taberna kritika

natura naturans

Müller: Ja. Und sie wollen europäische Kultur importieren. Und deswegen habe ich diese vielleicht böse Parabel erzählt aus Brasilien. Da gibt es im Amazonas-Urwald eine Ameisenart, die ist genetisch darauf programmiert, nur auf dem Boden zu laufen, also nur in der Waagerechten sich zu bewegen. Wenn ein Hindernis auftaucht, laufen sie drum’rum, sie können nicht steigen.

Kluge: Das ist wahr, das ist naturwissenschaftlich erwiesen. Das hat schon Alexander von Humboldt entwickelt.

Müller: Ja. Und da gibt es auf den Bäumen eine Pflanze, eine Blume, die ihre Sporen abwirft auf den Boden, und da fallen sehr viele auf Ameisen, und diese Sporen arbeiten sich durch den Chitinpanzer der Ameisen in den Körper der Ameisen bis ins Gehirn und ändern das genetische Programm so, daß die Ameisen die Bäume hochlaufen. Wenn sie ganz oben sind, und es geht nicht weiter, krallen sie sich fest, sterben, und aus dem Kopf wächst die Blume.

Ein paar Schwimmabzeichen (notula nova 50)

Danach: Vor einem Tribunal gestanden. Angeklagt, wegen vorsätzlicher Geistlosigkeit. In freudiger Erwartung des Urteils: aufgewacht. (Am Ende sind wir alle, jetzt, früher oder später: Vollwaisen. Der Mensch wird schon als künftiger Vollwaise geboren. Es gibt nichts konkret Menschlicheres als sein Vollwaisentum. Wir sprechen hier von einer Synonymie.)

Oder sommerlich, diese etwas holprige Analogie: Bloglesen, Fahrtenschwimmer. Buchlesen, Seepferdchen.

(Und du, Frau Nachbarin, und du, trockenes Geschöpf:

Armer Bambusbusch

Was wuschelt man dich so sehr

Zur Mittsommernacht

Irgendwann einmal, irgendwann wird das hier alles recycelt werden.)

Überhaupt: das konsequente Projekt nach der Ichschriftzeit. Nur noch das hier angehäufte Material zu verwenden. Mischen, samplen, extrahieren, montieren, zitieren etc. Das volle Programm. Dj my blog. (Und: Und: Und: das stetig weitere Fortschreiten und Fortschreiben; das Ineinander und Auseinander der 3 Tätigkeiten: Schreiben, Lesen und das Bearbeiten von Codes. Keiner der 3 gerecht werden. Nur noch gerecht sein und ihre Auflösung fördern. Deren Loslösung (Neubeschreibung) von dem, was einmal “texten” genannt wurde.)

Und die Präzisierung für all diejenigen, die sich ständig darauf berufen: Andere möchten lieber nicht, weil sie nicht können. Bartleby möchte lieber nicht, weil er nicht können WILL. (Heut schau ich mir die Dinge an. Heut wird gut unterschieden. Heut bin ich Graf Wetter vom Strahl).

Überhaupt: erreichbare Minimalziele definieren.

Veranstaltungshinweis: werkschau #5

freitag, 4. september 2009
präsentation der bildarbeiten
kleiner barbetrieb, ab 19h

samstag, 5. september 2009
werkschau – der berner salon
programm: ab 19h
offen: ab 18h
wo: bahnstrasse 22, 3008 bern

mit beiträgen von: bobby vacant and the weary / norient / etkbooks / rainer hoffmann / rittiner & gomez / thomas blaser / alexander egger / ursula t. rossel escalante sánchez / nina iseli / céline manz / caroline schenk / françois gribi / luc spori / lucio valdivieso ragazzone / qui sas …

mehr: http://www.werkschau.org/

Slbstl / Selbstlaut (ist013)

