taberna kritika

2007-11-11 verlorener Zärtlichkeitsname Ilsebill sehe

verlorene zärtlichkeitsnamen

ilsebill sisette sehe mich mit

in grün gekacheltem bad da

war vater grad vierzig sehe

grossvaters dinge skarabäus

mörser messing tablett 1 tuch

er sagte fast blind die kinder

webten stachen stickten sahen

die decke kaum das grüne ziegen

kämmten das haar haar

verlorener Zärtlichkeitsname Ilsebill sehe mich mit Vater vor den 2 Spiegeln im grün gekachelten Bad. Und sehe jetzt, wie einer erst und ein anderer aus Flaschen Gläsern, was blieb vom Trinkwasser, verspritzt, ein anderer und einer die Strasse die feucht ist, nun, in ihrer Breite kehrt. Wasser über Fliesen, Asphalt, Sand, schwärzlicher Brei, einer gesuchten Schönen STRASSENNAME, Versprühen Kehren erneute Strassenzärtlichkeit also gegeben Liebkosung dem Zwischen mehrfach, was soll ich sagen, heute mehr spaziert als notiert, im Park auf jeder Parkbank 2 junge Menschen, (k)ein Mädchen ohne seinen Schleier je eigener Kopftuchartigkeit kleiner Wüstensturm inmitten hitziger Stadt ich fächle mir Kühlung

index

Wodka-Martini – bianco! – “Pfui Teufel!” (GuU08)

„Arcolian Nights”. So der Name der Band aus Mytilini. Das halbe Dorf ist dort und bleibt bis in die Morgenstunden. Begrüßungen: der schräge Vogel aus dem Kiosk, die Damen aus den Mini-Markets, die Blumenhändlerin, der junge Wirt. Fühle mich fremd wie ein Ethnologe. Snejanna, die alle Susana nennen, lächelnd und völlig überfordert hinter der Theke (ruppige Bestellungen der für diese Nacht engagierten Kellnerin, wenn sie mit ihren Zetteln von den Tischen kommt). Eine Touristen-Bar voll mit Eingeborenen.

Sie aber sitzt, den Kopf geneigt, in einem kurzärmeligen, weißen Kleid (das kurz über ihren glatten Knien liegt, sich in den Höhlungen darunter faltet) auf einem Barhocker auf der Bühne. Sie sieht auf und streicht sich im Scheinwerferlicht nervös ihr glattes, schwarzes Haar aus dem Gesicht (ein dünner, knochiger Unterarm kommt ins Bild, ein Händchen mit langen, kalten Fingern verdeckt für einen Moment das Profil ihrer griechischen Nase). Sie nimmt das Mikrophon in ihre linke Hand, blickt hinter sich, nickt dem Gitarristen zu und dreht sich wieder zurück (ihre Kollegen stimmen noch die Instrumente). Da sitzt sie, und wartet, einen Augenblick in stiller, gefrorener Schönheit …

Dann beginnt sie zu singen. Beinahe zeitgleich verteilt sich klebrig im Mund der erste Schluck von Snejannas Wodka-Martini – bianco! – “Pfui Teufel!”

Aus “Gestell und Ungestalt. Fassung erster Hand” von Rainer Hoffmann. Gestell und Ungestalt erscheint im September 09 bei etkbooks.

Noch ohne Titel (notula nova 49)

Noch einzufügen: Passage Heiner Müller, Gespräche 2. (Suhrkamp, Werke, 11) Über Tiberius (S.12)

(Wie bitte? Man sagt, mir würde der Freitag finanziert? Nun aber Vorsicht! Der Freitag finanziert uns alle!)

Und: Sehr anders etwa als ein Titel mit dem Titel “Ohne Titel” ist ein Titel mit dem Titel “Noch ohne Titel”. Letzterem nimmt man es ab, oder nicht.

Und: vielleicht mag man dazu sagen, ist an Vorletzterem doch etwas dran. Dann allerdings wäre wahr, ebenso: ich finanziere Dir zu grossen Teilen ein (klein-)bürgerliches Leben und Denken.

Und: Aber: Das gehört beiläufig in die kalte Glut!

(Oder, um es noch einmal umzubenennen: Wir arbeiten auch an einer Rekonstruktion des Werkbegriffs. Wurde und wird ein Schreibprozess als Vorgang gesehen, der in ein Werk mündet (münden kann), so setzen wir (umgekehrt?) den Schreibprozess zur Einheit des Werkes, der sich manchmal in einer zweifelhaften Minute zu einer willkürlichen Form (Buch etc.) kristallisieren mag.)

Besuch an der Grenze:

Zur kürzesten Nacht

steht noch unter Strom der Zaun

Am Seerosenteich

Oder:

Natur scheint im Glück

die Blumen in einem Topf

Halb nur im Regen

(Dort oben, nebenan, dreht sich seit 10 Minuten ein junger Mann im Kreis. Macht manchmal kehrt und kratzt sich an den Unterarmen. Die Symmetrie als Ordnung. Und: Die Ordnung als Ornament. Und: Die Spiesser.)

