremdtext und dessen Hinzugliederung zu eigenem Text, kann auch eine punktuelle Umcodierung von autorschaftlichen Textverhältnissen bedeuten. Vielleicht muss also auch eine Frage lauten: Schreibe ich einen Autoren (einen Text) um? Eigne ich ihn mir an? Werde ich Teil von ihm? Oder: Werde ich selbst Teilurheber dieses vormals fremden Textes (mehr noch, als bei einfacher und üblicher Zitation), wenn dies über handschriftliche Aneignung geschieht?

Wenn auch diese Frage grundsätzlich schwer zu beantworten ist, kann zumindest – also in Relation gesprochen – behauptet werden, dass eine handschriftliche Aneignung durch Abschrieb und damit Homogenisierung mit eigener Schrift (eine Werkvariante entsteht, auch ästhetisch) diese Gesamteinheit eher in die Sphäre eigener Autorschaft von Fremdtext überführt, als es bei kopierender Zitierung (digital, analog, „abtippen“, „copypaste“) stattfindet.

Man muss diesen Punkt vielleicht nur als Nuancierung von Zuneigung im Bewegungssystem von Textadressierungsverhältnissen sehen, aber diese Nuance kann von Bedeutung sein, wenn es um Verlustbilanzierung geht. Inhaltlich / Sprachlich: ein Amalgam von Metatext-Text-Elementen hat – nun ganz praktisch – aber auch Auswirkungen auf den Gesamttext und jenem, wie eben diesem, der gerade im Entstehen begriffen ist. Ganz gegen mein ursprüngliches Vorhaben hat sich hier eine Sprache und ein Schreibverfahren (auch: ein Ton) etabliert, der manchem vielleicht als überhebliche, überflüssige, unverständliche oder spekulative Terminologisierung (wie hart oder weich diese auch sein mag) des Sprechens über die Verfahren vorkommt. Das war, wie gesagt, nicht von Anfang an intendiert. Die Lektüre und Verarbeitung von solchen Sekundärtexten, also auch: die inhaltliche und sprachliche Aneignung dieser Texte, nehmen ihrerseits Einfluss auf mich. Ich befinde mich also noch inmitten eines Ermächtigungsprozesses jener Sprachen über mein Schreiben über das Schreiben. Theoreme, wie dort aufgegriffen, schieben sich in meinen Blick auf / beim Sprechen über das Verfahren und die Auswirkung solcher Textproduktion bzw. Ihrer Unterlassung. Gewissermassen steht also auch diese Anfertigung unter einem Fremdautorschaftsverhältnis, nicht 1:1, nicht in Form rigider Materialität, aber auf anderer Ebene ordnet sich mein Schreiben über mein Schreiben Diskursen zu, die ihrerseits wieder urheberschaftliches Land an meinem Text zurückgewinnen. So entsteht also vielleicht etwas wie eine Tausch- oder Handelssituation von Adressierungen (Adressregistern?, ästhet. mit diskurseigentümlichen), die die “Besitzverhältnisse” von Text fluktuieren lässt. Und das kann weiter bedeuten: dass gerade diese Texteigenschaften damit auch ausgestellt werden.

@etkbooks twitterweek (20100410)

RT @SuKuLTuR: Rainald Goetz bei Harald Schmidt. http://bit.ly/dclJCk / “Der Server ist vorübergehend nicht erreichbar.” #lbn / server down. dynamic-net macht ja einige zicken in letzter zeit. muss man da an migration denken? #lbn / new blog post: 2007-12-11 die Mücken sind weg http://bit.ly/aS0urv / What if your book really knew where you are gazing at? http://text20.net/ #lbn / hej, bad bonn kilbi!: mit aphex twin, tocotronic … http://www.badbonn.ch / hm. eben erst die translate-funktion des twitterwidgets entdeckt. übersetzt alles automatisch in asemic poetry… / only work morning to night what you can get envy not only sees the flower bed but the late / Brutto- / Nettoproblemszenarien #wörter / #neidstaunen: “Power-Paar im Tratsch-Tsunami” (spon-powertiteln mit exakt 40%iger ironieinskription.) / Literarchie: @etkbooks 😉 / @Literarchie war nix persönliches. nur das kleine es, das kurz zum ich wurde … / Literarchie: @etkbooks Hätt ich auch anders formuliert… aber als Lese_empfehlung_ durchaus weitergebenswert. 🙂 / lesebefehle, naja, haben so was burschenschaftshermeneutisches … / http://www.n-n.ch/ #lbn / sehr blookig: Barthes, Roland: Tagebuch der Trauer. 26. Oktober 1977 – 15. September 1979. (Hanser, Carl) #pipeline / +++ Hegemann-Schweizerin schreibt “Heidi” von unbekanntem Ruhr-Blogger ab +++ http://trunc.it/72kkm #lbn / urbanophil: lesung, da liegt noch ihr schal http://trunc.it/700s0 / new blog post: Geniefreies Genial http://bit.ly/9mZFud / @martinlindner ah, ein kleines deleuze-transkript, muss ich da noch hinzufügen … („g.d.“ ohne kontext kommt wohl etwas kryptisch …) / … man entdeckt die “Quasiliteratur” und meint das literarische Weblog http://trunc.it/6u9fb #lbn / … deshalb muss es ‹alles in einem› sein: Poesie, Erzählung, Essay, Theater – ein permanenter Wechsel von Stimmen und Gattungen. #lbn / .. a specific fragment of the main rhizome triggers another minor rhizome which can be moved through before coming back to the original one. / Suter (bc?): “Multiple rhizome”: Finally, the multiple rhizome enlarges the idea of the rhizome, in that … / Kultur & Gespenster Nr. 10 / Literarische Hermeneutik / (TEXTEM VERLAG) #pipeline / new blog post: Was Schreiben nicht heisst (notula nova 79) http://bit.ly/deQzXG / die herzlich-freundliche öde des bald anachronistischen („Sicherheitstips fuer Compactus-Anlage “) / new blog post: C.C. Messner: Die Träume meiner Frau (Choreographierte Komposition) http://bit.ly/b085VZ / new blog post: VIII Und ICH? http://bit.ly/aeM6G7 / new blog post: (4) Das Leben ist eigentlich schön. http://bit.ly/8Y4WgT /

