taberna kritika

2007-12-04 (ich) liebe am Wasser

träumte nach. nachricht? träumte

nach nachmittag un pisolino

nachfüllen. nachts einander?

sah dann nachsaison nachleben

next sie hatte das nachsehen? ge

blümt nachricht je nach dem nach?

nachlehen? nachleben? nacken

fingers schleier? tuch? laken am zeh?

sendet nausikaa gemalte barke

träumte den kampferbaumnachen

naht nachbar? oder susanna? nah

tiefrot. planken man drechselte. nach

mit händen und lippen hopple : ich.

und dies am frühen morgen – dem

(ich) liebe am Wasser zu sein, in Wasser, auf, beobachte, auf welche Weise Wasser hier seine Gegenwart findet, höre das Plätschern der defekten Spülung, der Wasserhahn tropft, sehe wiederholtes Ausschütten von Wasserrest aus Wasserflasche, kleiner Restschlucke aus Trinkglas, das Ausblasen des Zuviel an Wasser aus der Wasserpfeife, sage löffelweise versprühen von zuwenig oder zuviel. Erblicke kehren, wischen, 1 Frau bitten um etwas von dem Wasser im Glas auf dem Beistelltisch vor uns für 1 Kind, das Feuchte anstelle von Staub, den einen Nil, 1 Brunnen, ich mag das tagelang plötzliche Verschütten von Wasser

index

Kleine Abschweifung (notula nova 73)

Im Zug: Die Dame gegenüber, graues Haar. Zopf. Ohrringe. Muschelkette. Seidenschälchen, klassisch. Dunkles Jäckchen. Übermalt in flächendeckender Mehrfarbtechnik ein Buch über christliche Ethik. Interessante Art der Musterung. Schrift, die im Lektürevorgang zu einem Teil von Tapete wird. Christliche Ethik, die unter ökonomischem Druck, zur Tapete wird. Aber wir schweifen etwas ab …

(Eigentlich, in ihrer Artigkeit, etwas von einem Häschen. Eine aber etwas gemeine Häschenartigkeit. Oder ein Mäuschen. Ein ma(h)lendes, dominantes Nagerchen mit seinem Gott als privat-öffentlichen Herrensignifikanten. Eignend.)

Limango

brands for friends

nein, brands4friends

(Nicht in Shopping communities einkaufen: 1 neues Handy für die Gattin. (Das alte hat die Fassung verloren). Mitbringsel für die Söhnchen. Und einen neuen Wecker. (Damit wir wieder snoozen können).)

Hoffte treffen. Abend essen. Talisker verkatern.

Und: 1 neues Notizbuch. Dieses hier ist jetzt nämlich fast VOLL.

Nebenbei: den Espresso für Rainer nicht vergessen. („Mitten im Spiel. Lehmanns irre Pipi-Pause”. Und: Das Bespucken der Strasse von Leuten, trotz allen Ekels, prinzipiell als freien Handlungsakt empfinden (erfühlen / bewerten). Als logische Aktion entfesselter Körper. (Bei 2001 das Abecedaire von Deleuze gekauft. Für 50 Euro. Frohe Weihnachten, lieber hab.)

Und: Man muss sich nur mal Walser (M.) in einer Strassenbahn mit einer Einkaufstüte vorzustellen versuchen. Man merkt dann nur allzugut, wie stark Vorstellungskraft von Vorwissen abhängt.

Über das Schreiben als Bauen und Entwerfen II

(Florian Neuner spricht mit Elisabeth Wandeler-Deck, Teil II)

(…)

In dieser »Durchfahrlandschaft« siedelst du Fragmente von Geschichten an. Dient dieser Nicht-Ort da gleichsam als leere Leinwand?

Gerade nicht. Es findet eine Hineinschreiben statt, in einen Raum, der selbst schon als Text verstanden werden kann, und auf welchen das noch nicht ganz ausgewaschene Wort Palimpsest nicht schlecht passt. Umgekehrt baue ich, vielleicht lässt sich das so sagen, an dieser »Durchfahrlandschaft« weiter, nicht mit Hilfe von Stahl und Beton, Licht und Laut und Zeit der Durchfahrt, sondern mit der Sprache und ihren Eigenheiten und Antrieben und ihrer Zeitlichkeit, Räumlichkeit. Hänge weitere Architekturen hinein mit ihren Personenfiguren – es entstehen Architexturen. Es blitzt Erzählen auf. Es entsteht Abwesen, das, was nicht da ist. Und da ist als Text und somit in Sprache.

(…)

Weiter Teil II / Quelle …

Teil I / Quelle …

Da liegt noch ihr Schal

Kölner Trilogie III: Aschermittwoch

Prinzenreklamation

Ein Rest Rotweiß umschlingt noch die Laternen,

zerzaust und nass. Der Dunst aus den Tavernen.

Ein Wind treibt schlappe Jecken um die Ecken.

Der Dom kratzt sich, als hätte er die Zecken.

Die Stadt, klamm und verkatert, macht sich klein.

Und am Museum hebt ein junger Hund sein Bein.

Den Rest Konfetti picken fette Tauben.

Die öffentliche Hand geht ans Entstauben.

Dem Rhein, auf Durchreise, ists einerlei.

In seinem Alter weiß er: Alles geht vorbei.

„Auch meine Zeit ist um. Isch ließ eusch lachen.

Für den Verein, da tat isch alles machen.

Mehr ging nisch, war nisch drin. Ein letzter Gruß.

Gern blieb isch. Doch die Bandscheibe, der Fuß:

Kaputt. Isch hab am Bein escht einfach voll die-

se Seuche. Tschüss! Prinz Karne… äh… Prinz Poldi

Originalbeitrag > (GROa)