taberna kritika

C.C. Messner: Die Träume meiner Frau (Choreographierte Komposition)

Christina C.  Messner: “Die Träume meiner Frau” – Choreographierte Komposition für diverse Soloinstrumente in variabler Besetzung, Licht, Gegenstände und Bewegungen. Text: Hartmut Abendschein (U.A. 1. Oktober 2009).

Hörprobe („Töpfchen steh”, MP3, 5.8MB) von der CD “Solo für fünf – Szenisches Konzert”. Live-Mitschnitt einer GEDOK-Veranstaltung. Aufnahme und Produktion für hauskonzert records, Bonn.

VIII Und ICH?

Du sprichst von gleichzeitig existierenden, gleichberechtigten, unterschiedlich ausgeprägten Formen von Textoriginalität bzw. -authentizität. Liesse sich so eine Konstruktion auf einen – viel weiteren – Subjektbegriff übertragen? (bhfr)

Verfolgt man nun so ein Aufschreibeprojekt und akzeptiert, dass sich – wie oben angeführt – eine Aufspaltung in zwei Originalskripturen, die manifeste Schrift und jene digitale Urschrift, die eine Bewegung gespeichert hat, ereignet, kann man vielleicht feststellen, dass eine Faksimilierung solch eines Ich-Dokuments (und damit „Nichtselbsts“, da ich ICH nur im Moment meines Schreibens bin) durch die blosse Existenz jenes 2. Originals verunmöglicht ist.

Möglicherweise hat damit also solch eine Nichtfaksimilierbarkeit des Selbsts (15) auch rückwirkend Einfluss auf einen wieauchimmergearteten Subjektbegriff? Ist ein Schreibprozess dieser Art also eine bedingt subjektrekonstruierende Massnahme?

Das Thema dieser Arbeit umkreist die These, dass durch eine Medienüberspringung oder „Auslassung“ eines handschriftlichen Schreibprozesses (z.B. durch eine direkte Textprozessierung am Computer) Bedeutungsverlust am Text anfällt, was natürlich augenfällig und banal erscheinen mag. Umgekehrt, so vielleicht die unmittelbar anschliessende These, kann behauptet werden, dass durch solch eine Überspringung eine Einbusse an genereller Subjektivität (wenn man sich diese vielleicht als Teil eines Texttortendiagramms vorstellen möchte) im Text zu verzeichnen ist. Oder: Einerseits kann also dieses Verfahren bedeuten, dass Bedeutungsverlust durch (nichthandschriftliche) Textproduktion schon überhaupt vor der Niederschrift eines Textes, ein Defizitverfahren ist, andererseits wird damit eine theoretische Erhärtung jenes Selbstbegriffs (s. Fn. 15), egal wie unscharf dieser zunächst sein mag, eingeleitet, der sowohl konstituierend für Textsubjektivität ist, als auch – im Moment des Schreibens, in der Ich nur Textich ist – „reine Subjektivität“ sich als Bestandteil dessen formuliert.

Noch nicht geklärt wäre damit aber das Binnenverhältnis der Doppelschrift bezogen auf die obige Differenz. Der Frage also, ob nun manifeste Schrift auch Zeichen jenes „Ichs“ ist und das Urdigitalisat die Anteile des „Selbst“rests verkörpert, oder eine umgekehrte Speicherung oder gar wechselseitige Verkörperungen stattfinden, wäre in weiteren Überlegungen nachzugehen.

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(15) Zur Unterscheidung Ich/Selbst: gemeint sei hier in stark vereinfachter Form und auch etwas populärpsychologisch: „das Ich“ = jenes, das (nur) sich selbst bewusst ist, im Vergleich zu „das Selbst“, das die dem Ich unbewussten Teile („Es“ / „Überich“) mit einschliesst.

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2007-12-10 Ägyptisch Blau ist das

wir sassen wollten und voiles? kaum wind

ging übersetztes übersetzten sero te amavi                (so was von sanft!)

ok und kein kaudern ging und ging wollen

doch wort umwand wort mein welschgerede

in kairosprechen ihres ging wind ging

ging ging

für B. G.

Ägyptisch Blau ist das älteste künstlich hergestellte Pigment. Es ist sehr lichtecht und chemisch äusserst beständig. Nur Flusssäure vermag das Pigment aufzulösen. Selbst bei tausendjähriger Sonneneinstrahlung behält es sein kräftig leuchtendes Blau. Chemisch ist es ein Calcium-Kupfer-Silicat (CaCuSi4O10). Gelegentlich dient es auch zum Blaufärben von Töpferwaren. Die Decken von ägyptischen Tempelräumen wurden mit Ägyptisch Blau bemalt, als Symbol für das blaue Himmelsfirmament. Wie schön. Die Herstellung von Ägyptisch Blau ist vermutlich schon auf das 3. Jahrtausend vor Christus zurückzuführen. Seine Herstellung in Ägypten endete erst mit dem

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