I Zit. Aus Harris, Rethinking writing: Über Schriften ohne Vokale, semitische Schriften, konsonantische Schriften // Stelle ich mir vor, denke ich mir die Selbstlaute weg (d Slbstlt), unterdrücke ich sie, negiere ich das Selbst (Slbst), meine Schrift, im Moment des Denkens (es denkt, es dünkt) beginnt ein Spiel voller Möglichkeiten. Bringe ich Unschärfe in mein Zeichenreservoir. Multipliziere ich die Möglichkeit meiner Bedeutung.  II Löse ich mich von den angenehmen wie unangenehmen Seiten meiner Vita: indem ich sie neu schreibe, durch Auslassung, sie aber immer noch zu Teilen (zu wie grossen?) an meinen Text binde. Vielleicht muss ich das an einem Beispiel (Bsp.) erproben: Nehme ich ein bezeich[nendes] Dokument meiner Grundschulphasen, der Zeit in der noch keine Zensuren, aber “natürlichsprachige” Einschätzungen über mich [verbreitet] wurden, so also in mir “angelegt” wurden. Transkribiere ich diese Zeichen. (Da ist eine Junglehrerinnenschrift, die zu keinem Gesicht mehr passt. Ein [bildliches] Nichts, von dem ich lediglich noch eine gequetschte Hand hinzufühlen kann. Kaugummireste unter einem Erstklässlertisch. Musikalische Erziehung. Ein Blockflötenensemble. Mengenlehre. Ein Pausenhof, der nach mehr als 30 Jahren in sich zusammengeschrumpft ist – nach meinem letzten Besuch. Handarbeitsunterricht – Textiles Werken! Keine Klassenkameraden. Namen. [Nichts]. Rollhof hiess der Stadtteil, an dem er heute noch zu finden ist.) Zurück zur Löschung der Vokale. Zum syllabischen System der [nachträglichen] Freiheit. (Der Vergangenheit). De[m] spät[en] Verzicht auf das, was da […]: // “Hrtmt rbtt zgrnd nd st nch vrsplt. r mß fmrksmr wrdn. Sn Lstngn snd zfrdnstllnd.” III Corona plus nord. Squaws. Hure IS. Sein WC gesonnt wirke alsdann Wal umfing ihn weich. Stille in mir in Moment des Dela. Bringe ich Unschärfe an weinen Text, begradige Eisen, die zu keinem Gesicht mehr pisst. Ein Parser tief, sich sauer geschimpft.

@etkbooks twitterweek (20090829)