Nachtgesänge (ist012)

I Zit. Aus Wende, Über den Umgang mit der Schrift: Abb. von Morgensterns “Fisches Nachtgesang” mit Kommentar: Über Sehtexte, Fischschuppen und Vergegenwärtigungen von Titelversprechungen // II Über die Erschaffung meines Sprachkörpers aus dem geist seiner Unlesbarkeit. Über das [beredte] Schweigen. Über meine offenen Mäuler angesichts meines Angesichts. Über den [Brücken]-Sturz meiner Mutter, über die [harte] Rückseite des [Handbesens] aus Holz. Hiebe am Hintern. Vater[hiebe]. Über Plagiate. Über all dies in Reimform. Über einen Sturz auf der Bühne. (Ich zertrete dabei einen Luftballon, […] ein Mikrofon. Über den Fisch, der ich sein wollte. Über Ausmusterungen, Genüsse verbotener Substanzen. (Sieht man beim Staatsdienst gar nicht gerne). Über peinliche Anmache, zerschlagene Teller, ungeschützten Verkehr. Über Absagen ohne Sagen. (Meinerseits, andererseits). Über Masturbationen in Geschäftsräumen. (Lager, oberste Etage, das war die Zeit vor den allgegenwärtigen Kameras). Über den [Elan] eines Kaugummis, über einen Kasseneingriff. Über Tote, tote, tote Sprechkörper. Körper, tatsächliche, die unter der Erde deklinieren – nicht in Holz, in der Urne, als könnten sie wählen[.] Fortsetzung folg … // Auch das Nichtbild kann Lichtbild sein und verspricht einen Reim. Formt sich zur Urne (in der Nacht. Geräusche. Sirenen.) U.R.N.E. Und das Schweigen darin. Bleibt das ungute Gefühl des Nichtsagbaren, des Nichtmehrsagbaren, weil die Adresse verzogen. Schreibt sich ein, trotzdem, in den Text. III die gebräuchlichen feilen fein lange. Schnell, Keim Wortfolge in ein verständlich Herbat. Eiter meiner Mutter. Holz, Hiebe, Sterz auf der Bühne, türkis. Und das Schergen darin. Schreibt sicher.

@etkbooks twitterweek (20090822)

wohlgemerkt: habs als “(die) kompetenznachweiskultur” und nicht als “kompetenznachweis kultur” gelesen … // Textmist #wörter // Strafgefangener darf in Sütterlin schreiben, http://archiv.twoday.net/stories/5888024/, #lbn // RT @frescosecco: «Die abstrakte Vertaktung des Lebens» (ist notiert, #lbn) // nzzs hürlimannputzete http://bit.ly/HD3QM #lbn // new blog post: ins gespaltene Schreiben. (GuU07) http://bit.ly/4Kzh3 // new blog post: Fettschlauch (notula nova 47) http://bit.ly/kCM9f // new blog post: 2007-11-10 vom Grossvater aus Ägypten http://bit.ly/RlL0v // http://www.kompetenznachweiskultur.de/ via http://abgebr.antville.org/stories/1925147/ #lbn // Da! Da steht er wieder. Der Käsehändler. Knicks- und grussbereit. // Ahnungsarchitektur, Zentrum für Politische Schönheit, http://www.politicalbeauty.de/ #lbn // @Spex nach ihrer letzten show @ http://club.badbonn.ch/ musst ich kotzen, so gut wars … // @spalanzani hm. war da das gemeint?: http://www.zeit.de/2009/21/Zeitgeist-21 // @spalanzani ach nee, eher das: http://bit.ly/aW0I5 … joffe hat da wohl so nen kleinen bonmotkanon … // @inadaequat über mich würd ich ja schreiben: “ich mach was mit texten” … #lbn // @inadaequat man geht wieder auf die strasse. online, sozusagen … mehr davon! // @inadaequat fehlt nur noch ein logo … // @inadaequat das kultursemiotisch zusammendenken. “ich mach was mit zeichen” … // @inadaequat aha! “ich mach was mit ∑”, kurz: #imwm∑ … behalten wir mal im auge … http://www.sigma.fm wär ja noch frei … #lbn // … und jetzt schnell noch eine feiste eierspeise … // georg seesslen weblog : http://www.seesslen-blog.de/ #lbn (merci @goncourt) // übrigens: die anschwellende rohrpost-diskussion zum thema entlohnung von praktika im kulturbetrieb. bsp: http://tinyurl.com/mjcnov #lbn // Sie schreibt ihm einen weiteren sehnsüchtigen Brief, den er wiederum nicht beantwortet. #textetrouvé http://tinyurl.com/divenasche // RT @litblogs_net: Matthias Kehles Lyrik-Blog » Nachtrag Falkner + Jackson http://bit.ly/1WXHV // RT @ebel: RT @michelreimon: RT Offenster Brief zum dümmsten Text über das Internet: http://tinyurl.com/rdyc86 #LOL #lbn //