2007-12-11 die Mücken sind weg

ja aber das verdikt das

fähig sei das drehen türken

turbulieren zu tirilieren von um

von schlingen hin in schlägen

tücher eingeschlagen das hand

licht den leib zu das haar

unter die decke gefallen geht ja

gefältelter umschlag gefälltes

rosen holz die haare gefaltet mit

rosen besteckt das kinder luft

zelt unter der decke duft was tust

du da kind kind

die Mücken sind weg, eine dicke Fliege hebt ab von der Buchseite von voiles und verliert sich gleich im Segel – ein Schleierwerk eine Notiz vom gestrigen Tag “wenn die Zeit knapp wird” (ich) kehre, jetzt, da es kühler ist, anders zu den Farben zurück, welchen ich mich zuwende. Heller erscheinen mir die Ansichten façades der Gebäude, die Farbe des Klangs des Gesichts der Stadt oder falsch Zitiertes zu meiner Freude. Hier. Er (mir) vorgestellt hin gestellt zu andrem Behagen (ich) stolpere be careful dear atme auf schrecke zurück ich höre den Satz jedesmal neu, wenn A. I. ihn mir sagt GIBT, damit ich mich damit unterwegs begleite. Womit mich befassen. Habe vergessen, wie es ist, durch

index

Geniefreies Genial

Lieber Hartmut

Könntest du uns bitte bei Gelegenheit 3x “Das blaue Buch der Weissheit” in Kommission liefern und 1 Exemplar in Rechnung stellen?

Finde dieses Büchlein genial!

Danke und liebe Grüsse

Lori



Strange business, aber gerne:

Unser Selbstläufer und Bestseller

http://etkbooks.com/edition/weissheit

(Womit – ähem – wieder mal bewiesen wäre, dass sich Zeichenmenge antiproportional zur L.U.G. verhält.)

Was Schreiben nicht heisst (notula nova 79)

C, Culture (Kultur): ich habe überhaupt kein Reserve-Wissen. Kein Wissen auf Vorrat … Und alles, was ich lerne, das lerne ich für eine bestimmte Arbeit, und hinterher vergesse ich es. (G.D.)

Und, ebd.: “Die Schrift ist sauber, sprechen ist schmutzig”.

Überhaupt: Leibniz und die Falte.

Tauwetter

Dachlawinen

Katzenkot

(Das zu: Betreff: Textkörper)

Dies ist ein Textkörper.

Reduktion

Flexibilität

Job enrichment

Und: Der Workshop zur Vorbereitung eines Workshops.

D, Désir (Wunsch). (Richtig. Nie nur ein Objekt wünschen können, sondern immer nur ein Ensemble aus Objekt und anderem (z.B. einer Situation). Weiter. Das Wünschen im Ensemble (Und: Nicht glauben, dass das Unbewusste ein Theater ist.)

Und: Man deliriert die Welt. Nicht seine kleine Familie.

Zum Lektorat: Was im Printbereich offline, intersubjektiv und in der Form des Löschens / Ersetzens passiert, stellt sich – je nach dem – im Literarischen Weblog als Anlage einer Überschreibung, Überschneidung, Palimpseststruktur und / oder Kontamination, die Prozess darstellt, ab. (Von nun an vielleicht die Unterscheidung: literarisches Weblog und Literarisches Weblogs)

Fürs Bielergespräch und überhaupt: Weniger Werk, mehr Prozess soll auch heissen: Weniger Monument, mehr Diskurs … #Rezeptionsästhetik, angewandte

Und die These: Der Betrieb eines Literarischen Weblogs = Komplexitätsproduktion. Die Arbeit an einem Buch = Komplexitätsreduktion. (Und: Ziel und Zielformen wären vielleicht bei ersterem eine vollständige Fackeligkeit von Text. (Auch, als Nebenkraus: in Besitz nehmend, lodernd, versengend …))

E, Enfance (Kindheit): Es braucht ein gutes Gedächtnis die Vergangenheit abzuwehren. Ich sammelte, glaube ich, Briefmarken. Das war meine anspruchsvollste Tätigkeit (G.D.). Und: Schreiben heisst Werden, allerdings weder Schriftsteller, noch sein eigener Memoirenschreiber, das bloss nicht. Und: der unbestimmte Artikel ist ungeheuer machtvoll. (G..D.)

Überhaupt: Die Gratis- und Boulevardblätterproduktion und -logistik als wohl funktionierende Micropaymentparteispendenstruktur. (Hier wäre noch die “Partei” zu beschreiben.)