blogrezension des chronopaste: g&s als 2.0-denkmäler http://bit.ly/M6Isg # // scheinheilig: die diskussion um http://tinyurl.com/bezahlve.. . wider die asymetrische arbeit am feindbild als eigen-pr … #lbn // new blog post: 2007-11-11 verlorener Zärtlichkeitsname Ilsebill sehe http://bit.ly/d2D8t // g1 test // RT @hackr: i can haz telegram http://www.telegramstop.com... #lbn // 100 Tage http://www.unendlicherspass.. #lbn // David Foster Wallace / Unendlicher Spaß #pipeline // new blog post: Wodka-Martini – bianco! – “Pfui Teufel!” (GuU08) http://bit.ly/J1KpC // RT @sprachsalz: hat zwar nichts mit sprachsalz zu tun, aber auch interessant: die sommeraktion #sydt von @inadaequat http://is.gd/2zo6r #lbn // @inadaequat: bitte helfen sie mir nach. (lektüre liegt bei mir etwas zurück). wohin werde ich impliziert? // @inadaequat den tatort hab ich ausgelassen. alte auflage. wenn sie wüssten, wie ich hier gerade noch weiterrüste. es ist ja fast beschämend. // @dieneedie spread the word: WORKSHOPBEZAHLZEITSCHRIFT (WBZ) … #lbn #wörter // @dieneedie ich sags auch nicht, obwohl aus direktem sagenhören. war aber erstaunt, da das publikat ja bekannt & unverdächtig. neenee gesagt // @dieneedie “workshopbezahlzeitschrift” … ich glaube fast zu ahnen, was gemeint … #lbn // new blog post: Noch ohne Titel (notula nova 49) http://bit.ly/tgLiQ // schon wieder: “präzise prosa”. wer das jetzt noch mal sagt, kriegt die lizenz entzogen … was meint denn dazu der wiener kreis … ? // @inadaequat so! neuer hdd recorder installiert. fehlt nur noch ein twitterinfofeed, ähnlich ihrer hsp. & radiokunstabt. fürs tv … anyone? // @Lotree oops, ja. bezog sich nur auf den standard, lotree hats (nur) ans licht und auf die idee gebracht … // @mauszfabrick (nachtrag) stimmt! e.y. distelmeyer. wie http://de.wikipedia.org/wik... // @szylla stimmt. fand den aufmacher nur lustig, weil sichs so nach gnadenschenkung angehört hat … // “Rätoromanische Autoren erhalten eigenen Buchverlag” http://tinyurl.com/isschowi.. via @Lotree #lbn // @dieneedie sollen ja auch poetisch sein können … http://bit.ly/yXbi6 // Nie hatte ich Entdecker oder ein weltweit operierender Handlungsreisender sein wollen. #textetrouvé http://bit.ly/2m4vDQ // jetzt müsste man mal den ton haben: Sibylle Berg: Der Mann schläft http://bit.ly/2m4vDQ #lbn // RT @swips_ch ausführliche Antwort auf den «Angriff im Boulevardstil» auf die Kulturförderung des Tages-Anzeigers: http://bit.ly/1agKKk #lbn // new blog post: Nachtgesänge (ist012) http://bit.ly/1on5R // @inadaequat bin auch unschlüssig. radikal konstruktivistischer ansatz. lit-ästhetisch aber doch kanon-selektiv, was die bsp. angeht #lbn // on scribd: Max Weber – The Protestant Ethic and the Spirit of Capitalism http://bit.ly/2586cq #lbn // kontrastive, empirisch-quantitative rezensionswissenschaft http://bit.ly/WgsVZ @umblaetterer #lbn // Erlebniskante. #wörter // andreas spechtl hat seinen diestelmeyer gelesen … #satzgefühle // RT @bourdieu: “Lacan’s Medievalism” by Erin Labbie http://bit.ly/3fgqRR. uberhaupt, theorietexte satt: http://a.aaaarg.org/ #lbn // @etkbooks // inadaequat: RT @etkbooks: 100 Tage http://www.unendlicherspass.de/ #lbn // inadaequat: DIESER punkt ist gut im Lovrink : was impliziert die je gewählte form der technologie ? ( den titel- essay kann man überspringen ) // inadaequat: cool : vergnügen am aufrüsten ! – TV hab ich leider gar nicht … der ARD- tatort war indes nicht masslos überzeugend , was ?! // dieneedie: ich pruefe das, aber egal. mir liegt daran, das wort (wbz) zu verbreiten, dass wenn einer auf so was trifft, er’s gleich kennt. // dieneedie: ich sags nich, da nur hoerensagen. das aber in massen. // mauszfabrick: nachtrag: äh, genau // Lotree: #lbn das mit den Rätoromanischen Autoren war der Lotree nicht. // szylla: Gnadenschenkung, richtig, so habe ich das auch empfunden 😉 // szylla: Na ja, der @Limmat_Verlag hat auch rätoromanische Titel, Oscar Peer z.B. // dieneedie: ja. ist im listen-regal. aber man kann mehr damit machen als k.p. spannenderes. von flarf bis … na, alles http://taer4.tk // inadaequat: @mauszfabrick : Lectio difficilior – Monty Python : “Decomposing Composers “ #lbn | http://bit.ly/OzWiO // mauszfabrick: @inadaequat agree /w all, doch #wiedemauchsei (=monty-python-überleitung): werd jetzt offline über digitale literatur weiterlesen // mauszfabrick: @inadaequat sprechen sie zufällig von florian hartlings “der digitale autor”? “megaakademisch” würde passen // inadaequat: Gruselige Formalübung : Keine Konkretion ,. Was Biblio & lLinks betrifft : Minus in “Usability” . – Sind Sie denn “durch” ? #lbn // mauszfabrick: er heißt distelmeyer, aber ja // Verlagsstarter: aber er singt besser //